Das Survival-Crafting-Spiel Chemia wurde von der Steam-Plattform entfernt, nachdem Cybersicherheitsforscher entdeckt hatten, dass es Malware verbreitete, die darauf ausgelegt war, Informationen aus Krypto-Wallets und Browserdaten zu stehlen. Die Malware wurde mit einer bekannten Cyberkriminellen-Gruppe namens EncryptHub in Verbindung gebracht, die auch als Larva-208 bezeichnet wird. Das Spiel war auf Steam über das Early-Access-Programm verfügbar, das es Nutzern ermöglicht, Spiele zu spielen, die sich noch in der Entwicklung befinden.

Steam entfernt Chemia nach Hackerangriff

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Malware in Steam-Spieledateien eingebettet
Das Cybersicherheitsunternehmen Prodaft veröffentlichte einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass die Spieledateien von Chemia am 22. Juli modifiziert wurden, um drei verschiedene Arten von Malware zu integrieren: HijackLoader, Vidar Stealer und Fickle Stealer. Diese Arten von Malware werden häufig verwendet, um sensible Informationen von Nutzern zu stehlen, darunter in Browsern gespeicherte Zugangsdaten, Cookies und digitale Wallet-Keys.
HijackLoader ermöglichte es den Angreifern, durch unbemerktes Ausführen im Hintergrund einen Fuß in das infizierte System zu bekommen. Vidar Stealer und Fickle Stealer extrahierten zudem persönliche Daten, indem sie auf browserbasierte Speicher und kryptobezogene Dateien abzielten. Da diese Tools die Performance des Spiels nicht wesentlich beeinträchtigten, bemerkten die meisten Nutzer die Kompromittierung nicht.

Steam entfernt Chemia nach Hackerangriff
Angriff zielte auf Telegram und Remote-Server ab
Analysen von Prodaft zeigten, dass die Malware Telegram als Command-and-Control-Kanal nutzte. Durch dieses Setup konnten Angreifer aus der Ferne Anweisungen senden und infizierte Rechner steuern. Zusätzliche schädliche Dateien wurden über spezifische Executables und Skripte heruntergeladen, darunter eine Datei namens v9d9d.exe, die von Vidar Stealer verwendet wurde, sowie eine Kombination aus einer Dynamic-Link-Library namens cclib.dll und einem PowerShell-Skript namens worker.ps1, die von Fickle Stealer genutzt wurden.
Diese Dateien luden Code von einer externen Website namens soft-gets[.]com. Diese Remote-Infrastruktur ermöglichte es der Malware, aktiv und anpassungsfähig zu bleiben. Zudem gab sie den Angreifern die Möglichkeit, die schädlichen Komponenten jederzeit zu aktualisieren, was die Erkennung und Entfernung weiter erschwerte.

Steam entfernt Chemia nach Hackerangriff
Steam entfernt Spiel ohne offizielle Stellungnahme
Nach der Entdeckung entfernte Valve Chemia aus dem Steam-Store. Aktuell existiert die Store-Seite des Spiels nicht mehr und leitet Nutzer auf die Startseite der Plattform um. Valve hat keine öffentliche Stellungnahme zur Entfernung abgegeben, und auch von Aether Forge Studios, den Entwicklern von Chemia, gab es keine Kommentare. Beide Parteien wurden von mehreren Medien kontaktiert, reagierten jedoch nicht auf Informationsanfragen.
Das Spiel wurde über das Early-Access-Programm von Steam vertrieben, das bereits in der Vergangenheit aufgrund weniger strenger Sicherheits- und Inhaltsprüfungen in der Kritik stand. Da sich Spiele in diesem Bereich noch in der Entwicklung befinden, sind sie möglicherweise anfälliger für unbefugte Code-Änderungen oder unzureichende Prüfprozesse.

