Jedes Mal, wenn ein Pokémon Go-Spieler ein Foto für eine Feldforschungsaufgabe aufnahm, taten sie mehr, als nur nach seltenen Begegnungen zu jagen. Laut einem Bericht von MIT Technology Review haben diese Milliarden von realen Schnappschüssen still und leise etwas angetrieben, das weit vom Pokémon-Fangen entfernt ist: autonome Lieferroboter, die auf Stadtgehwegen navigieren.
Wie Pokémon Go-Spieler zu versehentlichen Robotertrainern wurden
Niantic, der Entwickler hinter Pokémon Go, baut seit dem Start des Spiels im Juli 2016 eine detaillierte Karte der physischen Welt auf. Was viele Spieler als skurrile AR-Funktion akzeptierten, entpuppte sich als groß angelegte Erfassung räumlicher Daten. Nun hat diese Datensammlung eine sehr spezifische kommerzielle Anwendung gefunden.
MIT Technology Review beschrieb die Arbeitsbeziehung zwischen Niantic und Coco Robotics, dem Unternehmen hinter einer Flotte von leuchtend pinken autonomen Lieferrobotern. Der Schlüssel hier ist Genauigkeit: Standard-GPS ist einfach nicht präzise genug für die Navigation auf Gehwegen, aber Niantics fotobasierte Kartierung füllt diese Lücke mit beeindruckenden Ergebnissen.
Laut dem MIT-Bericht sind die Roboter von Coco in der Regel nie mehr als wenige Zentimeter von ihrer beabsichtigten Position entfernt, ein Präzisionsgrad, den GPS allein nicht liefern kann. Diese Genauigkeit lässt sich direkt auf die mehr als 30 Milliarden Fotos zurückführen, die Pokémon Go-Spieler im ersten Jahrzehnt des Spiels aufgenommen haben.
Gefahr
Nicht jeder Pokémon Go-Spieler hat zu diesem Datensatz beigetragen. Nur diejenigen, die an fotobasierten Feldforschungsaufgaben teilnahmen, fügten Bilder zu Niantics räumlicher Karte hinzu.Warum Fotodaten GPS übertreffen
Standard-GPS funktioniert gut für die Navigation von Autos, hat aber Schwierigkeiten mit der Granularität, die ein Roboter benötigt, um sich im Fußgängerverkehr auf einem belebten Gehweg zu bewegen. Niantics visuelles Positionierungssystem, das auf jahrelanger crowdsourced Fotografie basiert, erstellt ein weitaus reichhaltigeres Bild der Umgebung:
- Visuelle Wahrzeichen aus mehreren Blickwinkeln und Lichtverhältnissen
- Straßendetails, die GPS-Koordinaten einfach nicht erfassen können
- Konsistente Abdeckung in Städten, in denen Millionen von Spielern gelaufen und gespielt haben
- Zentimetergenaue Präzision, die Roboter zuverlässig auf Kurs hält
Niantic koppelte die Fotoaufnahme direkt an das Feldforschungssystem von Pokémon Go und belohnte Spieler mit Items, Ressourcen und wilden Pokémon-Begegnungen für den Abschluss von Aufgaben. Diese Anreizstruktur produzierte ein erstaunliches Volumen an realen Bildern über ein Jahrzehnt aktiven Spiels.

Coco's Roboter navigieren über Niantic-Daten
Die Reaktion der Spieler war größtenteils positiv
Was hier vielleicht am überraschendsten ist, ist die Reaktion der Pokémon Go-Community. Die Tatsache, dass Niantic die reale Welt durch Spielerfotos kartierte, war bereits weitgehend diskutiert worden, und die meisten Spieler hatten sich lange vor dieser jüngsten Enthüllung damit abgefunden. Zu wissen, dass die Daten verwendet werden, um kleinen Robotern bei der Lieferung von Lebensmitteln und Paketen zu helfen, anstatt etwas Besorgniserregenderes, scheint für viele eine Erleichterung zu sein.
Spieler haben online mit Humor reagiert und Vergleiche zum Training realer Kreaturen gezogen, die in ihrem Namen navigieren, ein passender Witz angesichts des Franchise. Der Ton war eher amüsiert als empört.
Das heißt, es ist erwähnenswert, dass es keine Bestätigung dafür gibt, dass dies die einzige Anwendung für Niantics räumliche Daten sein wird. Die 30 Milliarden Fotos stellen einen enormen Wert dar, und die Partnerschaft mit Coco Robotics ist lediglich der erste öffentlich bestätigte Anwendungsfall über Niantics eigene AR-Plattform hinaus.
Die größere Perspektive für Niantics räumliche Plattform
Niantic hat sich lange Zeit als mehr als nur ein Spieleentwickler positioniert. Das Unternehmen hat seine Ambitionen zum Aufbau einer realen AR-Plattform beschrieben, und Pokémon Go war immer ebenso ein Datenerfassungsinstrument wie ein Spiel. Die Partnerschaft mit Coco Robotics verleiht dieser Strategie ein greifbares, öffentlich sichtbares Ergebnis.
Für Spieler, die jahrelang durch ihre Nachbarschaften gestreift sind, um Pokémon zu jagen, verleiht die Vorstellung, dass diese Spaziergänge zu einem funktionalen Roboternavigationssystem beigetragen haben, dem ohnehin schon kulturell bedeutsamen Spiel eine unerwartete Ebene. Ob zukünftige Partnerschaften diese Daten weiter in die Robotik, Stadtplanung oder andere Branchen ausdehnen werden, bleibt abzuwarten.
Quelle: Thegamer
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Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Haben alle Pokémon Go-Spieler zu Niantics realer Karte beigetragen?
Nein. Nur Spieler, die fotobasierte Feldforschungsaufgaben abgeschlossen haben, fügten Bilder zu Niantics räumlichem Datensatz hinzu. Einfaches Spielen des Spiels oder Fangen von Pokémon ohne Teilnahme an Fotoaufgaben trug nicht zur Kartierungsbemühung bei.
Wie präzise sind die Lieferroboter von Coco Robotics mit Niantics Daten?
Laut MIT Technology Review befinden sich die Roboter in der Regel innerhalb weniger Zentimeter von ihrer beabsichtigten Position, ein Präzisionsgrad, den die Standard-GPS-Navigation allein nicht zuverlässig erreichen kann.
Werden Niantics räumliche Daten für andere Zwecke verwendet?
Die Partnerschaft mit Coco Robotics ist der erste bestätigte externe Anwendungsfall für Niantics fotobasierte Kartierungsdaten. Derzeit gibt es keine öffentliche Bestätigung für zusätzliche Anwendungen von Drittanbietern, obwohl Niantic weitere Nutzungen seiner räumlichen Plattform nicht ausgeschlossen hat.







