Blizzard hat die bisher klarste Erklärung dafür geliefert, warum Diablo V ein vollwertiger Nachfolger und kein weiteres Kapitel ist, das an Diablo IV angehängt wird – und es liegt daran, dass ein bestimmter Charakter endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
Die Frage, die den Grundstein für ein neues Spiel legte
Auf der BlizzCon gingen Lead Seasons Designer Owen Leach und Design Director of Live Services Dan Tanguay von Blizzard direkt auf die offensichtliche Frage ein: Warum bekommt Diablo ein komplett neues Spiel, obwohl Mephisto in Lord of Hatred einen eigenen Erweiterungs-Arc erhalten hat?
Ihre Antwort war direkt. Das Team setzte sich zusammen und stellte sich die Frage, ob das nächste Story-Kapitel von Diablo besser als Drei-Erweiterungs-Arc für Diablo IV erzählt werden sollte oder als ein komplett neues Spiel, das um ihn herum aufgebaut ist. Diese Diskussion brachte Diablo V ins Rollen.
"Diablo IV erzählte die Geschichte von Hass, Mephisto und Lilith von Anfang bis Ende", erklärten die Entwickler, "und wir wollten Diablo einfach seine Zeit im Rampenlicht geben und ihm ein ganz eigenes Spiel ermöglichen. Das hat zu Diablo V geführt."
Die Sache ist die: Diese Einordnung ergibt absolut Sinn. Die gesamte narrative Identität von Diablo IV war auf Lilith und Mephisto zugeschnitten. Den namensgebenden Bösewicht des Franchise in dieselbe Struktur als Erweiterung zu quetschen, hätte sich wie ein nachträglicher Einfall angefühlt. Ein neues Spiel bedeutet eine neue Leinwand.
Was Diablo V narrativ eigentlich repräsentiert
Diablo V spielt in einer Version von Sanktuario, die von Diablo selbst vernichtet wurde, was es zu einer direkten narrativen Konsequenz all dessen macht, worauf die Spieler über die Seasons von Diablo IV hingearbeitet haben. Die Einsätze sind deutlich höher als alles, was ein Erweiterungs-DLC bequem abdecken könnte.
Blizzard bestätigte, dass das Spiel derzeit auf ein Release-Fenster im Jahr 2029 abzielt. Ob die laufenden Seasonal-Inhalte von Diablo IV die Story-Lücke zwischen den beiden Spielen direkt schließen werden, wird intern noch geklärt. Die Entwickler beschrieben es als "etwas, das wir aktiv diskutieren", erkannten aber die Erwartung der Community an, dass sich die beiden Spiele miteinander verbunden anfühlen.
Diablo IV wird nicht eingestellt
Die Ankündigung löste sofortige Besorgnis bei Spielern aus, die viel Zeit in Diablo IV als Live-Service-Spiel investiert haben. Blizzard ging auf der BlizzCon direkt darauf ein und erklärte, dass das Studio "plant, Diablo 4 bis zur Veröffentlichung von Diablo V und darüber hinaus zu unterstützen."
Zu den kommenden Inhalten für Diablo IV gehört die Amazonen-Klasse, die über ein neues "Class Pack"-Format statt einer vollwertigen Erweiterung geliefert wird, sowie mehrere Seasons, die auf einen Release für Nintendo Switch 2 hinarbeiten. Das Team merkte zudem an, dass sie noch herausfinden, wie die "endgültige Form" von Diablo IV aussieht, wenn die Seasonal-Inhalte irgendwann enden.
Season 15 bereitet die Bühne
Diablo IV Season 15, mit dem Titel Season of Hell's Legacy, ist der erste echte Vorgeschmack darauf, wohin sich das Franchise bewegt. Diablo selbst erscheint als Bossfight in Aidens Albtraum, der nahezu das gesamte ursprüngliche Diablo 1 mit seinen Kathedralen-, Katakomben-, Höhlen- und Höllenabschnitten rekonstruiert. Die Großen Übel (Diablo, Baal und Mephisto) spielen alle eine Rolle in den Seasonal-Inhalten und geben den Spielern einen Vorgeschmack auf das Bedrohungslevel, das Diablo V vermutlich noch weiter steigern wird.
Blizzard war offen damit, dass Season 15 teilweise eine Feier zum 30-jährigen Jubiläum des Franchise ist, aber die Diablo-Storyline, die sich durchzieht, erfüllt eindeutig auch die Funktion als Vorbereitung für das Sequel.
Was die meisten Spieler bei all dem Nostalgie-Content übersehen, ist, dass Blizzard im Stillen Diablo als die dominante Kraft in der Zukunft des Franchise etabliert – Season für Season.
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