Überblick
Bonereader ist ein kartenbasierter Deckbuilder mit Dice-Mechanics, entwickelt von Bonereaders und veröffentlicht von DANGEN Entertainment. Die Prämisse ist knallhart: Du wirst auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet und wachst an einem Ort auf, der seltsamer nicht sein könnte. Das Purgatory, in dem du dich wiederfindest, bedient sich direkt bei Carlos Castanedas schamanischer Philosophie und der düsteren literarischen Schwere von Cormac McCarthy – das Ergebnis ist eine Atmosphäre, die sich im Genre der Deckbuilder wirklich einzigartig anfühlt. Geister bevölkern diesen liminalen Raum, und der einzige Weg, sie zu überwinden, ist zu spielen.
Das Spiel erscheint am 6. August 2026 auf Steam für Windows. DANGEN Entertainment, der Publisher hinter mehreren bemerkenswerten Indie-Titeln, bringt Bonereader auf den PC für Spieler, die sich nach etwas sehnen, das das Deckbuilder-Format in dunklere, fremdartigere Gefilde führt als die üblichen Fantasy- oder Sci-Fi-Klischees des Genres.

Gameplay und Mechaniken: Wie funktionieren das Karten- und Würfelsystem?
Der Core-Loop kombiniert zwei der bekanntesten Systeme aus dem Tabletop-Bereich auf eine Weise, die jede Begegnung unvorhersehbar macht. Hier sind die wichtigsten mechanischen Säulen:

- Kartenbasiertes Deckbuilding mit strategischem Hand-Management
- Dice-Mechanics, die Zufall in jede Konfrontation bringen
- Geister-Kämpfe, die als Glücksspiele strukturiert sind
- Progression durch das Überleben von Begegnungen und den Ausbau deines Decks
- Wiedergeburt als ultimative Belohnung für die Meisterung des Systems
Das Würfelelement ist es, was Bonereader von der überfüllten Deckbuilder-Landschaft abhebt. Während die meisten Kartenspiele dich eine deterministische Engine bauen lassen, sorgt die Würfel-Ebene dafür, dass selbst ein gut durchdachtes Deck mit echter Ungewissheit konfrontiert wird. Kämpfe gegen Geister fühlen sich weniger wie Rätsel an, die es zu lösen gilt, sondern eher wie Verhandlungen mit dem Schicksal – was perfekt zum schamanischen Setting passt.

Welt und Setting: Purgatory als psychedelische Arena
Das Setting leistet hier ganze Arbeit. Castanedas Einfluss zeigt sich in der animistischen Logik der Welt, in der Geister nicht einfach nur Gegner sind, sondern Teilnehmer einer kosmischen Ordnung, die weit vor dem Tod deines Charakters existierte. McCarthys Handschrift ist im Ton spürbar: karg, schonungslos und mit dem Gefühl, dass das Universum nach Regeln funktioniert, denen dein Überleben völlig egal ist.
Dies ist kein Horrorspiel, das sich als Deckbuilder tarnt. Die Meskalin-beeinflusste Ästhetik setzt eher auf Surrealismus als auf bloßes Grauen und verleiht der Welt eine halluzinogene Qualität, bei der sich jede neue Begegnung anfühlt, als würde man tiefer in einen veränderten Bewusstseinszustand eintauchen. Das schamanische Purgatory fungiert sowohl als narrative Kulisse als auch als mechanische Arena, und beides ist untrennbar miteinander verbunden.
Innovation und einzigartige Features: Was macht Bonereader besonders?
Die meisten Deckbuilder verankern ihre Identität in Progressionssystemen oder Loot-Vielfalt. Bonereaders Identität entspringt seinem Quellenmaterial und der philosophischen Schwere, die es in die Mechaniken einbringt. Das Konzept der Wiedergeburt als Siegbedingung rahmt jede Niederlage als Schritt auf einer längeren Reise um, statt als bloßen Failure-State – das verändert die Art und Weise, wie du mit dem Schwierigkeitsgrad umgehst.

Die Würfel-Integration rückt Bonereader zudem näher an die Seite der Brettspiele innerhalb seiner Klassifizierung als Karten- und Brettspiel, was ihm eine taktische Unvorhersehbarkeit verleiht, die reine Kartenspiele selten erreichen. Für Spieler, die die meisten Deckbuilder als zu „lösbar“ empfinden, sobald die Meta klar ist, ist diese Zufälligkeit ein echtes Feature und kein Makel. Bonereader bekennt sich voll und ganz zu der Idee, dass Glücksspiele, die gegen Geister in einem schamanischen Jenseits ausgetragen werden, sich auch tatsächlich wie Glück anfühlen sollten.










