Acht Jahre. So lange warten Fans nun schon mit einem 36-sekündigen Teaser und absolut nichts weiter vorzuweisen. The Elder Scrolls 6 wurde auf der E3 2018 angekündigt und hat diese Woche offiziell die 8-Jahres-Marke überschritten – ohne Gameplay, ohne Release-Fenster und ohne konkrete Details, abgesehen von der Aussage von Xbox-Chef Matt Booty Anfang des Jahres, dass es „gut vorankommt“.
Die Sache ist die: Die neue Microsoft Gaming CEO Asha Sharma versucht möglicherweise tatsächlich, etwas dagegen zu unternehmen.
Was Sharma Berichten zufolge plant
Sharma drängt darauf, zusätzliche Finanzmittel in die größten Franchises von Xbox zu leiten, wobei Bethesda Game Studios und Halo Studios explizit als Ziele genannt werden. Das berichtete Ziel ist simpel: Den Studios die finanziellen Ressourcen geben, um schneller zu arbeiten, die Entwicklungszyklen zu verkürzen und Sequels zu Fallout, The Elder Scrolls und Halo früher in die Hände der Spieler zu bringen, als es die aktuellen Prognosen vermuten lassen.
Dies ist keine vage „Wir wollen bessere Spiele“-Aussage. Die Strategie zielt spezifisch auf eine Beschleunigung durch Investitionen ab, was ein deutlich anderer Ansatz ist, als den Studios einfach nur zu sagen, sie sollen sich beeilen.
Das Zeitplan-Problem, das dies relevant macht
Um zu verstehen, warum das wichtig ist, muss man sich die Zahlen ansehen. The Elder Scrolls V: Skyrim erschien 2011, fünf Jahre nach The Elder Scrolls IV: Oblivion. Diese fünfjährige Lücke fühlte sich damals lang an. Jetzt steuert The Elder Scrolls 6 auf eine potenzielle Lücke von 15 bis 20 Jahren zu, je nachdem, wann es tatsächlich erscheint.
Aktuelle Schätzungen für The Elder Scrolls 6 reichen von 2027 im optimistischen Fall bis weit in die 2030er Jahre, falls die Entwicklung auf weitere Verzögerungen stößt. Todd Howard selbst sagte, es gebe „keine Eile“ und verwies auf die Millionen von Spielern, die in Bethesdas bestehendem Katalog noch aktiv sind, als Rechtfertigung für das Tempo. Diese Logik ergibt aus geschäftlicher Sicht Sinn. Aus Spielersicht fühlt es sich anders an.
Dasselbe Problem bei der Entwicklungsdauer gilt für Fallout. Fallout 4 erschien 2015, und obwohl Fallout 76 das Franchise präsent gehalten hat, ist ein richtiges Singleplayer-Sequel nicht in Sicht. Die Amazon-TV-Serie hat das Interesse am IP massiv wiederbelebt, was das Fehlen eines neuen Hauptteils umso deutlicher macht.
Sharmas 100-Tage-Reset und was er signalisiert
Sharma übernahm den Posten als Xbox CEO während einer Phase, die das Unternehmen selbst als „100-Tage-Reset“ bezeichnete. Sie hat intern bereits eingeräumt, dass die Gaming-Sparte von Microsoft „überdehnt“ war, woraufhin Berichte über bevorstehende, signifikante Entlassungen folgten. Das ist der Hintergrund, vor dem dieser berichtete Investitionsvorstoß stattfindet.
Der springende Punkt ist, dass die Beschleunigung der Entwicklung von Flaggschiff-Franchises bei gleichzeitiger Reduzierung der Gemeinkosten kein Widerspruch ist, sondern eine strategische Neuausrichtung. Den Fokus verengen und Ressourcen auf die Titel konzentrieren, die wirklich etwas bewegen. Fallout, Elder Scrolls und Halo sind die drei Franchises, die die First-Party-Identität von Xbox im Bereich RPG-Spiele und Action definieren. Stärker auf diese zu setzen und sich anderswo zurückzuziehen, ist eine schlüssige Position, auch wenn die Details der Umsetzung noch unklar sind.
Ob Bethesdas Entwicklungs-Pipeline mit mehr Geld tatsächlich komprimiert werden kann, ist eine andere Frage. Der Release von Starfield im Jahr 2023 hat gezeigt, dass das bloße Hineinpumpen von Ressourcen in ein Bethesda-RPG nicht automatisch das Ergebnis garantiert, auf das die Fans gehofft haben. Entwicklungskultur, Tools und der Scope beeinflussen Zeitpläne auf eine Weise, die allein durch Finanzierung nicht behoben werden kann.
Was das für Spieler bedeutet, die auf Elder Scrolls 6 warten
Realistisch gesehen ändert keine Ankündigung von Sharma die kurzfristige Situation für The Elder Scrolls 6. Das Spiel befindet sich tief in der Entwicklung, und der eingeschlagene Kurs wird nicht über Nacht durch die Prioritäten einer neuen CEO geändert. Das aussagekräftigere Signal ist, ob diese berichtete Investitionsstrategie Bestand hat, während Sharmas Amtszeit über die Reset-Phase hinausgeht.
Wenn das Finanzierungsversprechen real und nachhaltig ist, könnte es das nächste Projekt nach Elder Scrolls 6 stärker beeinflussen als das aktuelle. Bethesdas Entwicklungszyklen sind mit jeder Generation länger geworden, und diesen Trend zu durchbrechen erfordert strukturelle Änderungen, nicht nur eine Budgeterhöhung.
Für Spieler, die seit 2018 warten, ist die ehrliche Einschätzung, dass Sharmas berichteter Vorstoß ein positives Signal in einer Zeit ist, die ansonsten von Unsicherheit und Schrumpfung bei Xbox geprägt war. Es ist kein Release-Datum. Aber es ist das erste Mal seit Langem, dass jemand an der Spitze der Xbox-Hierarchie das Warten als ein Problem betrachtet, das es zu lösen gilt.
Behalten Sie im Auge, was bei der nächsten großen Showcase von Xbox präsentiert wird. Wenn Sharmas Investitionspläne real sind, werden die ersten konkreten Anzeichen wahrscheinlich dort auftauchen. Für alles andere Bethesda-bezogene während des Wartens sind die Skyrim-Strategieguides immer noch der beste Weg, um die Lücke zu füllen.








