Der Roman, der eines der meistdiskutierten RPGs der Gaming-Welt maßgeblich geprägt hat, überwindet endlich die Sprachbarriere. Horde of the Counterwind des französischen Autors Alain Damasio, das aufgrund der Komplexität seiner Prosa lange Zeit als unübersetzbar galt, wurde von Übersetzer Alexander Dickow ins Englische übertragen und erscheint am 13. Oktober.
Für Fans von Clair Obscur: Expedition 33 sind das wirklich spannende Neuigkeiten. Das Debüt von Sandfall Interactive schöpfte aus einem breiten Pool an Einflüssen, darunter Trauer, Verlust, JRPGs und Sekiro: Shadows Die Twice, doch Damasios Roman bildet den Kern der DNA des Spiels stärker ab als die meisten anderen. Die Parallelen sind kaum zu übersehen, wenn man weiß, wo man suchen muss.
Warum dieses Buch und dieses Spiel dieselbe Seele teilen
Horde of the Counterwind wurde erstmals 2004 veröffentlicht und folgt einer Gruppe von Expeditionsteilnehmern, die zum Ursprung eines mächtigen, mysteriösen Windes aufsteigen, der ihre Heimat seit Langem heimsucht. Der Clou: In den 800 Jahren vor Beginn der Geschichte haben bereits 33 Horden dieselbe Reise versucht und sind gescheitert. Kommt dir das bekannt vor?
Das Setting lässt sich fast direkt auf die Prämisse von Expedition 33 übertragen: ein zum Scheitern verurteilter Marsch gegen eine überwältigende Macht, bei dem bereits frühere Generationen von Reisenden verschlungen wurden. Die thematische Überschneidung geht über die oberflächliche Struktur hinaus. Beide Werke beschäftigen sich intensiv mit kollektiver Aufopferung, der Last des ererbten Scheiterns und der Frage, was es bedeutet, trotzdem weiterzumachen.
Damasios Roman ist in Frankreich seit über zwei Jahrzehnten ein Kultklassiker, doch die Komplexität seiner Prosa, die auf erfundenen Sprachen, dichtem Wortspiel und stilistischen Experimenten aufbaut, machte ihn zu einem notorisch schwierigen Ziel für Übersetzungen. Dass es so lange gedauert hat, bis er englischsprachige Leser erreicht, liegt weniger an einem Versäumnis der Verlage als vielmehr daran, wie unglaublich schwierig diese Aufgabe war.
Was Leser erwartet
Abgesehen von der Verbindung zu Expedition 33 ist der Roman ein eigenständiges, ernsthaftes Werk der spekulativen Fiktion. Leser, die die Tiefe des Worldbuildings von Brandon Sandersons Stormlight Archive oder den sprachlichen Reichtum von Patrick Rothfuss' Name of the Wind genossen haben, werden hier vertraute Freuden finden, auch wenn Damasios Ansatz in seinem philosophischen Anspruch deutlich französisch geprägt ist.
Das Worldbuilding bewegt sich Berichten zufolge auf einem Level, auf dem der Wind selbst als eine Art Antagonist mit eigener innerer Logik fungiert, und die soziale Struktur der Horde verschiebt und spaltet sich, je härter der Aufstieg wird. Was die meisten Spieler übersehen, wenn sie über die Story von Expedition 33 sprechen, ist, wie viel von ihrer emotionalen Architektur aus genau dieser Idee stammt: eine Gemeinschaft, die sich einzig und allein durch den Akt definiert, sich auf etwas zuzubewegen, das sie wahrscheinlich vernichten wird.
Ein guter Moment, um tiefer in das Spiel einzutauchen
Für alle, die Expedition 33 durchgespielt haben und noch nicht alles erkundet haben, was es zu bieten hat, ist die Ankündigung von Horde of the Counterwind ein guter Anlass, genau das zu tun. Der Einsteiger-Guide zum Spiel deckt Kampf, Erkundung und Character-Builds ab, falls du einen zweiten Run gezielter angehen möchtest, und die vollständige Clair Obscur: Expedition 33 Guide-Sammlung bietet alles Weitere, was du benötigen könntest.
Das Buch erscheint am 13. Oktober. Wenn dich das Spiel so gepackt hat wie die meisten anderen, die es gespielt haben, ist dieses Werk deine Zeit wert.








