Überblick
Griftlands ist ein Deck-Building-Roguelike, das in einer abgehalfterten, moralisch zwiespältigen Sci-Fi-Welt angesiedelt ist, in der das Überleben von mehr als nur Kämpfen abhängt. Entwickelt und veröffentlicht von Klei Entertainment, dem Studio hinter Don't Starve und Oxygen Not Included, bringt Griftlands die gleiche charakteristische Mischung aus düsterer Atmosphäre und tiefgründigen Systemen in das Kartenspiel-Genre. Was es sofort auszeichnet, ist sein Dual-Deck-Ansatz: Spieler unterhalten separate Decks für Kampf und Verhandlung und behandeln soziale Konfrontationen mit der gleichen mechanischen Ernsthaftigkeit wie physische.
Die Welt von Griftlands ist zersplittert und gelebt, bevölkert von Fraktionen mit konkurrierenden Agenden, Söldnern mit wechselnden Loyalitäten und Umgebungen, die sich echt feindselig anfühlen. Jeder Run versetzt die Spieler in ein Netz von Entscheidungen, von der Annahme welcher Verträge bis zur Pflege welcher Allianzen. Der Ruf bei verschiedenen Fraktionen hat echte Konsequenzen, was jeden Durchgang zu einer vielschichtigen Übung im Risikomanagement macht, anstatt zu einem geradlinigen Dungeon-Crawl.
Was macht das Dual-Deck-System aus?
Griftlands beantwortet eine Frage, die sich die meisten Kartenspiele nie stellen: Warum sollte es strategisch weniger reizvoll sein, sich aus einer Situation herauszureden, als zu kämpfen? Das Verhandlungssystem verwendet sein eigenes dediziertes Deck an Argumentationskarten, mit Mechaniken, die dem Kampf in der Struktur ähneln, aber völlig andere Denkweisen erfordern. Spieler bauen Einfluss auf, kontern gegnerische Argumente und managen ihre Fassung, so wie sie in einem Kampf Lebenspunkte managen würden.

Schlüsselmechaniken, die jeden Run definieren, sind:
- Kampf-Deck: Konzentriert sich auf Angriffe, Verteidigungen und Status-Effekte
- Verhandlungs-Deck: Basiert auf Überzeugung, Kontern und Moral
- Boon- und Affliction-System: Anhaltende Modifikatoren, die sich über Begegnungen hinweg entwickeln
- Beziehungs-Tracking: Die Haltung von NPCs ändert sich basierend auf den Entscheidungen des Spielers
- Grafts: Passive Upgrades, die Deck-Synergien neu gestalten

Beide Decks wachsen und entwickeln sich unabhängig voneinander, was bedeutet, dass Spieler zwei unterschiedliche strategische Identitäten gleichzeitig ausbalancieren müssen. Ein Run kann erfolgreich sein oder scheitern, je nachdem, wie gut diese beiden Hälften sich ergänzen, was eine befriedigende Tiefe schafft, die wiederholtes Spielen belohnt.
Drei Kampagnen, Drei Stimmen
Griftlands bietet drei spielbare Charaktere, jeder mit einer eigenen Geschichte, Umgebung und einem eigenen Spielstil. Sal ist eine rachsüchtige Abenteurerin, deren Kampagne aggressiven Kampf und Söldnergeschäfte betont. Rook ist eine erfahrene Spionin, die sich in politische Intrigen verstrickt, mit einem Spielstil, der sorgfältige Manipulation und Informationskontrolle belohnt. Smith ist ein widerwilliger Vagabund, dessen Geschichte trotz seines entspannten Auftretens unerwartetes dramatisches Gewicht trägt.

Die Kampagne jedes Charakters entfaltet sich auf einer einzigartigen Karte mit unterschiedlichen Fraktionen, Orten und Erzählsträngen. Die Geschichten sind nicht austauschbar; die Welt offenbart sich unterschiedlich, je nachdem, wen man spielt, was die Spieler ermutigt, alle drei abzuschließen, um ein vollständigeres Bild des Settings zu erhalten.

Inhalt und Wiederspielwert
Die Roguelike-Struktur stellt sicher, dass kein Run denselben Weg einschlägt. Zufällige Kartenangebote, prozedural angeordnete Begegnungen und verzweigte Story-Knotenpunkte sorgen dafür, dass jeder Durchgang sich einzigartig anfühlt. Der Tod setzt den Fortschritt zurück, aber das angesammelte Wissen bleibt erhalten, da die Spieler durch wiederholtes Experimentieren das Verhalten von Fraktionen, Karten-Synergien und optimale Graft-Kombinationen lernen.
Das Spiel ist auf einer breiten Palette von Plattformen verfügbar, darunter PC über Steam und Epic Games Store, PlayStation, Xbox, Nintendo Switch, macOS, was es einem breiten Publikum zugänglich macht, unabhängig von der bevorzugten Hardware.
Fazit
Griftlands verdient seinen Platz unter den besten Einträgen im Deck-Building-Roguelike-Genre, indem es sich weigert, seine Ambitionen zu vereinfachen. Das Dual-Deck-System, drei voll ausgearbeitete Charakterkampagnen und ein Setting mit echter Persönlichkeit verleihen ihm eine Tiefe, die über viele Durchgänge hinweg Bestand hat. Für Spieler, die ein Kartenspiel suchen, das sowohl taktisches Denken als auch erzählerisches Engagement belohnt, liefert Griftlands eine durchweg fesselnde Erfahrung.








