Sony hat letzte Woche eine Bombe platzen lassen. Ab Januar 2028 endet die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele. Keine neuen Discs mehr. Kein Disc-Laufwerk in der PS6 (zumindest deuten alle Analysten darauf hin). Nur noch Download-Codes in Spielehüllen oder gar nichts mehr.
Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Doch eine Reaktion hat sich zu etwas entwickelt, das man kaum noch ignorieren kann.

Sichern Sie sich 1 Monat GTA+ Abonnement mit Ihrer Vorbestellung.
GTA 6 jetzt vorbestellen
Wie ein kanadischer Händler Frustration in 115.000 Stimmen verwandelte
PNP Games, ein unabhängiger Videospiel-Händler mit Sitz in Kanada, startete nur wenige Tage nach Sonys Ankündigung eine Change.org-Petition mit dem Titel „Don't Kill the Disc“. Die Forderung ist simpel: Sony soll physische PlayStation-Spiele als echte, dauerhafte Option beibehalten. Zum Zeitpunkt dieses Artikels hat die Petition 115.471 Unterschriften gesammelt.
Diese Zahl ist von Bedeutung. Petitionen kommen und gehen, aber das Überschreiten der sechsstelligen Marke innerhalb weniger Tage signalisiert mehr als nur beiläufige Unzufriedenheit.
Jade Pearce von PNP Games ordnete das Problem als weitreichender ein als das Geschäftsergebnis eines einzelnen Händlers. „Physische Spiele unterstützen eine ganze Industrie, die eine reine Digital-Zukunft stillschweigend auslöscht: Einzelhändler, Distributoren, Hersteller, Lagerhaltung und Logistik, den Gebrauchtspiele- und Trade-in-Markt sowie die Sammler- und Preservation-Community“, so Pearce. „Das sind Tausende von Arbeitsplätzen und unzählige kleine Unternehmen.“
Die Kommentare unter der Petition lesen sich wie eine Best-of-Liste der Beschwerden über physische Medien. Ein Unterzeichner aus Sun City Center, Florida, brachte es auf den Punkt: „Ich bin seit den PS1-Tagen Gamer auf der PlayStation-Plattform... Ich bin ein Fan physischer Medien und weigere mich, ein Gaming-Unternehmen zu unterstützen, das mir vorschreibt, dass ich keine physischen Medien mehr besitzen darf.“
Der entscheidende Punkt ist das Wort „Option“. PNP Games fordert Sony nicht dazu auf, digitale Inhalte aufzugeben. Pearce drückte es direkt aus: „Wir sind nicht gegen Digitales. Wir sind dagegen, dass Digitales die einzige Option ist.“
Sonys Position und die Zahlen dahinter
Sony ist bisher nicht eingeknickt. Sid Shuman, Senior Director of Sony Interactive Entertainment Content Communications, beschrieb den Schritt als „natürliche Entwicklung“, die durch veränderte Kundenpräferenzen vorangetrieben werde. Das Unternehmen gibt an, dass digitale Käufe mittlerweile den klaren Großteil der Art und Weise ausmachen, wie Spieler ihre Games erwerben.
Die Daten stützen dies bis zu einem gewissen Punkt. Als die PS4 im Jahr 2013 auf den Markt kam, machten digitale Verkäufe etwa 13% der Vollpreis-Spielverkäufe auf Sony-Konsolen aus. Bis 2025 ist dieser Wert auf fast 80% gestiegen. Der Trend ist real, und Sony wettet darauf, dass die verbleibenden 20% der physischen Käufer nicht abwandern werden.
Es gibt zudem eine finanzielle Logik, der man schwer widersprechen kann. Publisher, die über den physischen Einzelhandel verkaufen, behalten nach Abzug der Händlermargen und Vertriebskosten typischerweise etwa 50% des Verkaufspreises. Im PlayStation Store behalten Publisher 70%. Ein reiner Digital-Fokus bedeutet mehr Geld für alle in der Software-Kette, einschließlich Sony. Der Aktienkurs von Sony stieg nach der Ankündigung sogar, was zeigt, wie das institutionelle Kapital diese Entwicklung bewertet.
Günstigere Hardware ist ebenfalls Teil des Kalküls. Der Verzicht auf ein Disc-Laufwerk senkt die Herstellungskosten in einer Zeit, in der die Komponentenpreise hoch bleiben. Analysten erwarten allgemein, dass die PS6 Ende 2028 erscheint, was zeitlich passend mit dem Stopp der Disc-Produktion im Januar zusammenfällt.
Warum der Gegenwind anhält, auch wenn die Petition nicht gewinnt
Die Sache ist die: Petitionen führen selten zu einer Umkehr unternehmerischer Entscheidungen dieser Größenordnung. Sony hat die Zahlen, die Unterstützung der Aktionäre und einen klaren finanziellen Anreiz, der in eine Richtung weist. Robin Zhu, ein Games-Analyst bei Bernstein, drückte es unverblümt aus: „Hätten Gamer und Preservationists mehr physische Spiele gekauft, hätte Sony nicht die digitalen Verkaufsquoten gesehen, die diese Entscheidung rechtfertigen.“
Das ist eine harte Analyse, aber wahrscheinlich zutreffend.
Was die Petition jedoch erreicht, ist eine Dokumentation. Sie setzt 115.000 Namen auf eine Liste von Menschen, für die Eigentum, Preservation und der Zugang über den Einzelhandel wichtig sind. Die Sammler-Community, der Gebrauchtmarkt, kleine Händler wie PNP Games und Spieler, die einfach ein Regal voller Spiele besitzen wollen, die sie weiterverkaufen oder verleihen können – all diese Gruppen sind keine Randerscheinung. Sie sind lediglich in der Unterzahl gegenüber den Spielern, die vor Jahren auf Digital umgestiegen sind und nie zurückgeblickt haben.
Die breiteren kulturellen Auswirkungen sind real. KFC, Domino's und verschiedene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben sich zu Sonys Ankündigung geäußert – das ist die Art von Mainstream-Aufmerksamkeit, die normalerweise signalisiert, dass ein Thema die Gaming-Foren verlassen hat und im allgemeinen Bewusstsein angekommen ist. Ob sich das in einen Druck übersetzt, auf den Sony reagieren muss, ist eine andere Frage.
Für Spieler, die bei jeder wichtigen Gaming-Story auf dem Laufenden bleiben wollen, bieten unsere Gaming-Guides und News-Berichterstattung alle aktuellen Infos ohne unnötiges Rauschen. Und falls du die Zeit bis zu einer möglichen Reaktion von Sony mit echten Games überbrücken willst, sind der Planet of Lana II Secret-Hologram-Guide und der Adventures of Elliot Guide für verpassbare Side-Quests definitiv einen Bookmark wert.
Die Petition bleibt aktiv. Sonys Position scheint sich vorerst nicht zu bewegen.