Steams Early-Access-Programm
Weitere Early-Access-Titel ebenfalls mit Malware gefunden
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Anfang des Jahres wurde bei zwei anderen Early-Access-Spielen auf Steam (Sniper: Phantom's Resolution und PirateFi) schädliche Software entdeckt. Während PirateFi als Web3-basiertes Spiel mit integrierter Krypto-Funktionalität beschrieben wurde, waren Chemia und Sniper: Phantom's Resolution Standard-PC-Spiele ohne Blockchain-Elemente. Alle drei Titel waren als Early-Access-Releases verfügbar, was Bedenken aufwirft, ob das aktuelle System von Steam ausreichende Schutzmaßnahmen bietet, um die Verbreitung von Malware durch nicht verifizierte oder in Entwicklung befindliche Titel zu verhindern.

Sniper: Phantom's Resolution
Wer ist EncryptHub?
EncryptHub, die Gruppe, die mit dem Chemia-Vorfall in Verbindung steht, hat bereits zuvor groß angelegte Phishing-Kampagnen mit ähnlichen Malware-Kombinationen gestartet. In einem dokumentierten Fall waren über 600 Organisationen weltweit betroffen. Untersuchungen von Prodaft deuten darauf hin, dass die jüngste Nutzung von Steam als Vertriebsplattform eine Weiterentwicklung ihrer früheren Techniken darstellt, bei der das Vertrauen der Nutzer in seriöse Dienste ausgenutzt wird.
Der Bericht stellte fest, dass die ausführbare Datei des Spiels für Nutzer, die sie direkt von Steam herunterluden, legitim aussah. Dieser Ansatz umging traditionelle Phishing-Methoden und setzte stattdessen auf Social Engineering über vertrauenswürdige digitale Storefronts. Forscher betonten, dass Nutzer, die auf kostenlose Spiele oder öffentliche Playtests zugreifen, besonders gefährdet seien, da sie die Malware herunterladen und installieren könnten, in dem Glauben, sie sei Teil eines harmlosen Spiels.

EncryptHub
Zunehmende Malware-Angriffe im Gaming-Bereich
Cybersicherheitsbedrohungen, die auf Videospiele abzielen, nehmen zu. Daten von Statista zeigen, dass Malware-Infektionen im letzten Jahrzehnt um 87% gestiegen sind. Zudem schätzt Cybersecurity Ventures, dass die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität bis 2025 10,5 Billionen Dollar erreichen werden, mehr als das Dreifache des Wertes von 2015. Digitale Plattformen mit großen Nutzerzahlen, wie Steam, werden aufgrund des hohen Vertrauens, das Nutzer ihnen entgegenbringen, zu häufigen Zielen.
Nutzer, die mit digitalen Währungen oder Web3-Diensten zu tun haben, sind in solchen Fällen besonders gefährdet. Wenn ein Spiel im Stillen Wallet-Keys oder Anmeldedaten extrahiert, können die finanziellen Auswirkungen unmittelbar und schwerwiegend sein. Der Fall Chemia unterstreicht die Notwendigkeit stärkerer Verifizierungsprozesse auf Plattformen, die sowohl Gaming- als auch technikaffine Zielgruppen bedienen.

Hacks in Web3
Empfehlungen und aktueller Status
Derzeit ist Chemia nicht mehr auf Steam zum Download verfügbar. Cybersicherheitsexperten warnen jedoch, dass Nutzer, die das Spiel vor der Entfernung installiert haben, möglicherweise immer noch infizierte Systeme haben. Es wird empfohlen, dass diese Nutzer ihre Computer mit aktualisierten Antiviren-Tools scannen und ihre Krypto-Wallets sowie persönlichen Konten auf ungewöhnliche Aktivitäten überwachen.
Es bleibt unklar, wie EncryptHub Zugriff auf die Spieledateien erlangt hat. Eine Möglichkeit, die untersucht wird, ist Unterstützung von innen, was jedoch nicht bestätigt wurde. Aether Forge Studios hat über offizielle Kanäle oder soziale Medien keine Updates oder Reaktionen veröffentlicht.
Vollständige technische Indikatoren zur Malware, einschließlich Dateinamen, Domains und Dateiverhalten, wurden von Prodaft auf der offiziellen GitHub-Seite veröffentlicht. Nutzern und Systemadministratoren, die möglicherweise mit dem Spiel in Kontakt gekommen sind, wird empfohlen, diese Ressource für eine detaillierte Analyse und Unterstützung bei der Erkennung zu konsultieren.







