MARS4 ist ein Survival-Crafting-Spiel, das Spieler in eine raue Marsumgebung versetzt, in der Ressourcenmanagement, Basisbau und Erkundung entscheidend für das Überleben sind. Das Spiel bietet eine detaillierte Nachbildung des Mars, die auf echten NASA-Daten basiert, was es visuell beeindruckend und immersiv macht.
Im Kern fordert MARS4 die Spieler heraus, abzubauen, herzustellen und sich anzupassen, um den unversöhnlichen Bedingungen des Roten Planeten standzuhalten. Als gestrandeter Astronaut zählt jede Entscheidung, wobei das Sammeln von Materialien, das Management von Sauerstoff und der Ausbau der Basis eine entscheidende Rolle beim Überleben spielen.

Gameplay
Die Landung auf der Marsoberfläche in MARS4 ist sowohl beeindruckend als auch überwältigend. Die endlose rote Landschaft erstreckt sich so weit das Auge reicht, eine raue und einsame Umgebung, in der das Überleben die einzige Priorität ist. Mit begrenzten Ressourcen müssen Spieler abbauen, veredeln und herstellen, um die notwendigen Werkzeuge zum Überleben zu bauen. Doch jenseits des Nervenkitzels, Mineralien zu gewinnen und Ausrüstung zusammenzusetzen, stellt sich eine nagende Frage: Worauf arbeite ich eigentlich hin?

Im Kern bietet MARS4 ein fesselndes Survival-Crafting-System, dem es jedoch an Orientierung mangelt. Das Spiel bietet einen Tech-Tree voller Baupläne, aber ohne Missionen, Quests oder größere Ziele fühlt sich der Fortschritt eher wie ein Überlebensexperiment als eine Reise mit einem klaren Ziel an. Spieler können bauen, craften und erkunden, aber das Fehlen einer fesselnden Erzählung lässt einen Großteil des Erlebnisses offen und ohne Dringlichkeit.
Das Crafting-System in MARS4 ist tiefgründig und lohnend und vermittelt ein Gefühl der Errungenschaft, wenn Spieler Ressourcen veredeln und neue Technologien freischalten. Jedes hergestellte Werkzeug oder jede Struktur fühlt sich wie ein Schritt vorwärts an, um die Marslandschaft zu meistern.

Eine der größten Verbesserungen in der neuesten Version ist das erweiterte Inventarsystem, das die Anzahl der ausgerüsteten Gegenstände von 6 auf 10 erhöht. Zusätzlich wurde das Mining-System erheblich verbessert, mit flüssigeren Animationen und realistischen Staubeffekten, was den Prozess immersiver und visuell ansprechender macht.

Doch trotz dieser Verbesserungen ist das Überleben noch lange nicht reibungslos. Häufige Spielabstürze unterbrechen den Fortschritt, und ein frustrierender Bug führt dazu, dass Spieler beim Respawn mit fast leerem Sauerstofftank wieder auftauchen, oft fehlt dabei ein Großteil ihres Inventars. Dies führt zu einem sofortigen Tod, vernichtet wertvolle Ressourcen und zwingt die Spieler, von vorne zu beginnen – ein großer Rückschlag in einem Spiel, in dem Ressourcenmanagement entscheidend ist.
Eines der beeindruckendsten Features von MARS4 ist die Möglichkeit, Fahrzeuge herzustellen und zu bedienen. Diese Rover und Transportmaschinen sind visuell atemberaubend und verfügen über realistische Physik- und Federungssysteme, die das Fahren authentisch wirken lassen. Die Liebe zum Detail in ihrem Design ist unbestreitbar und verleiht dem Gameplay eine zusätzliche Ebene der Immersion und Spannung.
Doch jenseits des Fahrvergnügens dienen Fahrzeuge kaum einem Zweck. Die Marslandschaft, obwohl wunderschön, bleibt leer und repetitiv und bietet keinen wirklichen Anreiz zur Erkundung jenseits des Abbaus verstreuter Ressourcenknoten. Ohne einzigartige Orte, verborgene Entdeckungen oder größere Ziele fühlt sich die Erkundung eher wie eine lange Fahrt durch endloses Gelände an als ein Abenteuer.

