Jedes Mal, wenn ein Pokemon Go-Spieler ein Foto für eine Feldforschungs-Quest gemacht hat, hat er mehr getan, als nur seltene Begegnungen zu jagen. Diese Milliarden von Schnappschüssen aus der realen Welt haben im Stillen etwas angetrieben, das weit vom Fangen von Pokémon entfernt ist: autonome Lieferroboter, die auf städtischen Gehwegen navigieren.

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Wie Pokemon Go-Spieler zu unfreiwilligen Robotertrainern wurden
Niantic, der Entwickler hinter Pokemon Go, erstellt seit dem Launch des Spiels im Juli 2016 eine detaillierte Karte der physischen Welt. Was viele Spieler als skurriles AR-Feature akzeptierten, entpuppte sich als groß angelegtes Projekt zur Erfassung räumlicher Daten. Nun hat diese Datenbasis eine sehr spezifische kommerzielle Anwendung gefunden.
Die Zusammenarbeit zwischen Niantic und Coco Robotics konzentriert sich auf Genauigkeit. Standard-GPS ist für die Navigation auf Gehwegen schlicht nicht präzise genug, aber Niantics fotobasiertes Mapping schließt diese Lücke mit beeindruckenden Ergebnissen.
Die Roboter von Coco weichen in der Regel nie mehr als ein paar Zentimeter von ihrer Zielposition ab – ein Level an Präzision, das GPS allein nicht liefern kann. Diese Genauigkeit lässt sich direkt auf die mehr als 30 Milliarden Fotos zurückführen, die Pokemon Go-Spieler im ersten Jahrzehnt des Spiels aufgenommen haben.
Warum Fotodaten GPS überlegen sind
Standard-GPS funktioniert gut für die Autonavigation, hat aber Schwierigkeiten mit der Granularität, die ein Roboter benötigt, um sich durch den Fußgängerverkehr auf einem belebten Gehweg zu bewegen. Niantics visuelles Positionierungssystem, das aus jahrelanger, durch Crowdsourcing gewonnener Fotografie aufgebaut wurde, erstellt ein weitaus reichhaltigeres Bild der Umgebung:
- Visuelle Orientierungspunkte, die aus mehreren Winkeln und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen erfasst wurden
- Details auf Straßenebene, die GPS-Koordinaten einfach nicht erfassen können
- Konsistente Abdeckung in Städten, in denen Millionen von Spielern gelaufen und gespielt haben
- Zentimetergenauigkeit, die Roboter zuverlässig auf Kurs hält
Niantic hat das Fotografieren direkt mit dem Feldforschungssystem von Pokemon Go verknüpft und Spieler für den Abschluss von Quests mit Items, Ressourcen und wilden Pokémon-Begegnungen belohnt. Diese Anreizstruktur produzierte über ein Jahrzehnt aktiven Spielens ein erstaunliches Volumen an Bildern aus der realen Welt.

Die Roboter von Coco navigieren mithilfe von Niantic-Daten
Die Spieler-Reaktion ist weitgehend positiv
Was hier vielleicht am überraschendsten ist, ist die Reaktion der Pokemon Go-Community. Die Tatsache, dass Niantic die reale Welt durch Spielerfotos kartiert, wurde bereits breit diskutiert, und die meisten Spieler hatten sich schon lange vor dieser neuesten Enthüllung damit abgefunden. Zu wissen, dass die Daten dazu verwendet werden, kleinen Robotern bei der Lieferung von Lebensmitteln und Paketen zu helfen, anstatt für etwas Bedenklicheres, scheint für viele eine Erleichterung zu sein.
Spieler im Internet reagierten mit Humor und zogen Vergleiche dazu, reale Kreaturen darauf zu trainieren, in ihrem Namen zu navigieren – ein passender Witz angesichts des Franchises. Der Ton war eher amüsiert als empört.
Dennoch gibt es keine Bestätigung, dass dies die einzige Anwendung ist, für die Niantics räumliche Daten dienen werden. Die 30 Milliarden Fotos stellen ein enormes Asset dar, und die Partnerschaft mit Coco Robotics ist lediglich der erste öffentlich bestätigte Anwendungsfall jenseits der eigenen AR-Plattform von Niantic.
Das große Ganze für Niantics Spatial-Plattform
Niantic positioniert sich schon lange als mehr als nur ein Spielestudio. Das Unternehmen hat seine Ambitionen beschrieben, eine AR-Plattform für die reale Welt aufzubauen, und Pokemon Go war schon immer genauso sehr ein Datenerfassungsinstrument wie ein Spiel. Die Partnerschaft mit Coco Robotics verleiht dieser Strategie ein greifbares, öffentlich sichtbares Ergebnis.
Für Spieler, die jahrelang durch ihre Nachbarschaften gelaufen sind, um Pokémon zu jagen, fügt die Vorstellung, dass diese Spaziergänge zu einem funktionalen Navigationssystem für Roboter beigetragen haben, dem ohnehin kulturell bedeutenden Spiel eine unerwartete Ebene hinzu. Ob zukünftige Partnerschaften diese Daten weiter in die Robotik, Stadtplanung oder andere Branchen ausdehnen, bleibt abzuwarten.
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Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Haben alle Pokemon Go-Spieler zur Echtwelt-Karte von Niantic beigetragen?
Nein. Nur Spieler, die fotobasierte Feldforschungs-Quests abgeschlossen haben, fügten Bilder zum räumlichen Datensatz von Niantic hinzu. Das reine Spielen oder das Fangen von Pokémon ohne die Teilnahme an Foto-Quests trug nicht zum Mapping-Projekt bei.
Wie genau sind die Lieferroboter von Coco Robotics, die Niantic-Daten verwenden?
Die Roboter befinden sich in der Regel innerhalb weniger Zentimeter von ihrer Zielposition – ein Level an Präzision, das eine Standard-GPS-Navigation allein nicht zuverlässig erreichen kann.
Werden die räumlichen Daten von Niantic noch für etwas anderes verwendet?
Die Partnerschaft mit Coco Robotics ist der erste bestätigte externe Anwendungsfall für die fotobasierten Mapping-Daten von Niantic. Es gibt derzeit keine öffentliche Bestätigung für weitere Anwendungen durch Dritte, obwohl Niantic weitere Nutzungen seiner Spatial-Plattform nicht ausgeschlossen hat.








