Stellen Sie sich vor, Blur wäre ein Jahr lang in einem Raum eingesperrt, nur mit einem Crunchyroll-Abo. Das ist im Grunde Screamer in einem Satz, und irgendwie geht dieses Konzept tatsächlich auf. Der neon-getränkte Arcade-Racer von Milestone erschien am 26. März 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC und bringt eine wirklich unverwechselbare Identität in ein Genre, das nur selten Risiken eingeht.
Twin Sticks, großes Commitment
Das entscheidende Feature ist das Steuerungsschema. Screamer verlangt den gleichzeitigen Einsatz beider Analog-Sticks: Der linke Stick übernimmt das allgemeine Lenken, der rechte Stick lässt das Heck physisch ausbrechen und steuert den Drift-Winkel. Wer den Input des rechten Sticks in einer engen Kurve auslässt, rutscht wie ein Wal auf Rollschuhen aus der Kurve. Es erfordert Commitment, aber sobald es Klick macht, dann richtig.
Oben drauf sitzt ein Power-System, das direkt aus Fighting Games übernommen wurde. Zwei miteinander verknüpfte Anzeigen verwalten Boost und Kampf, wobei sich die Kampf-Anzeige nur füllt, wenn man Boost verbraucht. Jeder Charakter unterteilt seine Anzeigen in eine unterschiedliche Anzahl an Segmenten, was individuelle Profile für Boosten, Angreifen und Verteidigen schafft. Es ist ein echtes Jonglieren, das System-Mastery mehr belohnt als reine Gas-Disziplin.
Einige Charaktere haben gravierende Nachteile, die bestimmte Strecken regelrecht bestrafend machen. Ein Fahrer explodiert buchstäblich, wenn er im Angriffs-Status Strike eine Wand streift, was auf technischen Kursen zu einer ernsthaften Schwachstelle wird. Diese Asymmetrie verleiht dem Spiel echte Tiefe, aber die Wahl des falschen Racers für einen bestimmten Streckentyp kann die Erfahrung spürbar erschweren.
Wo die Strecken über Erfolg oder Misserfolg entscheiden
Die Qualität der Strecken in Screamer schwankt stark. Die offenen Layouts mit langen Geraden und weitläufigen Kurven sind das absolute Highlight des Spiels. Die neonbeleuchteten, regenverhangenen Stadtkurse sehen atemberaubend aus und spielen sich bei voller Geschwindigkeit noch besser.
Die kurvenreichen Strecken sind eine andere Geschichte. Ständige Spitzkehren erzwingen wiederholtes Bremsen, und Screamer fühlt sich bei niedrigen Geschwindigkeiten seltsam träge an. Dasselbe Spiel, das bei vollem Tempo elektrisierend wirkt, flacht ab, sobald das Layout zum Abbremsen zwingt. Das ist der konstanteste Makel des Pakets.
Story-Modus: Anime-Ambition, gemischte Ergebnisse
Milestone hat für den Story-Modus von Screamer direkt mit dem japanischen Animationsstudio Polygon Pictures zusammengearbeitet, und diese Investition ist schon ab der ersten Cutscene sichtbar. Die Produktionsqualität ist wirklich beeindruckend, mit scharfen Charakter-Illustrationen, gelungenen Animationssequenzen und einem mehrsprachigen Cast, der über einen In-Game Universal-Translator-Chip kommuniziert (ja, wirklich).
Die Story folgt fünf Rennteam-Trios, die an einem illegalen Turnier teilnehmen, das von einem maskierten Fremden veranstaltet wird, wobei ein Preisgeld von 100 Milliarden Dollar auf dem Spiel steht. Zu den Teilnehmern gehören Popstars, Astronauten und private Militärunternehmer, unterstützt von einem Mechaniker, der mit seinen Hemdknöpfen kämpft, und seinem scheinbar intelligenten, Auto fahrenden Hund. Es ist genau so Anime, wie es klingt.
Was die meisten Spieler übersehen, ist, wie sehr der Story-Modus als erweitertes Tutorial des Spiels fungiert. Screamer schleust einen direkt in die Tournament-Missionen, bevor das Hauptmenü überhaupt zugänglich ist, was angesichts der Zeit, die das Steuerungsschema zum Verinnerlichen benötigt, durchaus Sinn ergibt. Der Nachteil ist, dass Spieler, die mit den charakterlastigen Cutscenes zu Beginn nicht warm werden, vielleicht nie die volle Bandbreite dessen sehen, was das Spiel zu bieten hat.
Der Cast setzt stark auf grüblerische und dramatische Energie, und die schiere Menge an Dialogen kann ermüdend wirken. Die Charaktere wechseln zwischen fünf Teams, was es schwierig macht, eine echte Bindung zu einem von ihnen aufzubauen. Die Story füllt im Verlauf die Lücken in der Hintergrundgeschichte, aber die ersten Stunden werfen einen mitten in eine laufende Saga.
Jenseits der Kampagne
Die Sache ist die: Der Tournament-Modus von Screamer ist nur ein Teil des Ganzen. Der Arcade-Modus ist wirklich exzellent und bietet tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten, die weit über die Rundenzahl hinausgehen. Spieler können die Füllrate der Anzeigen anpassen, alle Autos in den Boost-Status Overdrive zwingen oder offensive Angriffe für sauberes Racing komplett deaktivieren.
Challenge-Modi mit globalen Leaderboards und Online-Racing runden das Paket ab. Aber das Highlight für Couch-Play ist der Splitscreen für vier Spieler, ein Modus, der 2026 fast schon radikal wirkt. Auch die Accessibility-Optionen des Spiels verdienen Anerkennung, darunter Filter für Farbenblindheit, ein Offline-Geschwindigkeitsregler und ein vollständiges Remapping der Einhandsteuerung, das Lenken und Driften mit Auto-Gas auf einen einzigen Stick legt.
Spieler, die die Digital Deluxe, Echo oder Collector's Edition vorbestellt haben, erhielten Early Access vor dem offiziellen Launch-Datum. Details zum Timing des vollständigen Releases sind auf der offiziellen Website von FRVR verfügbar.
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