Overview
Bully: Scholarship Edition ist die erweiterte Fassung von Rockstar Toronto des 2006 erschienenen Originals, die im Februar 2008 für PC, Xbox 360 und Wii veröffentlicht wurde. Die Prämisse klingt simpel: Ein problematischer Teenager wird an einem Internat abgesetzt und muss dort überleben. Was das Spiel so gut macht, ist die Sorgfalt, mit der Rockstar die Bullworth Academy als lebendiges soziales System konstruiert hat, in dem Jocks, Nerds, Preppies, Greasers und Bullies alle nach ihren eigenen Regeln spielen und entsprechend auf Jimmys Aktionen reagieren.
Die Scholarship Edition fügt vier neue Klassen, zwei neue Missionen und zusätzliche Charaktere hinzu, die in der ursprünglichen PlayStation 2-Version nicht enthalten waren. Zudem bietet sie freischaltbare Items und erweiterten Content, wodurch sich das ohnehin schon dichte Spiel noch vollständiger anfühlt. Für alle, die das Original gespielt und nie wieder angerührt haben, sind die Unterschiede deutlich genug, um einen zweiten Durchgang zu rechtfertigen.
Gameplay und Mechaniken
Jimmys Kern-Toolkit deckt für einen einzelnen Charakter ein breites Spektrum ab:

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- Nahkampf mit einem Ausweich- und Kontersystem
- Steinschleuder, Stinkbomben und andere improvisierte Waffen
- Fahrrad- und Go-Kart-Fortbewegung in Bullworth Town
- Klassen-Minigames, die echte Stat-Boosts freischalten
- Soziale Interaktionen, die das Ansehen bei den Fraktionen verändern
Das Klassensystem ist der Punkt, an dem sich Bully von anderen Open-World-Spielen von Rockstar abhebt. Der Besuch des Englischunterrichts verbessert Jimmys Fähigkeit, sich aus Ärger herauszureden. Chemie schaltet neue Projektile frei. Sportunterricht verbessert die Kampfwerte. Wer den Unterricht schwänzt, erhöht seinen Ärger-Meter bei der Fakultät. Jede Mechanik beeinflusst, wie die Welt auf dich reagiert.

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Das Kampfsystem ist nach modernen Standards simpel, fühlt sich aber nie wie ein Nachteil an. Die Schlägereien sind wuchtig und übersichtlich, und das Spiel verlangt selten extreme Präzision. Was es jedoch verlangt, ist Aufmerksamkeit für das soziale Ökosystem. Einen Nerd vor den Augen der Jocks anzugreifen, hat Konsequenzen. Einem Greaser bei einem Job zu helfen, steigert den Respekt der Fraktion. Jede Aktion hat soziales Gewicht.
Welt und Setting
Die Bullworth Academy liegt in einer kleinen fiktiven Stadt in Neuengland, und das Spiel öffnet die Umgebung, während Jimmy die fünf Kapitel durchläuft. Die Stadt umfasst einen Jahrmarkt, ein Einkaufsviertel, einen Trailerpark und einen Strand, die jeweils mit bestimmten Story-Abschnitten und Fraktionsgebieten verknüpft sind.
Der Tag-Nacht-Zyklus und der Stundenplan verleihen der Welt eine echte Struktur. Die Schüler folgen Routinen. Die Fakultät patrouilliert zu bestimmten Zeiten. Nach Einbruch der Dunkelheit gilt die Ausgangssperre. Das Spiel lässt die Welt nie wie eine statische Kulisse wirken.

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Warum lohnt es sich, die Scholarship Edition heute noch zu spielen?
Für ein Spiel aus dem Jahr 2008 hält sich Bully strukturell besser als die meisten seiner Zeitgenossen. Die Texte sind scharf und stellenweise wirklich witzig, die Missionen sind abwechslungsreich genug, um über einen 15- bis 20-stündigen Spieldurchgang hinweg interessant zu bleiben, und die sozialen Systeme fühlen sich ihrer Zeit voraus an. Die meisten Open-World-Spiele behandeln NPCs immer noch wie Statisten. Bullworth behandelt sie wie eine politische Landkarte.
Die auf Steam erhältliche PC-Version basiert auf veralteter Technologie, und der Port hat bekannte Probleme mit moderner Hardware, die einige Spieler durch Community-Patches beheben. Das Kernspiel unter diesen technischen Falten bleibt eine der fokussiertesten Open-World-Erfahrungen, die Rockstar je veröffentlicht hat. Eine kompakte Karte, klare Ziele und ein Protagonist mit mehr Persönlichkeit als die meisten Hauptcharaktere in Spielen mit doppeltem Budget.

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