Überblick
Batman: Arkham Origins, entwickelt von WB Games Montreal und veröffentlicht am 25. Oktober 2013, ist ein Third-Person-Action-Adventure, das in einer erweiterten Version von Gotham City spielt. Das Spiel findet Jahre vor den Ereignissen von Arkham Asylum und Arkham City statt und fungiert sowohl als narratives Prequel als auch als Origin-Story für viele der prägenden Beziehungen des Franchise. Die zentrale Prämisse ist messerscharf: Black Mask hat an Heiligabend ein Kopfgeld von $50 Millionen auf Batman ausgesetzt und damit acht der tödlichsten Assassinen des DC-Universums gleichzeitig auf ihn angesetzt.
Dies ist ein jüngerer, rauerer Batman, als ihn Fans der Rocksteady-Spiele kennen. Er macht Fehler, schätzt Bedrohungen falsch ein und hat sich den Respekt oder die Furcht, die spätere Versionen des Charakters definieren, noch nicht erarbeitet. Dieser Rahmen gibt der Story den nötigen Raum zur Entfaltung, den eine Geschichte über einen Batman in der Mitte seiner Karriere nicht hätte, und die ersten Begegnungen mit Charakteren wie dem Joker und Deathstroke gewinnen dadurch an echtem Gewicht.
Gameplay und Mechaniken
Das aus Arkham City bekannte FreeFlow-Kampfsystem bleibt das Rückgrat von Origins, doch WB Games Montreal hat es um neue Gegnertypen erweitert, die Spieler dazu zwingen, sich mitten im Kampf anzupassen. Zu den wichtigsten Ergänzungen des Kampf-Repertoires gehören:

- Gepanzerte Enforcer, die Gadget-basierte Konter erfordern
- Martial Artists, die Batmans Standardangriffe kontern
- Remote Claw zum Erstellen von Seilrutschen oder um Gegner von Aussichtspunkten aus aufzuhängen
- Concussion Detonator für Crowd Control in dichten Kämpfen
- Erweiterte Batclaw-Zip-Mechaniken für schnellere Fortbewegung
Die Gegner-Vielfalt verhindert, dass sich die Kämpfe während der gesamten Kampagnen-Laufzeit repetitiv anfühlen. Gepanzerte Enforcer lassen sich nicht einfach niederschlagen, Martial Artists unterbrechen den Rhythmus von Standard-Konter-Ketten und Kämpfe gegen mehrere Elite-Typen gleichzeitig erfordern echte Aufmerksamkeit bei der Positionierung.

Gotham selbst ist größer als in Arkham City und in verschiedene Bezirke mit eigenständiger visueller Identität unterteilt – vom industriellen Hafenviertel bis hin zu den wohlhabenderen Stadtteilen im Norden. Die offene Welt ist mit Nebenmissionen unter dem Banner „Gotham's Most Wanted“ gefüllt, die jeweils mit namentlich bekannten Kriminellen verknüpft sind und eigene Begegnungen sowie Upgrade-Belohnungen bieten.
Was bringt der Detektiv-Modus?
Das Case-File-System ist die sinnvollste mechanische Neuerung in Origins. Anstatt Tatorte nur nach hervorgehobenen Objekten zu scannen, rekonstruieren Spieler die Ereignisse in Echtzeit mithilfe von Batmans Cowl-Sensoren in Kombination mit dem Batcomputer. Ein Tatort wird zu einer digitalen Wiedergabe, wobei die Simulation Details enthüllt, die bei einem statischen Scan verborgen geblieben wären. Es ist eine aktivere Version der Detektivarbeit, als sie die Serie zuvor geboten hat, und die Mordermittlung, die den ersten Akt der Story verankert, ist wirklich gut konstruiert.

Das System belohnt Geduld. Wer eine Rekonstruktion überstürzt, ohne alle verfügbaren Daten zu sammeln, erhält ein unvollständiges Bild – und das Spiel nutzt diese Unvollständigkeit in einigen denkwürdigen Momenten als narratives Mittel, in denen Batmans Annahmen aus seiner frühen Karriere ihn in die falsche Richtung führen.
Welt und Setting
Die Story an Heiligabend anzusiedeln, war eine kluge tonale Entscheidung. Gotham im Schnee, mit festlicher Dekoration über Straßen voller Krimineller, verleiht Origins eine unverwechselbare Atmosphäre, die es von seinen Vorgängern abhebt. Die Stadt wirkt bewohnt statt unter Quarantäne gestellt, was die Einsätze geerdeter erscheinen lässt.

Das Charakter-Roster deckt ein breites Spektrum ab. Deathstroke, Bane, Deadshot, Firefly, Copperhead und andere erhalten jeweils eine bedeutsame Screentime, und das Spiel geht mit der Einführung des Jokers so zurückhaltend um, dass sie voll einschlägt. Captain Gordon als Skeptiker statt als Verbündeter sorgt für Reibungspunkte in der Story, die spätere Spiele nicht mehr replizieren konnten.
Der Online-Multiplayer wurde am 4. Dezember 2016 eingestellt, aber die Singleplayer-Kampagne bleibt offline vollständig spielbar. Für ein Spiel, das sich um die Identitätsfindung und erste Begegnungen dreht, steht die Kampagne für sich allein als der definitive Grund, Batman: Arkham Origins zu spielen.











