ARC Raiders Executive Producer Aleksander Grøndal hat offiziell bestätigt, dass das Expeditions-System des Spiels möglicherweise nicht nur überarbeitet, sondern komplett gestrichen wird. Auf der Gamescom äußerte sich Grøndal direkt zum aktuellen Stand: „Vielleicht stampfen wir das gesamte System komplett ein. Auch das steht zur Debatte. Momentan versucht das Team herauszufinden, wie die nächsten Schritte für Expeditions aussehen sollen.“
Das ist ein ziemlich bedeutendes Eingeständnis aus der Führungsebene des Projekts.
Warum Expeditions auf Eis liegen
Expeditions sind die Interpretation von ARC Raiders einer Wipe-Mechanik, jedoch mit einem Twist. Anders als bei den Hard-Resets, die man aus Spielen wie Hunt: Showdown kennt, sind Expeditions in ARC Raiders komplett optional. Sie fungieren eher als Prestige-Track für das Endgame denn als Economy-Reset, sodass Spieler sich freiwillig dafür entscheiden können, anstatt alle durch einen saisonalen Wipe zu zwingen. Die Idee war, Hardcore-Spielern ein Ziel zu bieten, ohne Gelegenheitsspieler zu verschrecken.
Das Problem? Nur ein recht kleiner Teil der Spielerbasis hat sich tatsächlich mit dem System befasst. Embark versuchte, Expeditions über mehrere Caravan-Fenster hinweg zu iterieren und ersetzte an einem Punkt Skill-Punkte durch „Mystery Rewards“, um den Frust neuerer Spieler zu mindern, doch die Resonanz blieb verhalten. Das Spieler-Feedback deutete durchweg darauf hin, dass sich Expeditions nicht nach dem Zeitaufwand anfühlten.
Im August zog Embark Studios den Stecker bei Expeditions und kündigte an, dass sie nicht vor Anfang 2027 zurückkehren würden. Der genannte Grund war, dass das System grundlegende Verbesserungen benötige und nicht nur einen Patch. Das war bereits ein bemerkenswerter Schritt. Nun deutet Grøndal an, dass die Überarbeitung noch weiter gehen könnte, als irgendjemand erwartet hat.
Was eine „Streichung“ tatsächlich bedeuten würde
Die Sache ist die: Expeditions sind kein bloßes Nebenfeature. Sie repräsentieren einen der deutlichsten Design-Unterschiede zwischen ARC Raiders und anderen, gnadenloseren Extraction-Shootern. Sie komplett zu entfernen würde bedeuten, dass Embark einen Ersatz für diesen Endgame-Loop finden muss, anstatt einfach eine Lücke zu hinterlassen, wo das System zuvor war.
Grøndal gab keine Hinweise darauf, wie ein Ersatz aussehen könnte. Das Team befindet sich noch in der Findungsphase, was ehrlich, aber für Spieler, die ihr langfristiges Engagement auf Expeditions aufgebaut haben, etwas beunruhigend ist. Der entscheidende Punkt ist, dass Embark bereit zu sein scheint, eine wirklich große Entscheidung zu treffen, anstatt nur weitere inkrementelle Anpassungen zu veröffentlichen, die kaum Auswirkungen haben.
Frozen Trail hat Vorrang
Bevor all dies geklärt wird, veröffentlicht Embark am 8. Oktober das Frozen Trail-Update. Das Studio beschreibt es als das größte Update für ARC Raiders seit dem Launch, und es steht unter echtem Druck, die Spielerzahlen wieder nach oben zu treiben. Die aktuellen Steam-Reviews waren auf 50 Prozent negativ gesunken – ein Signal, das Entwickler meist dazu bewegt, ihren Fokus zu schärfen.
Frozen Trail wird zudem als Moment positioniert, in dem Embark nach einer Reihe kleinerer saisonaler Anpassungen größere strukturelle Änderungen liefern kann. Expeditions werden dabei keine Rolle spielen, aber wie das Update ankommt, wird wahrscheinlich die Diskussion darüber prägen, was als Nächstes für das Spiel ansteht.
Falls du dich mit der aktuellen Expedition-Struktur vertraut machen willst, bevor sich etwas ändert, schlüsselt der ARC Raiders Expedition-Anforderungen-Guide jede Stufe im Detail auf. Und falls du während der Wartezeit auf Neuigkeiten Zeit im Spiel verbringst, deckt der ARC Raiders Crafting- und Looting-Guide Werkbänke, Materialien und Upgrade-Pfade ab, die man kennen sollte. Echte Klarheit darüber, was Expeditions ersetzen könnte, ist vor dem neuen Jahr unwahrscheinlich.








