AMD-Spieler, die Valorant zocken, haben endlich eine native Option zur Latenzreduzierung, die mit dem mithalten kann, was Nvidia-Nutzer seit Jahren mit Reflex genießen. Anti-Lag 2 ist jetzt im Spiel live und wurde stillschweigend mit Patch 12.09 hinzugefügt. Der Haken? Wenn du eine High-End-RDNA-GPU nutzt, ist der reale Unterschied so gering, dass du ihn womöglich gar nicht bemerkst.

Anti-Lag 2-Schalter in den Einstellungen
Was Anti-Lag 2 in Valorant tatsächlich bewirkt
Anti-Lag 2 ist AMDs In-Game-Technologie zur Latenzreduzierung, die eine direkte Integration durch den Entwickler erfordert, anstatt rein auf Treiberebene zu arbeiten. Im Gegensatz zum älteren, treiberbasierten Anti-Lag kommuniziert diese Version direkt mit der Game-Engine, um die Zeit zwischen deinem Mausklick und der visuellen Reaktion auf dem Bildschirm zu verkürzen. Für einen Shooter wie Valorant, bei dem ein paar Millisekunden über einen sauberen Headshot oder einen Fehlschuss entscheiden können, ist diese Reaktionszeit entscheidend.
Das Feature ist mit RDNA-Architektur-GPUs (RX 6000-Serie und neuer) kompatibel. Da es nach dem Einloggen nicht standardmäßig aktiviert ist, musst du es manuell ganz unten auf der Seite der Grafikeinstellungen einschalten.
Die Zahlen aus der Praxis
Hier ist der Punkt: Die gemessenen Gewinne sind ernüchternd. Tests von Jacob Fox unter Verwendung eines Nvidia Latency and Display Analysis Tool (LDAT), das die Zeit zwischen Mausklick und dem Mündungsfeuer der Waffe auf dem Bildschirm misst, umfassten über 150 Klicks pro Konfiguration auf einer AMD Radeon RX 9070 XT in Kombination mit einem Ryzen 7 7800X3D. Die Ergebnisse:
Eine Verbesserung von 0.16 ms ist technisch gesehen ein Gewinn, liegt aber vollkommen innerhalb der natürlichen Messabweichung. Die dritte Konfiguration, bei der sowohl das treiberbasierte Anti-Lag als auch das In-Game Anti-Lag 2 gleichzeitig aktiv waren, schnitt mit 10.03 ms sogar leicht schlechter ab. Ob das Aktivieren beider Optionen dazu führt, dass eine die andere überschreibt, oder ob das Ergebnis nur Rauschen ist, geht aus den Tests nicht eindeutig hervor.
Warum High-End-Systeme so wenig profitieren
Der Schlüssel liegt darin, zu verstehen, was Anti-Lag 2 eigentlich löst. Auf einem leistungsstarken System läuft die gesamte Pipeline von der Eingabe bis zur Anzeige bereits mit sehr hoher Geschwindigkeit. Es gibt kaum Spielraum, den die Technologie noch optimieren könnte. Die größeren Gewinne zeigen sich bei Hardware der Mittelklasse oder im Einstiegsbereich, wo CPU- oder GPU-Bottlenecks mehr Spielraum für Latenzverbesserungen bieten.
Die kompetitive Spielerbasis von Valorant setzt bevorzugt auf Monitore mit hoher Bildwiederholrate und schnelle Hardware, gerade weil das Spiel niedrige Latenzen belohnt. Genau bei diesem Hardware-Profil schrumpfen die Verbesserungen durch Anti-Lag 2 jedoch gegen Null.
Wer profitiert tatsächlich?
Spieler mit älteren oder Mittelklasse-AMD-GPUs, etwa im Bereich einer RX 6600 oder RX 7600, und eher bescheidenen CPUs werden am ehesten einen spürbaren Unterschied feststellen. Das Feature lässt sich leicht testen, da der Schalter direkt in den Grafikeinstellungen liegt und sofort ohne Neustart wirksam wird.
Der Kompromiss bei der Framerate sollte im Hinterkopf behalten werden. Wenn dein System Valorant bereits mit 400+ fps ausgibt, ist ein Abfall bei den 1% Lows irrelevant. Wenn du jedoch eine bestimmte Framerate anstrebst, um die Bildwiederholrate deines Monitors zu bedienen, wird dieser Kostenfaktor bedeutsamer.

FPS-Anzeige im Valorant-Übungsmodus
Für AMD-Nutzer, die auf Parität mit Nvidia Reflex gewartet haben, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Einführung leiser ausfällt als erwartet. Das Feature wird sich wahrscheinlich durch Treiber-Updates und weitere Optimierungen seitens des Spiels mit der Zeit verbessern. Für den Moment ist es am besten, es auf dem eigenen Setup zu testen, anstatt davon auszugehen, dass die Ergebnisse den High-End-Benchmarks entsprechen.
Wenn du neu im Spiel bist und jede Performance-Optimierung aus deinem System herausholen willst, schau dir den Valorant-Anfänger-Guide an. Dort findest du eine vollständige Übersicht zu Einstellungen, Agenten-Rollen und Economy-Grundlagen, die einen weitaus größeren Einfluss auf deine Ergebnisse haben als eine Latenzverbesserung von 0.16 ms.







