Leslie Benzies, der Entwickler hinter einigen der erfolgreichsten Grand Theft Auto-Titel, verließ Rockstar Games im Jahr 2016 nach einem Rechtsstreit um Tantiemen. Im selben Jahr gründete er Build a Rocket Boy (Barb) und richtete den Hauptsitz in Edinburgh sowie weitere Studios in Budapest und Montpellier ein. Bis Ende 2024 beschäftigte das Unternehmen 448 Mitarbeiter und hatte über £233 Millionen an Finanzmitteln eingesammelt. Doch ein fertiges Spiel war bis dahin noch nicht erschienen. Zwischen 2020 und 2024 überstiegen die Verluste £200 Millionen.
Die Entwicklung von MindsEye
Barbs erstes Projekt, Everywhere, war ein ambitioniertes Multiplayer-RPG, das in einer futuristischen Stadt spielt. Mitarbeiter beschrieben es als ziellos, da Benzies ständig Änderungen an Features forderte. Schließlich wurde MindsEye zum Hauptfokus des Studios; es begann als Modus innerhalb von Everywhere, bevor es zu einem eigenständigen Spiel ausgekoppelt wurde. Ehemalige Entwickler beschrieben den Prozess als chaotisch, mit ständig wechselnden Prioritäten und ohne stabiles Fundament, auf dem man hätte aufbauen können.

Build a Rocket Boy Faces Fallout
Führung und interne Herausforderungen
Das Management bei Barb traf wichtige Entscheidungen, ohne das Entwicklerteam zu konsultieren. In einem offenen Brief, der von 93 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern unterzeichnet wurde, hieß es, die Führung habe sich „wiederholt geweigert, auf das erfahrene Personal zu hören“. Die Entwickler hatten zudem mit „Leslie tickets“ zu kämpfen – Aufgaben, die persönlich von Benzies zugewiesen wurden und Vorrang vor allem anderen hatten. Diese reichten von kleineren visuellen Anpassungen bis hin zu kompletten Missions-Overhauls. Das System störte die Workflows und ließ den Teams kaum Kontrolle über ihre eigene Arbeit.
Crunch und Mitarbeitermoral
In den Monaten vor dem Release von MindsEye im Juni 2025 trat Barb in eine Phase des obligatorischen Crunch ein. Die Mitarbeiter arbeiteten wöchentlich acht zusätzliche unbezahlte Stunden. Ehemalige Angestellte berichteten von wachsendem Stress, da sich Bugs anhäuften und bereits behobene Probleme in späteren Builds wieder auftauchten. Die Moral brach zusammen. Einige Entwickler beschrieben die finale Phase als einen Grind, der von Erschöpfung und Frustration geprägt war, während das Team unter untragbarem Druck versuchte, Deadlines einzuhalten.

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Launch und unmittelbare Kritik
MindsEye erschien am 10. Juni 2025. Das Studio feierte intern, doch Spieler und Kritiker wiesen sofort auf Performance-Probleme, Bugs und Grafikfehler hin. Twitch-Streams zeigten fehlerhafte KI und Charaktermodelle, die durch Umgebungen clippten. Barb veröffentlichte schnell Hotfixes, doch der Schaden war bereits angerichtet. Einige Mitarbeiter gaben zu, dass sie die negative Resonanz bereits vor dem Launch kommen sahen.
Entlassungen und Auswirkungen auf die Branche
Wochen nach dem Launch kündigte Barb Entlassungen an, die 250 bis 300 Mitarbeiter betrafen, die meisten davon in Edinburgh. Die Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain (IWGB) kritisierte den Prozess und kündigte rechtliche Schritte an. Ehemalige Mitarbeiter sorgten sich um ihre Jobaussichten in einer Branche, die in den letzten Jahren bereits weitreichende Kürzungen erlebt hat.
Barbs offizielle Stellungnahme
Barb reagierte darauf, indem das Unternehmen anerkannte, dass die Mitarbeiter „Leidenschaft, Kreativität und harte Arbeit“ eingebracht hätten, und erklärte, man sei „zutiefst betrübt“ über die Entlassungen. Das Studio räumte ein, dass MindsEye die Erwartungen zum Launch nicht erfüllt habe, und betonte, dass die Führung die volle Verantwortung übernehme. Man verpflichtete sich dazu, Updates und neue Inhalte zu veröffentlichen, um das Spiel zu verbessern.

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Ausblick für MindsEye
Trotz des problematischen Launchs und der internen Dysfunktion erkennen ehemalige Mitarbeiter das Talent bei Barb an. Viele Entwickler waren hochqualifiziert, doch Management- und Strukturprobleme untergruben ihre Arbeit. Die Situation verdeutlicht, wie ambitionierte Projekte unter schlechter Führung, instabilen Workflows und dem Druck der Branche zusammenbrechen können, wenn Studios Trends hinterherjagen, anstatt solide Grundlagen zu schaffen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wer ist Leslie Benzies? Leslie Benzies ist ein ehemaliger Senior Producer bei Rockstar Games, bekannt für seine Arbeit an der Grand Theft Auto-Reihe. Er gründete Build a Rocket Boy im Jahr 2016, nachdem er Rockstar verlassen hatte.
Was ist MindsEye? MindsEye ist ein Sci-Fi-Adventure, das von Build a Rocket Boy entwickelt wurde. Es erschien im Juni 2025, wurde jedoch sofort für Bugs, Performance-Probleme und instabiles Gameplay kritisiert.
Warum ist MindsEye gescheitert? Ehemalige Mitarbeiter verweisen auf unklare Zielvorgaben, ständige Last-Minute-Änderungen an Features, exzessiven Crunch und Management-Praktiken wie „Leslie tickets“, die die Entwicklung störten.
Wie viele Mitarbeiter waren von den Entlassungen bei Build a Rocket Boy betroffen? Zwischen 250 und 300 Mitarbeiter, die hauptsächlich in Edinburgh ansässig waren, verloren nach dem Launch von MindsEye ihre Jobs.
Aktualisiert Build a Rocket Boy MindsEye weiterhin? Ja. Barb hat Updates veröffentlicht, um Probleme zu beheben, und arbeitet nach eigenen Angaben an Verbesserungen sowie neuen Inhalten.
Welche Auswirkungen wird dies auf die schottische Spieleentwicklungs-Szene haben? Ehemalige Mitarbeiter befürchten, dass der Zusammenbruch von Barb der schottischen Gaming-Industrie schaden könnte, angesichts der Größe des Studios und der Investitionssummen, die es angezogen hat.







