„Eine kurze und fokussierte Kampagne, die sich auf tiefgreifende Gameplay-Systeme konzentriert“ – so beschreibt Solo-Entwickler Benjamin RoseLizard State, sein neu angekündigtes Stealth-Spiel, das aussieht, als wäre es direkt aus einem PS2-Ära-Fiebertraum von Ubisoft entsprungen.
Die Sache ist die: Es ist fast 13 Jahre her, seit das letzte richtige Splinter Cell-Spiel erschienen ist. Das seit langem gemunkelte Remake befindet sich schon so lange in der Entwicklung, dass der ursprüngliche Director das Projekt verlassen, drei Jahre lang woanders gearbeitet und dann wieder zurückgekehrt ist. Für Fans von taktischem Stealth ist das eine lange Zeit, die man im Dunkeln verbringt.
Was Lizard State eigentlich ist
In Lizard State schlüpfst du in die Rolle eines Operatives im Stile von Sam Fisher, der den Auftrag hat, eine Geisel von einer Insel zu retten – das alles spielt sich innerhalb einer einzigen Nacht ab. Das Setup ist bewusst kompakt und fokussiert, was genau der richtige Instinkt für einen Solo-Entwickler ist, der in einem der anspruchsvollsten Genres der Gaming-Welt arbeitet.
Der visuelle Stil lehnt sich stark an die kantige Ästhetik der PS2-Ära an, komplett mit stimmungsvollen Stencil-Shadows, die sofort die Atmosphäre früher Splinter Cell-Titel heraufbeschwören. Schieße Glühbirnen aus, um die Dunkelheit zu kontrollieren. Würge Wachen bewusstlos. Schalte Ziele mit einer Pistole oder einem Sturmgewehr aus. Das klassische Toolkit ist komplett vorhanden.
Gefahr
Sämtliches im Reveal-Trailer gezeigtes Material stammt aus einem frühen Alpha-Build; das fertige Produkt wird also noch deutlich polierter aussehen und sich auch so anfühlen.
Die Ideen, die es abheben
Was Lizard State zu mehr als einer reinen Hommage macht, sind ein paar wirklich frische Mechaniken. Das Highlight sind die sogenannten „Mimic Cameras“ – Überwachungsgeräte, die völlig gewöhnlich aussehen, bis man sie von ihren Halterungen schießt. In diesem Moment lassen sie metallische Spinnenbeine ausfahren und beginnen, aktiv Jagd auf dich zu machen. Diese eine Idee verändert die Art und Weise, wie man jeden Raum angeht, grundlegend.
Es gibt im Reveal-Trailer auch ein zweites spinnenartiges Gadget zu sehen, das der Spieler direkt steuern kann und das in der Lage ist, Wachen mit einem elektrischen Impuls auszuschalten. Beide Ergänzungen deuten darauf hin, dass Rose sorgfältig darüber nachdenkt, wie er die Formel weiterentwickeln kann, anstatt sie nur zu kopieren.
Das Alpha-Material endet mit einem Moment, der viel bewirkt: Der Operative des Spielers sprengt einen Wandkanister, um eine Wache in Rauch zu hüllen, stürmt vor und führt einen kombinierten Judo-Wurf mit anschließendem Takedown per Gewehr aus. Es ist die Art von taktilem, befriedigendem Moment, der ein gutes Stealth-Spiel von einem großartigen unterscheidet.
Die Lücke, die Indie-Stealth füllt
Das Stealth-Genre hat im Indie-Bereich schon immer über seinem Gewichtsklasse geboxt. Lizard State erscheint zusammen mit einer kleinen Welle ähnlicher Projekte, die genau jene Taktilität der PS2-Ära verfolgen, die von großen Studios weitgehend aufgegeben wurde. Was die meisten Spieler unterschätzen, ist, wie technisch anspruchsvoll es ist, eine korrekte Stealth-KI und Umgebungsinteraktion zu entwickeln, besonders für einen einzelnen Entwickler.
Rose ist sich dieser Herausforderung eindeutig bewusst. Die Kampagne kurz und fokussiert zu halten, ist eine kluge Design-Entscheidung: So kann er sich darauf konzentrieren, dass sich jedes System richtig anfühlt, anstatt eine 20-stündige Laufzeit mit halbherzigen Mechaniken zu strecken.
Ein Veröffentlichungsdatum wurde noch nicht bekannt gegeben. Du kannst den Zugang zu einem kommenden Playtest direkt auf der Steam-Seite von Lizard State anfordern. Für weitere Berichterstattung über kommende Stealth- und Action-Titel kannst du die neuesten Gaming-News durchstöbern:




