Der Voxel-Survival-Markt ist schnell überlaufen. Hytale hat nach Jahren der fast vollständigen Einstellung gerade erst wieder Fuß gefasst, und nun ist Enjoy Studios Everwind erschienen, um sich seinen eigenen Platz zu sichern – seit dem 17. März ist der Titel im Steam Early Access verfügbar. Das Konzept ist in jeder Hinsicht vertraut, bietet aber einen Twist, der das Spiel wirklich hervorhebt: Du baust und steuerst Luftschiffe.
Everwind wird von Bohemia Interactive (dem Studio hinter DayZ und der Arma-Reihe) veröffentlicht und ist ein Sandbox-Survival-RPG, das auf zerstörbaren Voxel-Blöcken basiert und in einer prozedural generierten Ozeanwelt voller Inseln spielt. Du sammelst Ressourcen, craftest, kämpfst und baust. Standardkost eben. Doch in dem Moment, in dem dein erstes Luftschiff abhebt, fühlt sich das Gameplay plötzlich ganz anders an.
Was Everwind ausmacht
Der Core-Loop wird jedem, der Zeit in Minecraft oder Hytale verbracht hat, sofort bekannt vorkommen. Du haust Bäume um, sammelst Schrott, füllst dein Inventar, versorgst Crafting-Stationen und arbeitest dich durch den Tech-Tree zu besserer Ausrüstung vor. Die Ästhetik lehnt sich an einen dezenten mittelalterlichen Fantasy-Vibe an, und die Welt selbst sieht dank solider Beleuchtung und einer großzügigen Verteilung von Umgebungsdetails wirklich gut aus: Wildschweine, umherziehende Vögel, Hummerkreaturen mit Fässern als Panzer und ja, Wasserschweine.
Was Everwind von der Masse abhebt, ist nicht nur die Optik. Die Welt ist um einen riesigen Ozean herum aufgebaut, der mit Inseln aller Formen und Größen übersät ist – einige bewaldet, andere industriell geprägt, manche schweben hoch am Himmel. Es weckt Erinnerungen an The Legend of Zelda: The Wind Waker, da die Erkundung als Reise über das offene Meer auf ferne Silhouetten hin ausgerichtet ist. Zu Beginn erfüllen diese Silhouetten ihren Zweck hervorragend: eine Masse aus rosa bemoostem Gestein mit verlassenen Industrietürmen, Steinhütten hinter sanften Hügeln, ein Leuchtturm auf einem weit entfernten Felsen.
Das Luftschiff selbst erfordert einiges an Arbeit, um es freizuschalten. Du musst Teile eines abgestürzten Schiffes mit deinem magischen Kompass scannen, um deren Blueprints zu erhalten, und dann Materialien sammeln, um ein Cockpit, einen Energiegenerator, einen Holzmotor und einen Ballon zu konstruieren. Diese minimale flugfähige Maschine gewinnt zwar keinen Schönheitspreis, bringt dich aber in die Luft.
Ecken, Kanten und echtes Potenzial
Early Access bedeutet Ecken und Kanten, und Everwind hat sie. Die Luftreise ist im aktuellen Zustand anfangs extrem langsam, und es dauert, bis sich Upgrades für den Kern deines Schiffes bei Geschwindigkeit und Flughöhe wirklich bemerkbar machen. Das Meer zwischen den Inseln ist derzeit weitgehend leer – eine flache, blaue Weite, die wenig Abwechslung für die Reise bietet. Die prozedural generierten Inseln sind zwar aus der Ferne optisch markant, bieten aber nicht immer genug Vielfalt oder Belohnung, um die lange Reisezeit zu rechtfertigen, sobald man ankommt.
Es gibt Kämpfe, die durchaus Ambitionen zeigen, mit ausdauerbasierten Mechaniken, die Ausweichen, Parieren und Blocken beinhalten, anstatt nur stumpfes Button-Mashing. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn das System noch nicht vollständig ausgereift ist. Koop-Modus und Luftkämpfe stehen bereits auf der Roadmap, und es ist noch mindestens ein weiteres Jahr Early-Access-Entwicklung geplant.

Crafting-Ketten treiben deinen Fortschritt voran
Das Grundgerüst stimmt
Trotz der Stolpersteine entsteht etwas wirklich Angenehmes, sobald man sich in den Rhythmus von Everwind eingelebt hat. Vom Deck des eigenen Luftschiffs aus von zombieverseuchten Walddörfern zu palmenbestandenen Sandinseln zu driften, hat einen unaufdringlichen Charme, den man nur schwer ignorieren kann. Die Crafting-Loops machen süchtig, die Weltgenerierung sorgt für wirklich interessante Landmarks, und die Perspektive aus der Vogelperspektive fühlt sich verdient an, sobald man sie erreicht hat.
Was die meisten Spieler bei Early-Access-Titeln übersehen, ist, dass die Frage nicht lautet, ob das Spiel fertig ist. Die Frage ist, ob das Fundament es wert ist, darauf aufzubauen. Bei Everwind sieht die Antwort danach aus. Allein das Luftschiff-Konzept verleiht dem Spiel eine Identität, die weder Minecraft noch Hytale für sich beanspruchen können, und die Unterstützung durch den Publisher Bohemia Interactive deutet darauf hin, dass dies kein Projekt ist, das einfach in der Versenkung verschwinden wird. Schau dir unbedingt mehr an:








