Ghost Recon-Fans warten seit Jahren auf einen würdigen Nachfolger von Breakpoint, und die neuesten Nachrichten aus dem Hause Ubisoft sind wenig ermutigend. Der nächste Teil der Franchise, intern unter dem Codenamen Project OVR geführt, hat Berichten zufolge seine jüngsten internen Alpha-Ziele verfehlt. Das wirft ernsthafte Fragen darüber auf, ob das Spiel in seiner jetzigen Form jemals erscheinen wird. Während Ubisoft die Spieler mit Titeln wie Tom Clancy's Rainbow Six Siege X und den laufenden Seasonal-Inhalten bei der Stange hält, scheint es um die Ghost Recon-Sparte schlecht bestellt zu sein.

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Was läuft bei Project OVR schief?
Eines vorweg: Eine holprige Alpha ist nicht automatisch das Todesurteil für ein Spiel. Viele Titel geraten in der frühen Phase in Turbulenzen und erscheinen am Ende dennoch in einem soliden Zustand. Was die Situation bei Project OVR jedoch alarmierender macht, ist die spezifische Art der gemeldeten Probleme.
Die Entwicklungsprobleme gehen Berichten zufolge über eine einfache Verzögerung des Zeitplans hinaus. Interne Quellen verweisen auf unrealistische Deadlines, die von oben vorgegeben wurden, gepaart mit mangelhafter Planung und Führung auf Projektebene. Besonders kritisch ist der Vorwurf, dass die Directoren des Projekts „machen, was sie wollen“, anstatt das Feedback aus der Ubisoft-Zentrale zu berücksichtigen. Eine solche Diskrepanz zwischen dem Development-Team und der Führungsebene des Publishers löst sich selten schnell auf.
Als Reaktion darauf hat Ubisoft Bruno Galet als Senior Producer eingesetzt, um das Ruder beim Project OVR-Team zu übernehmen. Einen Senior Producer mitten in der Entwicklung einzuschleusen, ist eine klassische Eskalationsmaßnahme und ein Signal dafür, dass die Ubisoft-Zentrale die Situation ernst nimmt. Ob Galet ein Projekt, das bereits erhebliche Entwicklungszeit verbrannt hat, noch auf Kurs bringen kann, ist die entscheidende Frage.
Stille Entlassungen und das Damoklesschwert der Einstellung
Die internen Spannungen haben bereits sichtbare Konsequenzen. Das Ausbleiben nennenswerter Fortschritte hat laut Quellen zu sogenannten „stillen Entlassungen“ geführt; weitere Personalreduzierungen werden erwartet, sollte sich das Projekt nicht stabilisieren. Ein solcher Personalabbau während der laufenden Entwicklung verschärft das Problem: Man verliert erfahrene Teammitglieder genau dann, wenn institutionelles Wissen am wichtigsten ist.
Alternative Produktionspläne wurden intern bereits vorgeschlagen, doch die Ubisoft-Zentrale hat diese bislang abgelehnt. Dieses Hin und Her zwischen dem Development-Team und der Führungsebene, ohne dass eine Lösung in Sicht ist, ist genau die Art von Stillstand, die Projekte über Jahre in der Schwebe hält.
Zum Hintergrund: Project OVR wurde Berichten zufolge vom Genre der taktischen Shooter inspiriert, zieht Vergleiche zu Ready or Not und spielt in Vietnam. Das Setting und das Konzept klingen auf dem Papier durchaus überzeugend. Das Grundgerüst des Spiels wird von Personen, die dem Projekt nahestehen, als stark beschrieben – das ist zumindest ein Grund, warum Ubisoft den Stecker noch nicht gezogen hat. Es bleibt ein Projekt mit hoher Priorität für das Unternehmen, auch wenn der Entwicklungsverlauf schwierig aussieht.
Far Cry in einer ähnlichen Lage
Project OVR ist nicht die einzige Ubisoft-Franchise, die mit Entwicklungsproblemen zu kämpfen hat. Der nächste Hauptteil der Far Cry-Reihe befindet sich Berichten zufolge in einem ähnlich schwierigen Zustand und wird intern in Bezug auf den Fortschritt als „katastrophal“ beschrieben. Dass zwei der bekanntesten Open-World-Shooter-Franchises von Ubisoft gleichzeitig gegen die Wand fahren, ist ein Muster, das man im Auge behalten sollte.
Ubisoft hat bereits Anfang des Jahres eine umfassende Umstrukturierung der Studios durchlaufen, bei der im Rahmen eines sogenannten Portfolio-Resets Studios geschlossen und Projekte eingestellt wurden. Dass Project OVR diese Bereinigung überlebt hat, deutet darauf hin, dass man auf Führungsebene fest an das Konzept glaubt. Doch eine Kündigungswelle zu überstehen und tatsächlich ein fertiges Spiel zu veröffentlichen, sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Was die meisten Spieler bei diesen Entwicklungsdramen übersehen, ist der langfristige Effekt auf die Dynamik der Franchise. Ghost Recon hatte seit Breakpoint im Jahr 2019 keinen Hauptteil mehr. Das ist eine lange Pause für eine Franchise, die früher alle zwei bis drei Jahre einen Titel veröffentlichte. Jedes weitere Jahr problematischer Entwicklung sorgt dafür, dass das letztendliche Produkt eine größere Last zu tragen hat – und ein höheres Risiko birgt.
Wenn Sie in der Zwischenzeit bei Ubisofts taktischen Shootern auf dem Laufenden bleiben wollen, bietet die Rainbow Six Siege X-Guide-Sammlung alles, was Sie brauchen, um Ihre Skills zu schärfen, während sich die Situation bei Ghost Recon weiterentwickelt.








