Shuhei Yoshida, ehemaliger Präsident von Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, hat sich zu Sonys Plan geäußert, die Produktion physischer Discs für neue Spiele ab 2028 einzustellen – und seine Einschätzung ist wahrscheinlich nicht das, was sich die Verfechter physischer Datenträger erhofft hatten.
Yoshida, der Sony Anfang letzten Jahres verlassen hat und daher nicht in die Entscheidung involviert war, gibt zu, dass er keine Vorkenntnisse über diesen Plan hatte. „Ich wusste nicht, dass sie das planen“, sagte er in einem kürzlich geführten Interview. Doch anstatt sich gegen diesen Schritt zu stellen, tat er ihn weitgehend ab und positionierte sich als persönliches Beispiel dafür, warum Digitales in Ordnung ist: „Ich bin ein reiner Digital-Consumer. Ich möchte keine Discs verwalten oder wechseln müssen. Ich will alle meine Spiele auf meinem Dashboard haben, wähle ein Spiel aus und spiele es einfach.“
Das Patch-Argument und wo es zu kurz greift
Die Sache ist die: Yoshidas Kernargument ist, dass physische Discs ohnehin schon eine teilweise Fiktion sind. „Selbst bei Spielen auf Disc laden Entwickler in den meisten Fällen ohnehin ständig Spieldaten nach und aktualisieren sie“, sagte er. „Jeder, der sich für eine physische Version entscheidet, muss trotzdem neue Patches, DLCs oder Updates herunterladen. Daher verstehe ich nicht, ob das Fehlen einer Disc so ein großes Problem ist.“
Die Logik hat einen oberflächlichen Reiz, besonders für jeden, der schon einmal eine Disc eingelegt hat, nur um dann einen mehrere Gigabyte großen Day-One-Patch abzuwarten, bevor er das Spiel überhaupt starten konnte. Moderne Releases großer Studios erscheinen oft mit zwingenden Updates, die das übersteigen, was auf der Disc selbst enthalten ist, und Spiele, die 2026 erscheinen, können leicht 50GB oder mehr an zusätzlichen Daten über die physische Installation hinaus erfordern.
Doch die Daten zeichnen ein komplizierteres Bild. Die Preservation-Community von DoesItPlay, die physische Spiele auf Offline-Spielbarkeit testet, hat über 3.500 physische Releases überprüft. Ihre Ergebnisse: 73% dieser Spiele benötigen keinen zusätzlichen Download, um zu funktionieren. Nur etwa 10% fallen in die schwerwiegendste Kategorie, bei der essenzielle Inhalte komplett auf der Disc fehlen oder Bugs das Spiel ohne Patch unspielbar machen. Das ist ein nennenswerter Teil der Spiele, aber bei weitem nicht die Mehrheit, und es widerspricht direkt der Vorstellung, dass physische Medien bereits funktional mit digitalen gleichwertig seien.
Was Yoshida tatsächlich richtig eingeschätzt hat
Man muss ihm zugutehalten, dass Yoshida nicht alle Bedenken abgetan hat. Er erkannte an, dass Sammler hier etwas Reales verlieren, und brachte die Idee ins Spiel, dass Publisher weiterhin Collector's Editions im „Code-in-a-Box“-Format anbieten könnten, wobei er auf den Ansatz bei bestimmten hochkarätigen Releases als mögliches Vorbild verwies. Er erkannte auch die Auswirkungen auf den Gebrauchtmarkt direkt an: „Für Leute, die Spiele kaufen oder verkaufen wollen, könnte das Fehlen von Discs zu einem Problem werden.“
Hinsichtlich der Preisbedenken schlug er vor, dass digitale Sales die Lücke für preisbewusste Spieler füllen würden, und argumentierte, dass Publisher und Plattformen weiterhin reduzierte Preise für diejenigen anbieten würden, die zum Launch nicht den vollen Preis zahlen können. Das ist eine vernünftige Wette, wenn man bedenkt, wie aggressiv digitale Storefronts in den letzten Jahren Sales durchgeführt haben, auch wenn dies die Tatsache umgeht, dass ein gebrauchtes physisches Exemplar oft schneller und vorhersehbarer günstiger wird als ein digitaler Sale.
Sony bleibt hart, und der Backlash ebbt nicht ab
Sonys CFO Lin Tao hat bereits erklärt, dass das Unternehmen „keine negativen Auswirkungen auf unser Geschäft“ sehe, obwohl er die starke öffentliche Reaktion gegen die Entscheidung einräumte. Dieses unternehmerische Selbstvertrauen kam nicht gut an. Ein kürzlicher Phantom Blade Zero State of Play ließ die Kommentare offen und wurde mit „No Disc, No Buy“-Nachrichten überflutet – eine Stimmung, die sich seit der Ankündigung konsequent über PlayStations Social-Media-Kanäle und YouTube-Videos verbreitet hat.
Die Disc-Debatte hat auch über PlayStation hinaus Gewicht. Da sich Sony zu einer rein digitalen Zukunft bekennt, haben Beobachter angemerkt, dass dies stark beeinflussen könnte, wie Nintendo und Xbox in Zukunft mit physischen Medien umgehen, insbesondere wenn sich die Konsolengenerationen ablösen.
Für Spieler, die große kommende PS5-Releases planen und über Speicherplatz und Download-Logistik nachdenken, lohnt es sich, die Preload- und Dateigrößen-Details für Titel wie Saros mit unserem Saros File Size and Pre-load Date Guide oder das kommende Pragmata mit unserem Pragmata Game Size and Preload Date Guide zu prüfen, da das Speichermanagement immer relevanter wird, je mehr physische Optionen verschwinden. Für alles andere, das bald erscheint, deckt unser Gaming Guides Hub alles ab, was ihr zu Preloads, Dateigrößen und Launch-Vorbereitungen auf allen Plattformen wissen müsst.









