"Es ist an der Zeit, Sony zu verklagen, schließt euch uns an." Das ist die Botschaft von Stichting Massaschade & Consument (SM&C), der niederländischen Verbraucherschutzorganisation, die nun von zwei der lautstärksten Advocacy-Gruppen der Gaming-Branche unterstützt wird.
Stop Killing Games und DoesItPlay? haben offiziell ihre Unterstützung für die Klage von SM&C gegen Sony in den Niederlanden bekannt gegeben. Der Fall zielt auf Sonys vollständige Kontrolle über die Preisgestaltung im PlayStation Store ab, und der Zeitpunkt ist kein Zufall.
Worum es bei der Klage eigentlich geht
Das Kernargument ist simpel: Sony hält ein Monopol auf jeden digitalen Spieleverkauf auf PlayStation. Die Plattform ist so aufgebaut, dass Spieler digitale Titel ausschließlich über den PlayStation Store erwerben können, ohne dass konkurrierende Storefronts zugelassen sind. Die Klage von SM&C behauptet, dass dieses Setup es Sony ermöglicht, Preise zu verlangen, die im Durchschnitt um bis zu 47% höher liegen als bei physischen Alternativen.
Das Problem dabei: Diese Lücke wird in Zukunft immer schwerer zu umgehen sein. Sony hat bestätigt, dass die Produktion physischer Discs für PlayStation bis 2028 eingestellt wird. Sobald das geschieht, fällt die physische Option komplett weg, und damit auch jeglicher Wettbewerbsdruck auf die digitale Preisgestaltung. Die Klage fordert von Sony die Rückerstattung von Geldern, die unter diesen Bedingungen von niederländischen Gamern eingenommen wurden, und verlangt die Einführung alternativer digitaler Storefronts auf der Plattform.
Wie Stop Killing Games hier hineinpasst
Stop Killing Games hat sich einen Namen gemacht, indem sie einen anderen, aber verwandten Kampf führen: Sie wehren sich gegen Publisher, die Spiele zerstören, für die Kunden bereits bezahlt haben. Die Bewegung hat im letzten Jahr massiv an Momentum gewonnen, wobei Ross Scotts Kampagne die Aufmerksamkeit auf die rechtliche Grauzone rund um den Besitz von Spielen gelenkt hat.
Die Verbindung zu dieser Klage ist logisch. Beide Themen laufen auf dieselbe Frage hinaus: Was besitzt man eigentlich, wenn man ein Spiel digital kauft? Wenn Sony den einzigen Store kontrolliert, die Preise festlegt und den Zugriff jederzeit entziehen kann, wird die Antwort darauf zunehmend unangenehm.
DoesItPlay? geht die Sache aus einem etwas anderen Blickwinkel an. Die Gruppe organisiert für Ende August einen PlayStation-Blackout, um gezielt gegen Sonys Entscheidung zu protestieren, physische Medien auslaufen zu lassen. Ihre Beteiligung hier signalisiert, dass der Protest von Social-Media-Druck auf eine juristische Ebene eskaliert.
Die Deadline 2028 und was sie verändert
Sonys Plan, die Produktion physischer Discs 2028 einzustellen, ist der Druckpunkt, der diese Klage so dringlich macht. Aktuell kann ein Spieler, der digitale Preise für zu hoch hält, stattdessen zur Disc greifen. Diese Option fällt in weniger als zwei Jahren weg.
Die Forderungen der Klage konzentrieren sich auf zwei Ergebnisse: eine faire Preisgestaltung ohne die von SM&C beschriebene "Sony-Steuer" und die Schaffung alternativer digitaler Storefronts, die mit dem PlayStation Store konkurrieren könnten. Ob niederländische Gerichte die Befugnis haben, Sony zur Öffnung seiner Plattform für Wettbewerber zu zwingen, ist eine offen juristische Frage, aber der Fall wird Sony dazu zwingen, sein aktuelles Setup öffentlich zu verteidigen.
SM&C hat ein Video veröffentlicht, das den gesamten Fall erklärt, und sowohl Stop Killing Games als auch DoesItPlay? leiten ihre Communities darauf weiter. Für Spieler, die den Fall verfolgen oder verstehen wollen, was er für den digitalen Besitz im weiteren Sinne bedeutet, ist ein Blick in unsere Gaming-Guides ein guter Weg, um auf dem Laufenden zu bleiben, wie sich diese Plattform-Entscheidungen auf die eigene Spielesammlung auswirken.
Speziell für PlayStation-Besitzer ist der Pragmata Preload- und Preis-Guide einen Blick wert, da er ein konkretes Beispiel dafür ist, wie digitale Launch-Preise auf der Plattform derzeit funktionieren.
Der August-Blackout von DoesItPlay? und das niederländische Gerichtsverfahren laufen parallel. Sollten beide gleichzeitig an Zugkraft gewinnen, wird Sony von zwei Seiten gleichzeitig unter Druck geraten. Die nächsten Monate werden entscheiden, ob dies eine Geschichte über Verbraucherschutz bleibt oder zu etwas wird, das tatsächlich verändert, wie PlayStation seinen digitalen Store betreibt. Behaltet unsere Game-Reviews für laufende Berichterstattung darüber im Auge, wie Plattform-Entscheidungen beeinflussen, was Spieler tatsächlich kaufen und behalten können.








