Kinetic Games hat am 5. Mai das lang erwartete Charakter-Update für Phasmophobia veröffentlicht, doch die Reaktion der Spieler fiel prompt und hart aus. Die Steam-Reviews für den Ghost-Hunting-Koop-Titel sind seit dem Launch eingebrochen; der aktuelle Review-Score liegt diese Woche bei 75% positiv.
Die Zahlen hinter dem Backlash
Die Review-Daten vom Mai zeichnen ein deutliches Bild: knapp unter 600 positive Reviews stehen fast 2.000 negative gegenüber. Das entspricht einem positiven Verhältnis von etwa 25% für den Monat, wobei dieser Wert sogar noch positive Stimmen von vor dem Update enthält. Zieht man diese ab, dürfte das Bild für das Update selbst noch düsterer aussehen.
Für ein Spiel, das sich seit seinem Release Ende 2020 fast durchgehend im Status „Äußerst positiv“ befand, ist das ein signifikanter Absturz. Die Community hat sich seit Jahren nicht mehr so lautstark über ein einzelnes Update beschwert.
Was sich tatsächlich geändert hat und warum die Spieler unzufrieden sind
Das Update brachte neue Charaktermodelle, Frisuroptionen, Kleidungsstücke und eine Reihe neuer Animationen, die die Investigations immersiver gestalten sollten. Auf dem Papier klingt das nach einem soliden Quality-of-Life-Update. Doch die Sache hat einen Haken: Die Umsetzung zählt.
Die Entfernung der sogenannten „Bendy Backs“ hat einen Teil der Playerbase verärgert. Diese skurrilen, physikalisch fragwürdigen Animationen waren über die fünfjährige Laufzeit von Phasmophobia zu einem geliebten Markenzeichen geworden. Der Austausch gegen Horror-orientierte Alternativen lässt das Spiel für langjährige Spieler spürbar anders wirken. Die Ironie dabei: Einige der neuen Animationen sorgen unfreiwillig für Lacher, da die Körperbewegungen von Spielern mit Szenen aus Der Exorzist verglichen werden.
Der Cosmetic-Grind ist ein weiterer großer Kritikpunkt. Das Charakter-Update führte weniger Anpassungsoptionen ein, als die Spieler erwartet hatten, und einige der besseren Belohnungen sind hinter Prestige-Anforderungen gesperrt. Level 100 zu erreichen und dann den Prestige-Modus zu nutzen, ist ein enormer Zeitaufwand, besonders für Spieler, die nicht regelmäßig High-Difficulty-Hunts grinden. Für eine Community, der ein sinnvolles kosmetisches Overhaul versprochen wurde, fühlt sich das Ergebnis mager an.

Journal font bug post-update
Die wachsende Bug-Liste
Neben der Kritik am Design berichten Spieler von einer Reihe technischer Probleme. Client-seitige Interaktions-Bugs, Performance-Einbrüche, Probleme mit Gadgets und eine Journal-UI, deren Text nun so klein dargestellt wird, dass er kaum lesbar ist, tauchen in Community-Threads auf. Das Phasmophobia-Subreddit ist mittlerweile eine Mischung aus Bug-Reports und Memes, und auch auf Discord ist der Unmut groß.
Was die meisten Spieler in solchen Situationen übersehen, ist der Unterschied zwischen „das Update hat Dinge kaputt gemacht“ und „das Update hat Dinge, die wir mochten, grundlegend verändert“. Bei Phasmophobia trifft beides gleichzeitig zu, was es für Kinetic Games schwieriger macht, den Backlash mit einem einzigen Hotfix zu beheben.
Wie es nun weitergeht
Die Entwickler haben einige der Probleme bereits anerkannt und einen Folge-Patch bestätigt. Diese schnelle Reaktion ist ein gutes Zeichen, wird den Review-Trend aber nicht sofort umkehren. Steam-Review-Scores sind berüchtigt dafür, hartnäckig zu bleiben, sobald eine Welle negativer Bewertungen einrollt. Um den Status „Äußerst positiv“ zurückzugewinnen, sind konsistente Updates und echte Bemühungen um die Community erforderlich.
Spieler, die auf dem Laufenden bleiben wollen, was sich im Spiel ändert, finden im Tanglewood Rework Breakdown ein weiteres kürzlich erschienenes Overhaul, das deutlich weniger kontrovers aufgenommen wurde. Falls du nach dem Update zum Spiel zurückkehrst oder herausfinden möchtest, was sich aktuell lohnt, ist die vollständige Phasmophobia-Guides-Sammlung die beste Anlaufstelle.








