Ein 34-jähriger Mann aus Iowa namens Kyle Lee Owens bestand seinen Zertifizierungstest als Pokémon Professor, begann den Onboarding-Prozess und musste dann mitansehen, wie das gesamte Vorhaben während einer routinemäßigen Hintergrundüberprüfung scheiterte. Nun verklagt er sowohl Nintendo als auch The Pokemon Company auf $341,000.
Für Uneingeweihte: Pokémon Professoren sind nicht nur Charaktere in Pokémon FireRed and LeafGreen und anderen Spielen der Reihe. The Pokemon Company betreibt ein reales Zertifizierungsprogramm, das Personen darin schult, kompetitive Matches und organisierte Play-Events zu beaufsichtigen. Zertifizierte Professoren erhalten exklusive Merchandise-Artikel, Zugang zu speziellen Turnieren und die Möglichkeit, sanktionierte Events auszurichten, was mit echten kommerziellen Vorteilen verbunden ist.
Was die Hintergrundüberprüfung ergab
Owens bestand den anfänglichen Wissenstest laut Gerichtsunterlagen, die vom Iowa Capital Dispatch eingesehen wurden, problemlos. Die Probleme traten auf, als The Pokemon Company im Rahmen des Onboardings ihre Hintergrundüberprüfung durchführte. Diese Prüfung enthüllte ein geringfügiges Verbrechen (Felony) in Illinois, das mehr als zehn Jahre zurücklag, sowie einen offenen Haftbefehl in einem anderen Bundesstaat wegen Nichterscheinens vor Gericht bei Vergehen, darunter ordnungswidriges Verhalten durch Beteiligung an einer Schlägerei, Besitz oder Reparatur einer Angriffswaffe und Sachbeschädigung.
The Pokemon Company widerrief Owens' Bewerbung aufgrund dieser Ergebnisse.
Owens argumentiert, dass der Vorfall wegen des Nichterscheinens etwa ein Jahrzehnt zurückliege, er nie verurteilt worden sei und nichts davon Auswirkungen auf seine Fähigkeit habe, ein sauberes, faires Turnier zu leiten. Die Klage wirft The Pokemon Company zudem vor, ihm ein ordnungsgemäßes Berufungsverfahren verweigert zu haben, welches laut dem eigenen Regelwerk des Unternehmens zumindest für einige Disziplinarmaßnahmen existieren sollte.
Die $341,000-Frage
Die Schadenssumme ist nicht willkürlich. Owens' Klageschrift formuliert den Verlust in geschäftlichen Begriffen: entgangene Zertifizierung, entgangener Kundenverkehr, Verlust von Goodwill und entgangene kommerzielle Vorteile, einschließlich Produktverkäufen. Die Sache ist die: Das Ausrichten von sanktionierten Pokémon-Events kann für Spieleladenbesitzer und Turnierorganisatoren eine echte Einnahmequelle sein, daher ist das finanzielle Argument nicht völlig unlogisch, auch wenn die Klage insgesamt schwer durchzubringen sein dürfte.
Die Klage zielt auch auf ein breiteres strukturelles Argument ab und behauptet, dass The Pokemon Company ein Monopol auf das organisierte Spiel ihres eigenen Titels ausübt. Das ist ein kreativer juristischer Ansatz, obwohl Gerichte in der Vergangenheit skeptisch gegenüber kartellrechtlichen Argumenten waren, die im Wesentlichen darauf hinauslaufen, dass ein Unternehmen kontrolliert, wie sein eigenes IP in kompetitiven Umgebungen genutzt wird.
Der Verhaltenskodex von The Pokemon Company stellt Professoren auf einen höheren Standard als reguläre Spieler und besagt ausdrücklich, dass ein Ausschluss aus dem Programm ohne die Möglichkeit einer erneuten Bewerbung erfolgen kann.

Sanktioniertes Pokémon TCG Event
Wie das Pokémon Professor-Programm tatsächlich funktioniert
Um ein zertifizierter Professor zu werden, muss man durch die ständigen Erweiterungen der Kartensets auf dem Laufenden bleiben, einen formellen Test bestehen und einem detaillierten Verhaltenskodex zustimmen. Die Grundwerte, die The Pokemon Company für die Rolle auflistet, sind ziemlich standardmäßig: Ehrlichkeit, Verantwortung und Integrität. Dasselbe Regelwerk, auf das sich Owens teilweise zu seiner Verteidigung beruft, verbietet auch den nicht autorisierten Kauf oder Verkauf von lizenzierten Artikeln, was seinem Argument bezüglich der Produktverkäufe eine zusätzliche Komplexität verleiht.
Das Programm existiert, weil das organisierte Spiel auf lokaler Ebene von sachkundigen, vertrauenswürdigen Gastgebern abhängt. Aus der Sicht von The Pokemon Company ist eine Hintergrundüberprüfung ein vernünftiger Filter für jemanden, der Events leitet, an denen Kinder und Familien teilnehmen.
Der breitere Kontext
Klagen gegen Nintendo und The Pokemon Company sind kein Neuland, aber die meisten betreffen IP-Streitigkeiten oder Emulation. Ein Fall, der auf einer verweigerten ehrenamtlichen Zertifizierung basiert, ist wirklich ungewöhnlich. Was die meisten Spieler übersehen, ist, dass das Professor-Programm an der Schnittstelle von Fandom und Kleinunternehmen angesiedelt ist, und für manche Menschen ist der Verlust dieser Zertifizierung ein echter finanzieller Schlag, nicht nur ein angekratztes Ego.
Ob Owens einen tragfähigen Rechtsfall hat, ist eine andere Frage als die, ob sein Anliegen verständlich ist. Das Argument bezüglich des Berufungsverfahrens ist wahrscheinlich sein stärkster Punkt. Die kartellrechtliche Behauptung ist ein deutlich schwierigeres Unterfangen.
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