Micron-CEO Sanjay Mehrotra hat Investoren mitgeteilt, dass sich die weltweite RAM-Knappheit, die die Preise für Gaming-Hardware in die Stratosphäre treibt, frühestens 2028 spürbar entspannen wird. Das ist das ernüchternde Fazit aus dem Q3-Ergebnisbericht des Unternehmens, und der Zeitpunkt könnte für Gamer, die bereits mit ansehen müssen, wie die Preise für Konsolen und PCs in die Höhe schnellen, kaum schlechter sein.

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Die Preiserhöhungen, die bereits Ihren Geldbeutel belasten
Die Zahlen sind drastisch. Die Nintendo Switch 2 wurde dieses Jahr um $50 teurer. Die PS5 Pro liegt jetzt bei $900. Valve setzte den Einstiegspreis für die Steam Machine auf $1,049 fest – ein Betrag, von dem die eigenen Ingenieure des Unternehmens zugeben, dass er ohne den RAM-Engpass etwa $300 niedriger hätte ausfallen können. Und erst diese Woche hat Microsoft die Preise für Xbox-Konsolen je nach Modell um $100 bis $150 erhöht.
Das Problem dabei: Dies sind keine isolierten Entscheidungen von Unternehmen, die ihre Margen aufbessern wollen. Jeder dieser Hersteller leidet unter demselben vorgelagerten Problem. RAM-Anbieter haben derzeit eine Preismacht, die sie seit Jahren nicht mehr hatten, und sie nutzen sie aus. Valve hat sich dazu ungewöhnlich offen geäußert; Ingenieure merkten an, dass RAM-Hersteller im Grunde klargestellt haben, dass ein Widerstand gegen die Preisgestaltung den Verlust des gesamten Lieferzugangs bedeutet.
Sich einen eigenen PC zusammenzustellen, ist ebenfalls nicht mehr der Ausweg, der es einmal war. Die RAM-Preise für DIY-Builds sind dem gleichen Trend gefolgt, wodurch der Rat „bau ihn dir einfach selbst“ zunehmend hohl klingt.
Was der CEO von Micron tatsächlich gesagt hat
„Wir erwarten, dass die angespannte Lage aufgrund der KI-getriebenen Nachfrage in allen Segmenten in Verbindung mit strukturellen Lieferengpässen über das Kalenderjahr 2027 hinaus anhalten wird“, sagte Mehrotra im Ergebnisbericht. Er ließ eine noch weniger ermutigende Aussage folgen: „Auch wenn wir davon ausgehen, dass sich das Angebot der Branche 2028 allmählich verbessern wird, haben wir derzeit keinen Ausblick darauf, wann das Speicherangebot mit der steigenden Nachfrage Schritt halten kann.“
Dieser Ausdruck „kein Ausblick“ (no line of sight) wiegt in diesem Satz schwer. Das ist kein Unternehmen, das still und leise auf eine Erholung im Jahr 2028 hofft. Es ist ein Unternehmen, das sagt, dass die Nachfragekurve, die durch den Ausbau von KI-Rechenzentren befeuert wird und Speicher in einem noch nie dagewesenen Tempo verschlingt, jede realistische Reaktion des Angebots überholt hat.
Das strukturelle Problem besteht darin, dass der Bau von Speicher-Fabs Jahre dauert und Milliarden von Dollar kostet. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen und mehr DRAM produzieren. Micron kontrolliert zusammen mit Samsung und SK Hynix den überwiegenden Teil der weltweiten DRAM-Produktion, und alle drei priorisieren High-Bandwidth Memory für KI-Anwendungen gegenüber dem Consumer-RAM, der in Gaming-Konsolen und PCs verbaut wird.
Was das für PS6, Xbox Project Helix und Next-Gen-Pläne bedeutet
Die nachgelagerten Konsequenzen für Next-Gen-Konsolen machen die Situation für Gamer besonders unangenehm. Analysten haben bereits Prognosen in den Raum gestellt, dass die PS6 und Xbox Project Helix mit Preisen auf den Markt kommen könnten, die 50% über denen der PS5 und Xbox Series X zum Verkaufsstart liegen. Eine Basis-Konsole für $999 gilt nicht mehr als abwegiges Szenario.
Xbox-Hardware-Chefin Asha Sharma hat direkt eingeräumt, dass sich die Speicherkosten sowohl auf die Preisgestaltung als auch auf die Verfügbarkeit von Project Helix auswirken werden. Das ist ein Hersteller, der Ihnen im Voraus mitteilt, dass die nächste Konsole mehr kosten wird und möglicherweise schwer zu finden sein wird, noch bevor sie überhaupt richtig angekündigt wurde.
Sowohl Microsoft als auch Sony stehen vor einer echten strategischen Frage: Next-Gen-Hardware in einen RAM-begrenzten Markt bringen und den PR-Schaden von $999+-Konsolen in Kauf nehmen oder warten, bis sich die Versorgungslage verbessert. Berichten zufolge erwägt Sony aus genau diesem Grund bereits eine Verschiebung der PS6 auf 2028 oder 2029. Sollte das passieren, muss die aktuelle Hardware-Generation, die ohnehin schon teurer wird, die Last länger tragen als geplant.
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Das unangenehme Warten
Mehrotras Zeitplan für 2028 geht davon aus, dass sich die KI-Nachfrage nicht weiter beschleunigt – eine großzügige Annahme, wenn man bedenkt, wohin die Investitionen in diesem Bereich derzeit fließen. Die pessimistischere Interpretation seiner Kommentare ist, dass 2028 ein Best-Case-Szenario ist, keine Garantie.
Für Gamer ist die praktische Realität folgende: Die Ära der erschwinglichen Hardware-Upgrades pausiert. Die Konsolen und PCs, die derzeit erhältlich sind, werden das sein, womit die meisten Spieler in absehbarer Zukunft arbeiten müssen, und die Preise für diese Produkte bewegen sich nur in eine Richtung. Wenn Sie auf ein besseres Angebot für aktuelle Hardware warten, sollten Sie die Preisentwicklung genau beobachten, anstatt davon auszugehen, dass bald eine Korrektur eintritt.
Next-Gen-Konsolen-Ankündigungen und jegliche Veränderungen bei Microns Lieferprognose sollten in den nächsten 18 Monaten genau verfolgt werden. Behalten Sie unsere Gaming-Guides für Performance-Tipps und Hardware-Optimierungsratschläge im Auge, während sich der breitere Markt sortiert.








