"Das Ziel dieses Servers ist es, ein Multiplayer-Pokémon-Spiel in Hytale zu erschaffen." Dieses Zitat stammt direkt vom Schöpfer von PokeWorlds Online, einem Fan-Projekt, das für Aufsehen sorgte, nachdem sein Demo-Video diese Woche auf X gelandet ist. Die Reaktion war unmittelbar. Sogar Hypixel-Gründer Simon Collins-Laflamme antwortete mit einem GIF purer Fassungslosigkeit.
Hytale ist ein First-Person-Sandbox-Spiel im Stile von Minecraft. Es ging am 13. Januar 2026 in den Early Access, nach einer wilden Entwicklungsreise, die den Kauf durch Riot Games im Jahr 2020, die komplette Einstellung im Juni 2025 und die anschließende Rettung beinhaltete, als der ursprüngliche Schöpfer die Rechte zurückkaufte und die Entwicklung wieder aufnahm. Das Spiel wurde mit Modding als Kernfunktion entwickelt und gibt Spielern In-Game-Tools an die Hand, um eigene Erlebnisse zu konstruieren und zu teilen. Was niemand so recht vorhergesehen hat, war, dass jemand diese Tools nutzen würde, um ein komplett eigenständiges Spiel zu bauen.
Wie PokeWorlds Online tatsächlich aussieht
Die Sache ist die: Das Demo-Material ist auf den ersten Blick nur schwer einzuordnen. Die Kampfsequenzen, die Begegnungen im hohen Gras, das UI der Lagerbox, die Stat-Seiten – alles wirkt wie Pokémon Feuerrot oder Blattgrün, das in einem Emulator läuft. Die Tatsache, dass die zugrunde liegende Engine eine First-Person-Minecraft-Sandbox ist, lässt das Ganze fast surreal wirken.
Die Demo zeigt, wie ein Spielercharakter in hohes Gras tritt, eine Zufallsbegegnung auslöst und in einen rundenbasierten Kampf eintritt, der die Pokémon-Formel der GBA-Ära fast exakt widerspiegelt. Die Bildschirme für die Lagerbox und das Ausrüsten von Items sind ebenfalls zu sehen, was darauf hindeutet, dass das Projekt weiter fortgeschritten ist als ein einfacher visueller Proof-of-Concept.
Der Schöpfer hinter dem Account @PokemonWorldOnlin auf X äußerte sich direkt zu den Ambitionen: "Es wird bekannte Regionen, mehr Pokémon und, was am wichtigsten ist, irgendwann benutzerdefinierte Regionen, Fakemon und vieles mehr bieten." Auf den letzten Teil sollte man achten. Benutzerdefinierte Regionen und originelle Kreaturen deuten darauf hin, dass dies als Plattform und nicht nur als Nachbau konzipiert ist.
Die ehrliche Einschätzung des Schöpfers zum Arbeitsaufwand
Man muss dem Schöpfer zugutehalten, dass er den Zeitplan nicht beschönigt hat. Der Beitrag auf X besagt explizit: "Dieses Projekt wird eine enorme Menge an Zeit erfordern. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich es fertigstellen kann, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit es kosten wird."
Die MMORPG-Ebene, also die eigentliche Multiplayer-Komponente, die dies von einem Singleplayer-Pokémon-Nachbau unterscheidet, war im Trailer nicht zu sehen und befindet sich laut Bestätigung noch in der Entwicklung. Was die Demo zeigt, reicht jedoch aus, um die Ambitionen deutlich zu machen.
Der Schöpfer brachte den Kernpunkt ebenfalls gut auf den Punkt: Das Ziel ist es zu demonstrieren, dass Hytale als vollwertige Game-Engine fungieren kann und nicht nur als Sandbox, um Strukturen auf einem bestehenden Framework zu errichten. "Ich kann es kaum erwarten, andere Spiele und Server entstehen zu sehen, 2D, 2D-isometrisch, 3D, mit eigenen Assets, Gameplay und Universen", schrieb er.
Die Nintendo-Frage, die niemand ignorieren kann
PokeWorlds Online ist beeindruckend. Es basiert jedoch vollständig auf Nintendo-IP, was ein offensichtliches Problem darstellt. Nintendo hat eine lange und gut dokumentierte Geschichte darin, gegen Fan-Projekte vorzugehen, die ihre Charaktere und Spieldesigns verwenden, oft durch Unterlassungserklärungen, die wenig Verhandlungsspielraum lassen.
Der Schöpfer hat dies bereits einkalkuliert: "Falls Nintendo einschreitet, was völlig normal und verständlich wäre, werde ich alle Assets entfernen, die sich auf das Pokémon-Franchise beziehen. Ich werde dann versuchen, sie durch eigene Assets und Fakemon zu ersetzen."
Dieser Notfallplan ist clever. Der Fakemon-Weg würde PokeWorlds Online technisch gesehen in ein originelles Spiel verwandeln, das von Pokémon inspiriert ist, anstatt ein direkter Nachbau zu sein, was die rechtliche Lage erheblich verändert. Ob das Projekt ohne die vertrauten Sprites, Kreaturen und Regionen seinen Reiz behält, ist eine andere Frage.
Der entscheidende Punkt ist, dass selbst wenn Nintendo einschreitet, das breitere Argument des Schöpfers über Hytale als Game-Engine Bestand hätte. Die Tech-Demo hat ihren Zweck bereits erfüllt.
Was das für die Modding-Szene von Hytale bedeutet
Dass PokeWorlds Online so früh im Lebenszyklus von Hytale erscheint, weniger als neun Monate nach dem Start des Early Access, ist ein Signal, das man im Auge behalten sollte. Die Modding-Tools sind eindeutig in der Lage, Projekte zu unterstützen, die weit über das standardmäßige First-Person-Sandbox-Format des Spiels hinausgehen.
Für Spieler, die sehen wollen, was die Community sonst noch baut, ist die Hytale Mods Tier List und Installationsanleitung ein solider Ausgangspunkt, um die derzeit ausgefeiltesten Arbeiten zu finden. Die Situation um PokeWorlds Online wird sich weiterentwickeln, während der Schöpfer weiterbaut und Nintendos Rechtsabteilung entweder darauf aufmerksam wird oder nicht. Behalten Sie den @PokemonWorldOnlin-Account auf X für Updates direkt von der Quelle im Auge.








