Eine 22 Jahre alte Handheld-Konsole mit einem 480 x 272 Display und einem Bruchteil der Rechenleistung moderner Hardware. Genau darauf hat der Entwickler Yifeng Wang einen Counter-Strike-Klon zum Laufen gebracht – und irgendwie läuft er mit stabilen 60 FPS.
Wang veröffentlichte am 10. Juli 2026 Aufnahmen auf X, die das Projekt in Aktion zeigen, zusammen mit einem Laptop, auf dem der aktive Entwicklungscode zu sehen ist. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Der Beitrag verbreitete sich rasend schnell in Gaming-Communities, wobei Spieler mehrfach prüften, ob das, was sie da sahen, tatsächlich echt war.
Was Wang hier tatsächlich gebaut hat
Dies war kein schnelles Wochenend-Portierungsprojekt. Wang hat das gesamte technische Fundament von Grund auf neu konstruiert. Das Projekt mit dem Namen OpenStrike läuft auf einer von ihm entwickelten, Rust-basierten 3D-Engine namens Pocket3D, gekoppelt mit einer JavaScript-Engine namens PocketJS. Das Ergebnis ist ein FPS im Counter-Strike-Stil, der mit einem RAM-Footprint von 12 MB auf Hardware läuft, die 2004 auf den Markt kam.
Alle acht originalen Maps von Counter-Strike wurden getestet und funktionieren einwandfrei. Der aktuelle Build unterstützt Eliminierungs-Matches gegen Bots. Die Kaufphase ist noch nicht implementiert, man sollte also nicht erwarten, vor den Runden eine AWP kaufen zu können, aber der Core-Loop – das Bewegen durch die vertraute Geometrie und das Ausschalten von Gegnern – ist vorhanden.
Das originale Display der PSP bietet eine Auflösung von 480 x 272 auf einem 4,3-Zoll-Bildschirm. OpenStrike zielt exakt auf diese native Auflösung ab, was ein Grund dafür ist, warum die Performance so stabil bleibt.
Die technischen Entscheidungen, die dies ermöglichen
Die Sache ist die: Um 60 FPS auf so alter Hardware zu erreichen, muss man sehr bewusste Kompromisse eingehen, und Wang hat hier kluge Entscheidungen getroffen.
Nicht sichtbare Bereiche der Map werden mittels Binary Space Partitioning ausgeblendet – eine Technik, die älter ist als die meisten modernen Rendering-Pipelines, aber perfekt zu Hardware mit begrenzten Ressourcen passt. Anstatt die Beleuchtung in Echtzeit oder auch nur zur Ladezeit zu berechnen, werden grafische Assets vorverarbeitet, wobei Lightmaps direkt in die Vertex-Farben gebacken wurden. Die Maps sehen zwar nicht aus, als kämen sie direkt aus einer modernen Engine, aber sie sind wiedererkennbar und laufen flüssig.
Das Projekt läuft auch auf der PS Vita, Sonys Handheld aus dem Jahr 2011, mit nativer Grafikunterstützung. Das Display der Vita bietet 5 Zoll bei einer Auflösung von 960 x 544, was OpenStrike visuell etwas mehr Spielraum gibt.
Warum die Modding-Community aufmerksam wird
Projekte wie OpenStrike sind für die Modding-Szene aus einem bestimmten Grund wichtig: Sie beweisen, dass zweckgebundene Engines, die auf Hardwarebeschränkungen ausgelegt sind, Dinge leisten können, die einfache Portierungen niemals könnten. Wang hat nicht versucht, einen existierenden Counter-Strike-Build auf die PSP zu quetschen. Er hat eine Clean-Room-Implementierung, eine eigene Engine, eine eigene Scripting-Ebene und einen Proof of Concept erstellt, von dem andere Entwickler nun lernen und darauf aufbauen können.
Das GitHub-Repository ist öffentlich, und die offene JavaScript-Mod-API bedeutet, dass andere Mitwirkende das Projekt erweitern können. Was die meisten Spieler übersehen, wenn sie solche Aufnahmen sehen, ist, dass das Beeindruckende nicht nur ist, dass es läuft. Es ist die Architektur, die darauf ausgelegt ist, erweitert zu werden.
Für ein Spiel, das den kompetitiven PC-FPS-Bereich seit über zwei Jahrzehnten definiert, ist es ein Beweis dafür, wie sehr der Reiz von Counter-Strike strukturell bedingt ist, wenn man sieht, wie es an solch eingeschränkte Hardware angepasst wird. Die Maps, das Movement, die Spannung einer Runde. Nichts davon erfordert eine moderne GPU.
Wenn du tiefer in das Spiel selbst eintauchen möchtest, decken die Counter-Strike Strategie-Guides bei GAMES.GG die Mechaniken ab, die das Spiel über jede Hardware-Generation hinweg relevant gehalten haben – anscheinend auch diese.
Behalte Wangs GitHub für Updates zu OpenStrike im Auge. Da Bot-Matches bereits funktionieren und alle acht originalen Maps bestätigt sind, ist der nächste logische Schritt der Waffen-Kauf, was das Spielgefühl deutlich näher an das Original bringen würde. Für mehr Informationen zu Spielen, die unerwartete Hardware an ihre Grenzen bringen, durchstöbere den Gaming-Guides-Hub für die neuesten Berichte.







