Die Anzeichen waren bereits seit Juni deutlich, als Xbox seinen „Next 100 Days“-Reset-Beitrag veröffentlichte. Nun liegt das Gesamtbild vor, und es ist von erheblicher Tragweite.
Xbox-Chefin Asha verschickte am 6. Juli eine unternehmensweite Nachricht, in der sie die „bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox“ ankündigte. Im Laufe des Geschäftsjahres 2027 werden rund 3.200 Stellen gestrichen, wobei etwa 1.600 davon unmittelbar betroffen sind. Vier Studios verlassen Xbox vollständig. Das Betriebsmodell wird von Grund auf neu aufgebaut.

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Warum der Game Pass die Rechnung nicht aufgehen ließ
Die Sache ist die: Die interne Begründung, die Asha darlegte, ist offener, als man es von den meisten Umstrukturierungs-Memos großer Konzerne gewohnt ist. Xbox startete in diese Konsolengeneration mit einer kleineren Install-Base als die Konkurrenz und einer höheren Kostenstruktur. Die großen Wetten auf Game Pass, Multi-Plattform-Releases und ein breit gefächertes Content-Portfolio schufen zwar Mehrwert, aber nicht in dem Tempo, das das Geschäft erforderte.
Die von Asha genannten Zahlen sind drastisch. Xbox arbeitete mit Margen, die 3 bis 10 Mal niedriger waren als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen. In einem typischen Jahr verlor die Sparte 64 Cent für jeden Dollar, der in das Studio-Portfolio investiert wurde. Das ist kein kurzfristiger Ausreißer, sondern ein strukturelles Problem, das sich verschärfte, da Xbox kontinuierlich Studios akquirierte und den Personalbestand aufstockte, in der Hoffnung, dass das Wachstum irgendwann aufholen würde.
Das geschah nicht. Und jetzt wird die Rechnung präsentiert.
Vier Studios wechseln den Besitzer
Compulsion Games und Double Fine Productions werden zu unabhängigen Studios und nehmen ihre IP, Back-Kataloge und ausreichend Budget mit, um ihre nächsten Spiele zu entwickeln. Ninja Theory und Undead Labs haben sich auf Bedingungen geeinigt, um unter neue Eigentümer zu wechseln, wobei Finanzmittel speziell für die Fertigstellung der Nachfolgearbeiten an Senua's Saga: Hellblade II sowie State of Decay 3 bereitgestellt wurden. In Frankreich beginnt Arkane mit der Konsultation seines Betriebsrats, um strategische Optionen zu prüfen – der rechtlich vorgeschriebene erste Schritt vor jedem Eigentümerwechsel.
Stellenstreichungen finden auch bei Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King, Mojang und Xbox Game Studios statt, wobei Asha klarstellte, dass im Zuge dieser Kürzungen keine bereits angekündigten First-Party-Titel eingestellt werden.
Mojang und King werden enger an die Konzernspitze angebunden und berichten nun direkt an Asha. Die Begründung ist logisch: Minecraft und Candy Crush repräsentieren die höchsten monatlich aktiven Spielerzahlen von Xbox und verleihen der Plattform eine demografische Reichweite, die das reine Konsolengeschäft allein nicht bieten kann.
Flachere Hierarchien, weniger Management-Ebenen
Die Plattform-Sparte des Unternehmens erfährt eine ähnliche Überarbeitung. Die Plattform-Teams von Xbox wuchsen seit Beginn dieser Konsolengeneration um 40%, obwohl die Spielerbasis und die Spielzeit zurückgingen. In einigen Bereichen des Unternehmens mussten Arbeitsabläufe durch 14 Management-Ebenen laufen.
Das neue Ziel sind maximal 5 Management-Ebenen, idealerweise 3. Die Struktur wird um drei Rollen herum neu aufgebaut: Maker (Individual Contributors, die sich auf die Entwicklung konzentrieren), Player-Coaches (Führungskräfte, die operativ eingebunden bleiben und ihre Teams weiterentwickeln) und direkt verantwortliche Personen, die für spezifische Entscheidungen und Ergebnisse zuständig sind.
Die Ausgaben für externe Dienstleister werden um 50% gekürzt. Die Codebasis wird vereinfacht. Gemeinsame Dienste ersetzen die fragmentierten, team-spezifischen Toolsets.
Helen Chiang wurde zur Chief Operating Officer befördert, eine neue Rolle bei Xbox, die die durchgehende P&L-Verantwortung für Content, Hardware, Plattform und Services umfasst. Chiang ist seit fast zwei Jahrzehnten bei Microsoft und leitete unter anderem Mojang und das Minecraft-Franchise. Dave McCarthy, der 17 Jahre lang Xbox Live und die Plattform-Ebene maßgeblich mitgestaltete, geht in den Ruhestand.
Was das in der Praxis für Spieler bedeutet
Game Pass-Abonnenten werden wahrscheinlich keine unmittelbare Änderung in ihrer Bibliothek spüren. Es werden keine angekündigten First-Party-Titel gestrichen, und die Studios, die in eine unabhängige Verwaltung übergehen, nehmen ihre Projekte mit. Die größere Frage ist, wie die nächste Welle der Xbox-Exclusives aussehen wird, sobald sich die Umstrukturierung eingependelt hat.
Xbox hat explizit erklärt, dass man für 2027 eine Rückkehr zum Wachstum erwartet. Das gibt der Plattform etwa 18 Monate Zeit, um zu beweisen, dass das schlankere Modell funktioniert. Spieler auf Xbox-Hardware, Game Pass Ultimate oder PC Game Pass werden die Release-Kadenz der First-Party-Titel in diesem Zeitraum genau beobachten.
Für alle, die derzeit Xbox-Titel spielen, bleibt das tägliche Spielerlebnis gleich. Wenn Sie Ihr Setup für aktuelle Xbox-Releases optimieren, ist unser Guide zu den besten Xbox-Einstellungen für Battlefield REDSEC ein Lesezeichen wert, und die Analyse zum Defibrillator-Rework und den Progressionsänderungen in Battlefield 6 deckt das neueste Update im Detail ab. Für alles Weitere, was auf der Plattform erscheint, ist unser Gaming-Guides-Hub die richtige Anlaufstelle, während sich das Xbox-Lineup unter der neuen Struktur formt.








