Overview
BioShock Infinite ist der dritte Teil der BioShock-Reihe von Irrational Games, teilt jedoch keine direkte narrative Verbindung zur Unterwasserstadt Rapture aus den ursprünglichen Spielen. Stattdessen erschafft es eine völlig neue Welt: Columbia, eine in der Luft schwebende Stadt, angetrieben vom amerikanischen Exzeptionalismus in seiner brutalsten Form. Wir schreiben das Jahr 1912, und der Stadtgründer, Father Comstock, hat Columbia in einen theokratischen Kult verwandelt, gehüllt in patriotische Inszenierungen.
Booker DeWitt kommt mit einem simplen Auftrag nach Columbia: Er soll eine Frau namens Elizabeth finden und sie nach New York bringen, um seine Schulden zu begleichen. Was folgt, ist alles andere als simpel. Elizabeth hat ihr ganzes Leben in einem Turm verbracht, doch sie hat die Fähigkeit entwickelt, Risse in Raum und Zeit zu öffnen, durch die sie mitten im Kampf Waffen, Deckung und Verbündete aus parallelen Realitäten herbeirufen kann. Die Story verwebt Themen wie amerikanische Mythologie, religiösen Extremismus und Quantenmechanik auf eine Weise, die sich auch über ein Jahrzehnt nach Release noch ambitioniert anfühlt.
Gameplay und Mechaniken
Das Combat-System in BioShock Infinite baut auf dem für die Serie typischen Mix aus konventionellen Schusswaffen und übernatürlichen Kräften auf, die diesmal Vigors statt Plasmids genannt werden. Zu den wichtigsten Mechaniken gehören:

- Vigors wie Bucking Bronco und Murder of Crows, die Gegner mit Crowd-Control-Effekten belegen oder betäuben
- Sky-Line-Schienen, die es Booker ermöglichen, durch offene Arenen zu flitzen und von oben anzugreifen
- Elizabeths Riss-Fähigkeit, mit der sie während Kämpfen Geschütze, Deckung oder Munition herbeiruft
- Ein Waffenlimit von zwei Slots, das Echtzeit-Entscheidungen beim Loadout erzwingt
- Gear-Pickups, die passive Fähigkeiten modifizieren
Die Open-Air-Kampfarenen sind eine echte Abkehr von den klaustrophobischen Korridoren von Rapture. Kämpfe gegen fünfzehn oder mehr Gegner in vertikalen Räumen, bei denen Booker auf Sky-Lines reitet und Elizabeth Vorräte über die Map zuwirft, erzeugen eine kinetische Energie, die frühere BioShock-Spiele nie versucht haben.

Welt und Setting
Columbia ist die größte Errungenschaft des Spiels. Jede Straße, jedes Schaufenster und jedes Propagandaposter verrät dir genau, was für ein Ort dies ist: eine Stadt, die die Gründerväter als göttliche Figuren verehrt, während sie jeden brutalisiert, der nicht in ihre Vision amerikanischer Reinheit passt. Das Setting von 1912 gibt Irrational Games den Raum, sich mit realen historischen Schattenseiten wie Rassismus und Klassenkampf auseinanderzusetzen, ohne diese zu beschönigen.
Elizabeth fungiert als echte Begleiterin und nicht als Last. Sie sucht nach Vorräten, kommentiert die Welt um sich herum und reagiert auf Bookers Entscheidungen auf eine Weise, die die Beziehung verdient und nicht geskriptet wirken lässt. Wenn die Story ihr Ende erreicht, trägt diese Beziehung ein enormes emotionales Gewicht.

Impact und Legacy
BioShock Infinite erschien mit einem Metacritic-Score von 94 auf dem PC und gewann zahlreiche Game of the Year-Awards für das Jahr 2013. Die Burial at Sea DLC-Episoden verbanden später Columbia und Rapture auf eine Weise, die langjährige Fans der Serie belohnte, stundenlangen Content hinzufügte und Ereignisse aus dem ursprünglichen BioShock in einen neuen Kontext setzte.
Das Spiel bleibt ein Maßstab für narrative Ambitionen im First-Person-Shooter-Genre. Die Bereitschaft, ein Setting um spezifische historische Ängste herum aufzubauen, statt auf eine generische Dystopie zu setzen, verleiht ihm eine Besonderheit, die Bestand hat. Irrational Games wurde 2014 geschlossen, was BioShock Infinite zum letzten Release des Studios macht und ihm eine Bedeutung verleiht, die rein mechanische Spiele nie erreichen.