Ein großes Problem, das die Erkundung erschwert, ist das Fehlen eines ordentlichen Navigationssystems. Spieler können ihre Basen markieren, aber sobald sie das Spiel verlassen und neu laden, verschwinden diese Markierungen, wodurch sie sich verirren und ihre Heimat nicht mehr finden können. Schlimmer noch, das Wiederauftauchen an einem zufälligen Ort beim Wiedereinstieg erschwert das Überleben zusätzlich, da Spieler ihre Basis möglicherweise nie wiederfinden. Ein funktionales Kartensystem mit Orientierungspunkten, permanenten Markierungen oder sogar GPS-Tracking würde die Erkundung weitaus lohnender und weniger frustrierend machen.

MARS4 hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, indem es eine Multiplayer-Funktionalität eingeführt hat, die es Spielern ermöglicht, gemeinsam abzubauen, zu craften und zu bauen. Dies verleiht dem Erlebnis Tiefe, da die Zusammenarbeit mit anderen das Überleben fesselnder und strategischer macht. Der Multiplayer bleibt jedoch begrenzt, da derzeit nur ein EU-Server verfügbar ist. Das bedeutet, dass Spieler in anderen Regionen unter Lag und Verbindungsproblemen leiden, was es schwierig macht, das kooperative Gameplay voll zu genießen. Eine Erweiterung der Serverstandorte würde das Multiplayer-Erlebnis erheblich verbessern und das Spiel weltweit zugänglicher machen.
Die Baummechaniken in MARS4 bieten große kreative Freiheit und ermöglichen es Spielern, Basen zu entwerfen und zu konstruieren, ohne auf voreingestellte Strukturen beschränkt zu sein. Obwohl Strukturen jetzt zerstört werden können, können sie nicht verschoben werden, und die beim Bau verwendeten Materialien sind nicht wiederherstellbar.
Review

MARS4 entwickelt sich zu einem interessanten Survival-Crafting-Spiel, aber es fühlt sich immer noch so an, als würde etwas Großes fehlen. Die Crafting- und Bausysteme sind unterhaltsam und lohnend, und die Multiplayer-Funktion ist eine großartige Ergänzung, die es Spielern ermöglicht, zusammenzuarbeiten, um abzubauen, zu craften und zu überleben. Das verbesserte Inventarsystem und die flüssigeren Mining-Animationen verbessern ebenfalls das Gameplay. Aber das Fehlen einer Richtung, sei es durch Quests, Missionen oder sinnvolle Erkundung, lässt das Spiel wie einen endlosen Grind ohne echtes Ziel erscheinen.
Die größte Frustration rührt jedoch von technischen Problemen her. Abstürze, Respawn-Bugs und das Verlorengehen ohne Möglichkeit, die Basis zu finden, machen das Überleben eher ärgerlich als herausfordernd. Die Tatsache, dass man Gebäude jetzt zerstören, aber nicht verschieben oder Materialien zurückgewinnen kann, trägt ebenfalls zur Frustration bei und macht Fehler bestrafender, als sie sein sollten. Es ist klar, dass MARS4 eine solide Grundlage hat, aber ohne eine stärkere Progression, ein besseres Navigationssystem und mehr Dinge, die man tatsächlich tun kann, läuft es Gefahr, nur ein weiteres Survival-Spiel zu werden, das cool aussieht, aber an Tiefe mangelt. Wenn die Entwickler die Kernprobleme beheben und sinnvolle Inhalte hinzufügen, könnte dieses Spiel herausstechen – aber im Moment fühlt es sich noch unfertig an.

