Das MMO-Genre hat sich fast ein Jahrzehnt lang geweigert, Risiken einzugehen. Dann kündigte ArenaNetGuild Wars 3 an, ein vollwertiges Sequel, das nicht nur auf Guild Wars 2 aufbaut, sondern aktiv versucht, das MMO-Konzept neu zu denken. Für ein Genre, das jahrelang dieselbe Hotbar-Combat-Loop recycelt hat, ist das eine beachtliche Wette.

GW3 Vaelwarden concept art

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Was ArenaNet tatsächlich bestätigt hat
Die erste Beta für Guild Wars 3 ist für Herbst 2027 geplant. Ein genaues Release-Fenster wurde noch nicht genannt, obwohl ArenaNet auf eine "18-monatige" Roadmap für Verbesserungen an Guild Wars 2 vor dem Launch von GW3 verwies, was das Ende dieses Zeitraums auf etwa Dezember 2027 legt. Das ist ein knapper Zeitabstand zwischen der ersten Beta und einem möglichen Launch, aber ArenaNet scheint keine Zeit zu verlieren.
Was die Plattformen betrifft, ist dies eine Premiere für die Serie. Guild Wars 3 wird sowohl für PC als auch für die PlayStation 5 erscheinen, was das Combat-Design direkt beeinflusst hat. ArenaNet entwickelt eine Steuerung, die nativ sowohl für Gamepad als auch für Maus und Tastatur funktioniert, und setzt dabei eher auf ein Action-RPG-Framework als auf die Tab-Targeting- oder Hybridsysteme, auf die die meisten MMORPG-Spiele immer noch setzen.
Zum Geschäftsmodell: kein Abo, kein Battle Pass. Studio-Chef Colin Johanson stellte klar, dass ArenaNet auf das Battle-Pass-Format verzichtet hat, "weil wir glauben, dass die Spieler davon auch die Nase voll haben." Die Guild-Wars-Serie war schon immer Buy-to-Play, und GW3 behält dies bei.
Das Movement-System ist die eigentliche Sensation
Hier ist der Punkt: Das interessanteste Detail, das ArenaNet geteilt hat, ist nicht das Setting oder die Plattformen. Es ist das Movement.
ArenaNet beschreibt ein "einzigartiges Movement-System, das den Schwung zwischen verschiedenen Fortbewegungsarten überträgt", einschließlich Gleiten, Reiten, Springen und Wandlaufen. Der Clou dabei ist, dass dieser Schwung nicht nur die Fortbewegung beeinflusst. Er fließt direkt in den Kampf ein, wobei das Spiel explizit angibt, dass Spieler "ihre Geschwindigkeit nutzen und sie im Kampf gegen ihre Gegner in höheren Schaden und stärkere Wirkung umwandeln können."
Guild Wars 2 hatte bereits eines der besseren Mount- und Movement-Systeme des Genres. GW3 scheint dieses Fundament zu nehmen und es mechanisch für den Kampf relevant zu machen, anstatt es nur als Komfortfunktion für die Fortbewegung zu nutzen. In Kombination mit dem Fokus auf "strategischen Skill-Einsatz, Positionierung und Movement" anstelle von Cooldown-Management klingt dies nach einer sinnvollen Abkehr vom Action-per-Minute-Spam, der den Großteil des heutigen MMO-Kampfes definiert.
ArenaNet hat noch keine spielbaren Klassen bestätigt. Die bisher geteilten Details zum Kampfsystem konzentrieren sich auf die Integration von Movement und Positionierung statt auf spezifische Klassenmechaniken.
Ein Prequel, das 1.200 Jahre vor dem Original spielt
Das Story-Setup ist eine echte Überraschung. Guild Wars 3 spielt in Orr, das als "eine riesige Wildnis, durchdrungen von der Magie der Welt" beschrieben wird, und findet 1.200 Jahre vor den Ereignissen des ersten Guild Wars statt. Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines Vaelwarden, eines Mitglieds einer Abenteurergilde, die damit beauftragt ist, Naturwesen namens Vael spirits zu beschützen, von denen jedes von einem persönlichen Geister-Mount namens Seeker begleitet wird.
Der Gilde-gegen-Gilde-Konflikt darüber, ob man die Vael spirits schützen oder ausbeuten soll, führt die Serie zu ihren buchstäblichen Wurzeln zurück: Gilden-Kriege. Es ist ein sauberer narrativer Aufhänger, der zudem den Lore-Ballast vermeidet, der nach der über zehnjährigen Storyline von Guild Wars 2 entstanden wäre.
Basierend auf der Concept Art sind drei spielbare Völker wahrscheinlich: Menschen, Asura (Rückkehrer aus GW2) und Kodan, das bärenartige Volk, das in GW2 zwar vorkam, aber nie spielbar war. ArenaNet hat das vollständige Völker-Roster noch nicht offiziell bestätigt.

Orr frontier setting in GW3
Was passiert mit Guild Wars 2
ArenaNet hat dies direkt nach der GW3-Ankündigung angesprochen, und die kurze Antwort lautet: Guild Wars 2 wird nicht verschwinden. Die Entwicklung von Erweiterungen pausiert, während sich das Team auf GW3 konzentriert, aber das Spiel erhält in der Zwischenzeit eine Reihe von Quality-of-Life-Updates und Inhalten.
Konkret hat ArenaNet bestätigt:
- Ein Hall of Monuments-System zur Protokollierung von GW2-Account-Erfolgen, die auf den GW3-Account übertragen werden
- Modernisierung älterer GW2-Inhalte, um sie auf aktuelle Design-Standards zu bringen
- Eine neue World versus World-Karte, die erste seit Jahren
- Eine neue erkundbare Zone in Orr, die als Brücke zwischen den Timelines beider Spiele dient
Nach dem Launch von GW3 wird Guild Wars 2 "wieder dazu übergehen, jährliche große Content-Updates zu veröffentlichen." Auch für Guild Wars 1 wurde bestätigt, dass es weiterhin Updates erhält. Die Botschaft von ArenaNet war konsistent: Dies ist eine Erweiterung, kein Ersatz.
Für Spieler, die bereits tief im Bereich der Gaming-Guides rund um MMOs stecken, ist die Cross-Account-Progression-Verknüpfung zwischen GW2 und GW3 durch das Hall of Monuments-System einen genaueren Blick wert, während vor dem Beta-Fenster im Herbst 2027 weitere Details bekannt werden.








