Overview
Ultra Despair Girls ist die radikalste Abkehr von der Danganronpa-Formel, die Spike Chunsoft je gewagt hat. Während die Hauptspiele die Schüler in Gerichtssälen und Klassenzimmern gefangen halten, wirft dieses Spin-off Komaru Naegi mitten in die Straßen von Towa City – ein einst normaler Ort, der nun von Monokuma-Robotern wimmelt, die jeden Erwachsenen auf Sicht eliminieren. Der Wechsel vom Visual Novel zum Third-Person-Shooter ist absolut beabsichtigt und sorgt für einen harten Bruch. Dies ist eine düstere, rauere Story, die eher durch Action als durch Deduktion erzählt wird.
Komaru ist keine erfahrene Überlebenskünstlerin. Sie verbrachte über ein Jahr eingesperrt in einem Apartment, bevor das Chaos ausbrach, und diese Hilflosigkeit spürt man in den ersten Spielstunden deutlich. Zusammen mit Toko Fukawa (und ihrem Alter Ego Genocide Jack) bildet sie eines der packendsten Duos der Serie. Ihre Dynamik treibt sowohl das Combat-System als auch die Narrative auf eine Weise voran, die sich absolut verdient und nicht erzwungen anfühlt.

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Gameplay und Mechaniken
Der Core-Combat-Loop dreht sich um die Hacking Gun, eine Waffe in Form eines Megafons, die Truth Bullets auf Monokuma-Einheiten abfeuert. Jeder Munitionstyp hat einen anderen Effekt:

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- Move: Zwingt einen Monokuma dazu, vorwärtszulaufen
- Dance: Lässt Monokumas sich drehen und macht sie so anfällig für Angriffe
- Burn: Setzt Ziele in Brand
- Paralyze: Betäubt Gegner kurzzeitig
- Detect: Enthüllt versteckte Ziele
Das Wechseln zwischen den Munitionstypen mitten im Gefecht ist der Punkt, an dem die Identität des Spiels als Puzzle-Shooter richtig zündet. Viele Räume funktionieren weniger wie Arenen, sondern eher wie Logikrätsel, bei denen man herausfinden muss, welche Kombination von Bullets den Weg freimacht oder eine Falle deaktiviert. Toko fungiert dabei als eine Art Panik-Button: Sie verwandelt sich in Genocide Jack, um sich durch zähere Gegner zu schnetzeln, was allerdings eine begrenzte Stamina-Ressource verbraucht.

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Welt und Setting
Towa City ist selbst für Danganronpa-Verhältnisse düster. Die Unternehmensgeschichte der Stadt ist eng damit verknüpft, warum die Monokuma-Einheiten überhaupt existieren, und das Aufdecken dieser Historie ist einer der spannendsten Aspekte des Spiels. Die Warriors of Hope, eine Gruppe von Kindern, die die Säuberung der Erwachsenen orchestriert haben, werden sowohl als Schurken als auch als Opfer dargestellt. Ihre Backstories sind unbequem und gezielt so geschrieben, dass sie gleichermaßen Mitleid wie Abscheu erregen.

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Chronologisch ist das Spiel zwischen Trigger Happy Havoc und Goodbye Despair angesiedelt und liefert Kontext, den Fans der Serie sofort wiedererkennen werden. Neulinge können der Story zwar folgen, aber die emotionale Wucht entfaltet sich erst mit dem Wissen über die gesamte Serie.
Funktioniert Ultra Despair Girls als eigenständiges Erlebnis?
Als eigenständiges Horror-Action-Adventure funktioniert das Spiel ziemlich gut. Die Mechaniken der Hacking Gun verleihen ihm eine unverwechselbare Identität, die es von generischen Third-Person-Shootern abhebt, und das Puzzle-Design ist durchgehend einfallsreich, ohne jemals langweilig zu werden. Die tonale Balance zwischen der pechschwarzen Thematik und dem für die Serie typischen absurden Humor bleibt durchweg erhalten.
Die PC-Version auf Steam läuft sauber und enthält die Bonus-Inhalte, die erst in späteren Konsolen-Releases hinzugefügt wurden. Tokos Gameplay-Abschnitte bieten einen befriedigenden Kontrast zu Komarus methodischerer Herangehensweise, und die abwechslungsreichen Umgebungen in den Distrikten von Towa City sorgen dafür, dass das Pacing nicht abflacht. Für Fans der Danganronpa-Serie, die mehr Story und eine andere Art von Herausforderung suchen, ist dies genau das, was versprochen wurde.


