Manche Spiele kündigen sich mit Trailern und Marketing-Budgets an. The Scroll of Taiwu wählte den klassischen Weg: Mundpropaganda, eine leidenschaftliche Player-Base und acht Jahre unermüdliche Entwicklung, die aus einem Solo-Passion-Projekt eines der aktuell meistdiskutierten PC-RPGs in China machten.
Das Spiel ist das Werk von Heluo Studio, einem kleinen chinesischen Indie-Entwickler, der 2018 eine erste Early-Version von Taiwu veröffentlichte. Was die Spieler damals vorfanden, war bereits ungewöhnlich: eine Wuxia-Lebenssimulation, in der man einen Martial-Arts-Meister von Geburt an aufzieht, durch eine prozedural generierte Welt voller Sekten, Rivalen und uralter Geheimnisse navigiert und schließlich einem jahrhundertealten Nemesis gegenübertritt. Acht Jahre Updates später ist der Umfang dessen, was Heluo erschaffen hat, kaum noch in eine Schublade zu stecken.

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Was Taiwu tatsächlich von jedem anderen RPG unterscheidet
Der Punkt ist: Die meisten RPGs geben dir einen Charakter und eine Story. Taiwu gibt dir ein Leben. Du verwaltest deine Kultivierung (das Wuxia-Konzept des Trainings von Körper und Geist, um übernatürliche Kräfte freizuschalten), deine Beziehungen zu NPCs aus Dutzenden Fraktionen, dein Crafting, dein Studium, deine Ernährung und deinen Kampfstil – alles gleichzeitig, innerhalb einer rundenbasierten Struktur, die jeden einzelnen Tag der Existenz deines Charakters erfasst.
Darunter liegt eine Roguelite-Ebene. Jeder Run beginnt frisch, mit einer anderen Abstammung, anderen Start-Skills und einer anderen Konfiguration der Welt. Dank der prozeduralen Systeme fühlt sich kein Playthrough wie der andere an, und angesichts der Tiefe der Kultivierungs- und Martial-Arts-Skilltrees versenken Spieler routinemäßig Hunderte von Stunden in mehreren Runs, ohne das Angebot des Spiels auszuschöpfen.
Was die meisten Spieler beim ersten Kontakt übersehen, ist, wie sehr das Spiel das Lesen belohnt. Die Welt von Taiwu basiert auf klassischer chinesischer Literatur, Philosophie und Martial-Arts-Fiktion. Die Texte, die dein Charakter im Spiel studiert, basieren auf echten klassischen Werken, und die Kampfphilosophien der verschiedenen Kampfstile spiegeln tatsächliche Denkschulen der Wuxia-Literatur wider. Es ist ein Spiel, das seinen Spielern genug Respekt entgegenbringt, um einen kompletten kulturellen Rahmen zu schaffen, anstatt nur ästhetische Oberflächenmerkmale zu kopieren.
Der achtjährige Entwicklungszyklus, der etwas Ungewöhnliches schuf
Der Entwicklungsansatz von Heluo Studio war fast das Gegenteil dessen, wie moderne Spiele heute entstehen. Anstatt einen polierten Vertical Slice zu veröffentlichen und diesen nach außen hin zu erweitern, verbrachte das Team Jahre damit, bestehende Systeme zu vertiefen, auf Community-Feedback zu reagieren und völlig neue Gameplay-Dimensionen hinzuzufügen: eine komplette Überarbeitung des Craftings, erweiterte NPC-Beziehungsmechaniken, ein überarbeitetes Kampfsystem und neue Story-Inhalte, die mit dem zentralen Antagonisten des Spiels verknüpft sind.
Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich auf eine Weise dicht anfühlt, wie es die meisten RPGs – ob Indie oder nicht – einfach nicht sind. Die engsten Vergleiche sind Spiele wie Dwarf Fortress oder Caves of Qud, Titel, bei denen die Systeme selbst der Content sind und das Meistern echte Zeit in Anspruch nimmt. Aber Taiwu hüllt all das in eine Wuxia-Ästhetik und einen überraschend kohärenten narrativen roten Faden, der dafür sorgt, dass sich einzelne Runs zielgerichtet und nicht rein mechanisch anfühlen.
Warum der Erfolg jetzt kommt und nicht 2018
Das Timing des globalen Durchbruchs von Taiwu ist kein Zufall. Die englische Lokalisierung, die einen wirklich spielbaren Zustand erreicht hat, kombiniert mit der Tatsache, dass chinesische PC-Gaming-Exporte nach Titeln wie Black Myth: Wukong und Neverness to Everness breitere Aufmerksamkeit erlangen und zeigen, dass ein echtes Interesse an Spielen besteht, die in der chinesischen Kultur und Mythologie verwurzelt sind, hat einen Moment geschaffen, in dem Spieler aktiv nach der nächsten Entdeckung aus dieser Szene suchen.
Taiwu bedient diesen Appetit perfekt. Es ist mechanisch ambitioniert auf eine Weise, die sich für Spieler, die von westlichen RPG-Konventionen ausgebrannt sind, frisch anfühlt, und seine kulturelle Spezifität ist ein Feature und kein Hindernis. Wenn du unseren Neverness to Everness Character-Pixels-Guide verfolgt oder dein Setup mit dem Neverness to Everness Best-PC-Settings-Guide optimiert hast, stellt Taiwu eine ganz andere Art von chinesischem Gaming-Erlebnis dar, das jedoch aus derselben Welle des Interesses schöpft.
Der entscheidende Punkt ist, dass Taiwu nicht versucht, mit Big-Budget-Action-RPGs auf deren Terrain zu konkurrieren. Es macht strukturell etwas anderes: Es ist ein Spiel über Geduld, Meisterschaft und die Anhäufung von Wissen über viele Runs hinweg, gebaut von einem kleinen Team, das offensichtlich viele der Spiele, die sie lieben, selbst gespielt hat, bevor sie ihr eigenes entwickelten.
Was das für Spieler bedeutet, die einsteigen wollen
Die Lernkurve ist steil. Taiwu nimmt dich nicht an die Hand, und die schiere Menge an Systemen, die in den ersten Stunden präsentiert werden, kann sich anfühlen, als würde man ein Handbuch in einer Sprache erhalten, die man gerade erst lernt. Die Community rund um das Spiel hat umfangreiche Guides erstellt, und die englische Lokalisierung hat sich erheblich verbessert, aber du solltest deinen ersten Run eher als Erkundungstour betrachten und nicht als Versuch, das Spiel sofort zu „gewinnen“.
Für Spieler, die ihre RPGs mit echter mechanischer Tiefe mögen und bereit sind, Zeit in das Verständnis eines Systems zu investieren, bevor es sie belohnt, ist Taiwu die Art von Entdeckung, bei der man das Gefühl hat, etwas gefunden zu haben, das die meisten Leute noch nicht gespielt haben. Dieses Gefühl wird jedes Jahr seltener.
Besuche unseren Gaming-Guides-Hub für weitere Berichterstattung, während die globale Community rund um The Scroll of Taiwu weiter wächst und Ressourcen für neue Spieler produziert, die das Spiel zum ersten Mal entdecken.








