Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit, um auf einen Codec-Call zu warten, der nie kommt. Hideo Kojima kündigte erstmals 2006 eine Metal Gear Solid-Filmadaption an. Namen wie Viggo Mortensen, Hugh Jackman sowie die Regisseure Paul Thomas Anderson und Jordan Vogt-Roberts tauchten über die Jahre immer wieder in den Gesprächen auf, doch der Film kam nie über die Pre-Production-Phase hinaus. Nun kehrt Sony zurück in den Pappkarton und gibt bekannt, dass das Projekt mit neuen Regisseuren vorangetrieben wird.
Sony hat das Regie-Duo Zach Lipovsky und Adam B. Stein für einen Deal unter Vertrag genommen, der mehrere Projekte umfasst, darunter auch Metal Gear Solid. Das Duo ist vor allem für Final Destination: Bloodlines bekannt; zum Sony-Portfolio gehören außerdem ein animierter Venom-Film und ein Sci-Fi-Film namens The Earthling. In einer Stellungnahme bezeichneten die Regisseure Metal Gear Solid als „ein cineastisches Meisterwerk, das Videospiele für immer revolutioniert hat“ und erklärten, sie seien „begeistert und geehrt, Hideo Kojimas ikonische Charaktere und seine unvergessliche Welt zum Leben zu erwecken“.
Standard-Kost, was Ankündigungs-Zitate angeht. Der entscheidende Punkt ist, dass tatsächlich ein Deal existiert – das ist mehr, als das Projekt in den meisten der letzten zwei Jahrzehnte vorzuweisen hatte.
Eine Entwicklungsgeschichte, die länger ist als Snakes Codec-Monologe
Zum Kontext: Die Metal Gear-Reihe hat sich über 65 Millionen Mal verkauft. Das Franchise verfügt über das Publikum, das kulturelle Gewicht und eine Vorlage, die dicht genug ist, um drei Filme zu füllen. Am Bedarf hat es nie gelegen. Videospiel-Adaptionen haben eine lange Geschichte: Sie werden angekündigt, mit Talenten besetzt und lösen sich dann still und leise auf, bevor auch nur ein einziger Frame gedreht wurde. Just Cause wurde 2011 angekündigt. Splinter Cell hatte bereits 2005 einen Film in Entwicklung. Keiner von beiden ist jemals erschienen.
Metal Gear Solid folgt fast perfekt diesem Muster. Die Ankündigung von 2006 kam mit echtem Momentum, und die cineastische DNA des Spiels machte es zu einem offensichtlichen Kandidaten für eine Adaption. Doch nach 20 Jahren im Development-Limbo haben Fans gelernt, ihre Begeisterung im Zaum zu halten.
Ein unterzeichneter Deal garantiert keinen fertigen Film. Mehrere hochkarätige Videospiel-Adaptionen haben dieses Stadium erreicht und sind nie weiter gekommen.
Die Regisseure sind sehr, sehr beschäftigt
Die Sache ist die: Lipovsky und Stein sitzen nicht gerade untätig herum und warten darauf, dass dieses Projekt Gestalt annimmt. Neben ihren Verpflichtungen bei Sony ist das Duo auch für einen neuen Gremlins-Film, einen Film namens Long Lost bei Amblin Entertainment und etwas namens The Traveler bei Paramount im Gespräch. Das sind viele Bälle, die gleichzeitig in der Luft gehalten werden müssen, und Metal Gear Solid ist eine Marke, die ernsthafte Aufmerksamkeit erfordert, um sie richtig umzusetzen.
Die Vorlage, das ursprüngliche Metal Gear Solid auf der PlayStation, basiert auf langen Cutscenes, politischer Philosophie, Durchbrechen der vierten Wand und einem Bösewicht, der eine 20-minütige Rede über nukleare Abschreckung hält. Dies in einen zweistündigen Film zu übersetzen, ohne das zu verlieren, was ihn so besonders macht, ist eine echte kreative Herausforderung und nicht nur eine reine Lizenzverwertung.
Wer spielt Snake?
Da nun ein Deal steht, ist die Spekulation über das Casting der nächste logische Schritt. Oscar Isaac war Berichten zufolge für die Vogt-Roberts-Version des Films vorgesehen. Reacher-Star Alan Ritchson postete kürzlich ein Foto von sich im Look von Solid Snake mit der Bildunterschrift „The Dream“, was das Internet genau so ernst nahm, wie man es erwarten würde. Auch Karl Urban wird in diesen Gesprächen genannt, falls das von Bedeutung ist.
Ein Casting wurde nicht bestätigt. In diesem Stadium befindet sich das Projekt in der Entwicklung, was in Hollywood-Begriffen bedeutet, dass es auf dem Papier existiert und bisher nicht viel mehr.
Für Fans der Serie, die das Ganze seit zwei Jahrzehnten verfolgen, ist vorsichtiger Optimismus wahrscheinlich die richtige Einstellung. Der Deal ist real, die Regisseure haben einen aktuellen Hit vorzuweisen und Sony sieht eindeutig den Wert in der IP, insbesondere nachdem Metal Gear Solid Delta: Snake Eater das Franchise über die Marke von 65 Millionen verkauften Einheiten gehoben hat. Ob der Film tatsächlich die Kinos erreicht, steht auf einem anderen Blatt. Behaltet die Gaming-News für Casting- und Produktions-Updates im Auge und schaut euch die neuesten Reviews an, wenn ihr noch einmal erleben wollt, was die Spiele überhaupt erst adaptionswürdig gemacht hat. Schaut euch unbedingt auch mehr an:








