Falls du in letzter Zeit mit einem neuen PC-Build oder einem günstigen Laptop geliebäugelt hast und dir aufgefallen ist, dass die Preise höher ausfallen als erwartet, gibt es dafür einen konkreten Grund. Die Speicherpreise sind stark gestiegen, und laut einer neuen Untersuchung von Counterpoint Research steht der gesamte PC-Markt kurz vor einem massiven Dominoeffekt.
Counterpoint prognostiziert, dass die weltweiten PC-Auslieferungen im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 um 5% zurückgehen werden, von rund 275 Millionen Einheiten auf etwa 262 Millionen. Die Hauptursache ist simpel: Anhaltende Anstiege bei den Speicherpreisen zwingen PC-Hersteller dazu, die Endverbraucherpreise zu erhöhen, was die Nachfrage auf breiter Front abkühlt.

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Wie der Speicher-Engpass das Kaufverhalten verändert
Das Ding bei den Preisspitzen für Speicher ist: Sie treffen nicht alle Marktsegmente gleichermaßen. Ein Anstieg der RAM-Kosten um $100 bis $200 ist bei einem $1.500 oder $2.000 teuren Gaming-Rig ein relativ geringes Ärgernis. Bei einem $500 teuren Mainstream-Laptop hingegen entspricht derselbe Anstieg einem Sprung der Gesamtkosten um 20 bis 40 Prozent. Das ist die Art von Preiserhöhung, die Käufer komplett abspringen lässt.
Genau deshalb zeichnet die Prognose von Counterpoint sowie eine separate Analyse von IDC, über die Tom's Hardware berichtet hat, ein komplizierteres Bild als einen einfachen branchenweiten Einbruch. Die Zahlen von IDC sind sogar noch pessimistischer und prognostizieren einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen im Jahr 2026 um 11.3% – eine deutliche Korrektur gegenüber dem Rückgang um 2.4%, der noch im November 2025 vorhergesagt wurde. Der gesamte PC-Marktwert soll jedoch trotzdem auf $274 Milliarden steigen, da weniger verkaufte Einheiten zu höheren Preisen immer noch einen höheren Umsatz generieren können.
Der Speicher-Engpass, der all dies antreibt, lässt sich auf einen bekannten Übeltäter zurückführen: Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur verbraucht DRAM- und NAND-Kapazitäten, die ansonsten in Konsumgüter fließen würden.
Die Marken, die es am stärksten treffen wird
Nicht jeder Hersteller ist gleichermaßen betroffen. Counterpoint erwartet, dass die größten Namen wie Dell, HP und Lenovo aufgrund ihrer Größe, ihrer Lieferantenbeziehungen und ihrer Fähigkeit, Kostendruck abzufedern, die mildesten Rückgänge verzeichnen werden. Bei zweitrangigen Marken wie Acer und Asus werden hingegen deutlichere Absatzrückgänge erwartet.
Apple ist der Ausreißer, bei dem für 2026 sogar ein Absatzwachstum erwartet wird, teilweise aufgrund der Stärke neuer Hardware-Releases. Die enge vertikale Integration und die Premium-Positionierung des Unternehmens geben ihm mehr Spielraum, wenn die Komponentenkosten in die Höhe schnellen.
Was das speziell für Gaming-PC-Käufer bedeutet
Die Verkäufe von Gaming-PCs könnten dem allgemeinen Trend sogar trotzen. Ein separater Bericht von JPR, der von PC Gamer in einer vollständigen Analyse der Counterpoint-Ergebnisse zitiert wurde, wies auf boomende Gaming-PC-Verkäufe hin, wobei das High-End-Segment besonders gut abschneidet. Die Rechnung geht auf: Gamer, die Systeme ab $1.500 bauen oder kaufen, lassen sich von Speicherpreiserhöhungen weniger abschrecken als jemand, der nach einem Familien-Laptop sucht.
Dennoch sind auch Gaming-Builds nicht immun. Die Preise für DDR5 und NVMe-Speicher mit hoher Kapazität sind beide gestiegen, und es gibt kaum Anzeichen für eine baldige Entspannung, solange die KI-Nachfrage das Angebot weiter absorbiert. Auf eine Normalisierung der Preise zu warten, ist theoretisch eine valide Strategie, aber realistisch gesehen könnte das bedeuten, ein Upgrade über Jahre hinweg aufzuschieben.

Gaming-Rigs sind weniger vom Rückgang betroffen
Die PC-Verkäufe erreichten 2021 während des Pandemie-Booms einen Höchststand von über 300 Millionen Einheiten, fielen bis 2023 und erholten sich 2024 und 2025 leicht. Die Prognose für 2026 stellt einen Rückschritt von dieser Erholung dar, keinen Zusammenbruch, aber ein deutliches Signal, dass die Komponentenpreise heute ein größerer Faktor bei Kaufentscheidungen sind als in den vergangenen Jahren.
Wer die Kosten für Gaming-Hardware im Auge behält, sollte die Trends bei den Speicherpreisen bis Mitte 2026 beobachten. Das ist der klarste Indikator dafür, ob diese Prognosen Bestand haben oder weiter nach unten korrigiert werden. Für die neuesten Gaming-Hardware-News und Analysen, schau dir unbedingt mehr an:





