In der Woche bis zum 14. Juni wurden 338 Spiele auf Steam veröffentlicht, und 120 davon, also etwa 40% der Gesamtzahl, enthielten eine Kennzeichnung für KI-Inhalte. Diese Zahl ist für sich genommen bereits auffällig, doch die Geschichte dahinter ist komplexer und interessanter, als es eine einzelne Statistik vermuten lässt.

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Wie 120 KI-Kennzeichnungen in der Praxis aussehen
Nicht jede KI-Kennzeichnung bedeutet dasselbe. Die Richtlinien von Steam spezifizieren, dass sich das Kennzeichnungssystem auf KI-Inhalte bezieht, die mit dem Spiel ausgeliefert werden und von Spielern konsumiert werden. Nach dieser Definition musste ein Entwickler, der ein KI-Tool zur Erstellung eines Referenzbildes nutzte, das er nie veröffentlichte, das Kästchen wahrscheinlich gar nicht erst ankreuzen. Die Entwickler von Underwater taten es dennoch und merkten an, dass sie KI-Bilder lediglich als Art-Referenz verwendeten, nicht jedoch im finalen Produkt.
Am anderen Ende des Spektrums steht Android Who Dreams of Stars, eine Sci-Fi-Visual-Novel von JinCycle (ein Entwickler mit 11 Steam-Releases seit 2020), die den KI-Einsatz bei Grafik, Sound, Story, Lokalisierung und Store-Assets offenlegt. Mit anderen Worten: Praktisch alles, womit ein Spieler interagiert, wurde maschinell generiert. Der Trailer des Spiels enthält sogar versehentlich einen fehlerhaften Steam-Screenshot-Sound, was wie eine passende Metapher wirkt.
Einige Entwickler nutzten das Kennzeichnungsfeld fast defensiv. Die Schöpfer von Kamilia geben an, dass unter 1% ihres Spiels KI-unterstützte Inhalte enthält. Der Entwickler hinter Idlemoor erklärt, dass das Logo auf der Store-Seite KI-generiert ist, weil er kein Künstler ist, aber nichts innerhalb des Spiels selbst.
Der Punkt ist: Die Spanne zwischen diesen beiden Polen ist enorm, und das Kennzeichnungssystem von Steam unterscheidet nicht wirklich zwischen ihnen.
Die 100-$-KI-„Slop“-Kategorie
Besorgniserregender ist eine Ansammlung von Visual Novels, die für 100 $ oder mehr angeboten werden, mit umfangreichen KI-Kennzeichnungen und ohne ersichtlichen Grund für diesen Preis.
SmogGames veröffentlichte Typical NPC am 11. Mai für 100 $ und legte offen, dass alle Bilder im Spiel und auf der Store-Seite KI-generiert waren. Am 13. Juni veröffentlichte derselbe Entwickler After the Hero zum gleichen Preis mit nahezu identischem Wortlaut bei der Kennzeichnung. KalendulaGames (die Ähnlichkeit der Namenskonvention zu SmogGames ist schwer zu ignorieren) veröffentlichte Velvet Emergency für 110 $ und brachte im Mai am selben Tag Blood in the Ice und Signal Snow heraus, beide für 100 $ und beide mit umfangreichen KI-Kennzeichnungen.
Kryonull von NovelkaGames verfolgt einen etwas anderen Ansatz: Die KI-Kennzeichnung deckt Stimmen im Spiel und auf der Store-Seite ab, und der geforderte Preis liegt bei 100 $. Nutzer in den Steam-Community-Foren spekulieren offen über Geldwäsche.
Ob Valve das Bestreben hat, die Preisgestaltung hierbei anzugehen, ist eine andere Frage, aber das Muster bei diesen Veröffentlichungen ist konsistent genug, um es zu bemerken.
Was uns die Kennzeichnungsdaten tatsächlich sagen
Die überraschendere Erkenntnis aus den 120 Kennzeichnungen der Woche ist, wie viele Spiele generative KI für Musik und In-Game-Assets statt nur für Store-Bilder oder Übersetzungen nutzten. KI-gestützte Übersetzung wirft ihre eigenen Probleme auf, insbesondere für menschliche Übersetzer, deren Arbeit verdrängt wird, aber maschinell generierte Musik und Narrative innerhalb eines ausgelieferten Produkts sind für Spieler eine andere Kategorie von Bedenken.
Das Kennzeichnungssystem macht diese Informationen zumindest sichtbar. Was die meisten Spieler übersehen, ist, dass man Kennzeichnungen direkt auf einer Steam-Seite vor dem Kauf filtern und überprüfen kann. Es ist nicht prominent platziert, aber es ist vorhanden.
Die Topseller der Woche und ein echter Lichtblick
In den Steam-Umsatzcharts für die Woche vom 2. bis 9. Juni stand Counter-Strike 2 an der Spitze, gefolgt von Forza Horizon 6, Gothic 1 Remake, Path of Exile 2 und 007 First Light, die die Top 5 abrundeten. Paralives, Wuthering Waves und Subnautica 2 tauchten ebenfalls auf, neben Apex Legends und der Steam Deck-Hardware (die immer dann in den Charts landet, wenn Lagerbestände aufgefüllt werden).
Der herausragende Titel ist Gothic 1 Remake. THQ Nordic bestätigte, dass sich das Spiel in der ersten Woche 500.000 Mal verkauft hat und in der Spitze fast 78.000 gleichzeitige Spieler erreichte. Gothic ist in Europa seit Jahrzehnten ein bekannter Name und war historisch gesehen in Nordamerika und Australien eher ein Nischentitel, daher deuten diese Zahlen darauf hin, dass das Remake ein Publikum weit über seine traditionelle Basis hinaus gefunden hat.
Unter den kleineren Veröffentlichungen der Woche ist Xanthiom 2 für alle erwähnenswert, die die erkundungsintensive Seite von Metroidvania-Spielen mögen. Die Fortsetzung enthält ein vollständiges Remake des ursprünglichen Xanthiom Zero, was für einen Release dieser Größe eine großzügige Geste von MathanGames ist.
Die Zahlen der KI-Kennzeichnungen werden weiter steigen, solange die Tools günstig und die Einstiegshürden bei Steam niedrig bleiben. Für den Moment sind die Gaming-Guides und Community-Ressourcen, die nachverfolgen, welche Releases Ihre Zeit wert sind, wichtiger denn je, wenn 40% des wöchentlichen Outputs mit einem Sternchen versehen sind. Wenn Sie in Spiele eintauchen möchten, die interessante Dinge mit KI als Mechanik statt als Produktionsabkürzung anstellen, ist der AI Arena Advanced Model Guide ein nützlicher Referenzpunkt dafür, wie durchdachte KI-Integration in einem Spiel tatsächlich aussieht. Und für ein aktuelles Beispiel eines Live-Spiels, das ein großes Content-Update mit Transparenz handhabt, zeigt das Once Human Deviant Update Rundown den Kontrast deutlich.








