Überblick
Dark Souls II: Scholar of the First Sin erschien im April 2015 als Director's Cut des zweiten Teils der Souls-Reihe von FromSoftware. Das von Bandai Namco Entertainment veröffentlichte Spiel bündelt sämtliche Inhalte, die für Dark Souls II erschienen sind, in einem einzigen Paket und überarbeitet das Spiel dabei grundlegend. Die Positionen von Gegnern und Items sowie NPC-Interaktionen wurden angepasst, sodass selbst Spieler, die das Original bereits abgeschlossen haben, in Gebieten, die sie für auswendig gelernt hielten, völlig überrascht werden.
Der Schauplatz ist Drangleic, ein zerfallendes Königreich, das vom Fluch der Untoten heimgesucht wird. Die Atmosphäre ist düster und bedächtig; die Geschichte wird eher durch Item-Beschreibungen und fragmentierte Dialoge als durch Cutscenes erzählt. Die Welt stellt Fragen, die sie selten direkt beantwortet, und genau diese Undurchsichtigkeit macht einen Teil ihres Reizes aus. Das Puzzeln der Ereignisse in Drangleic ist ein langsamer, befriedigender Prozess, der Spieler belohnt, die aufmerksam sind.

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Gameplay und Mechaniken
Der Core-Loop ist jedem bekannt, der schon einmal ein Souls-Spiel gespielt hat: Erkunden, kämpfen, sterben, Seelen zurückholen, wiederholen. Scholar of the First Sin behält diesen Loop bei und zieht die Schrauben dabei noch etwas fester. Zu den wichtigsten Features des Gameplay-Systems gehören:

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- Dual-Wielding über das Power-Stance-System
- Anpassungsfähigkeit-Stat (Adaptability), der die i-Frames bei Ausweichrollen beeinflusst
- Leuchtfeuer-Ästling-Mechanik (Bonfire Ascetic) zum Zurücksetzen und Skalieren von Gebieten
- Soul-Memory-Matchmaking, angepasst durch neue Items
- Neuer NPC-Invader Forlorn, der in der gesamten Welt auftaucht
Die Invasionen durch den Forlorn sind eine echte Bereicherung. Dieser NPC taucht unvorhersehbar in verschiedenen Gebieten auf und trägt Waffen sowie Rüstungen aus einem Set, das man von seiner Leiche looten kann. Das verleiht der Erkundung eine zusätzliche Spannung, die dem Originalspiel in manchen Abschnitten fehlte.
Was bietet Scholar of the First Sin gegenüber dem Basisspiel?
Die drei Crown-DLC-Erweiterungen, Crown of the Sunken King, Crown of the Old Iron King und Crown of the Ivory King, sind vollständig enthalten. Jede findet in einem in sich geschlossenen Gebiet mit eigenen Bossen, Gegnern und Umgebungsdesign statt. Besonders Crown of the Ivory King gilt weithin als einer der besten Inhalte der gesamten Souls-Reihe; es ist um eine schneesturmgepeitschte Burg herum aufgebaut und bietet eine Koop-Mechanik, bei der man Ritter aus der Umgebung beschwören kann.

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Abgesehen von den DLCs ist die Überarbeitung der Gegnerplatzierung die größte Änderung. Gebiete, die Veteranen als sichere Korridore betrachteten, wurden neu besiedelt. Gegner, die erst später im Spiel auftauchten, erscheinen nun früher. Das Ergebnis ist eine Version von Dark Souls II, die sich eher wie ein Remix als wie ein Remaster spielt, was es selbst für Spieler, die das Original mehrfach durchgespielt haben, absolut lohnenswert macht.
Multiplayer und Online-Spiel
Scholar of the First Sin hat das Limit für Online-Sessions von 4 auf 6 Spieler erhöht – eine Änderung, die das Gefühl von Koop und Invasionen maßgeblich verändert. Eine größere Gruppe kann schwierigere Gebiete mit mehr Selbstvertrauen angehen, aber es bedeutet auch, dass sich Invader in größerer Zahl koordinieren können. Die Einführung eines Items zur Regulierung der Seelen hilft dabei, das Matchmaking zu glätten, indem Spieler mit ähnlichen Seelen-Summen konsequenter miteinander verbunden werden.
Das Eid-System (Covenant) bleibt zentral für das Online-Erlebnis. Der Beitritt zu Fraktionen wie den Blue Sentinels oder der Brotherhood of Blood bindet Spieler an spezifische Invasions- und Verteidigungsmechaniken, was dem Multiplayer eine Struktur verleiht, die über bloßen, beiläufigen Drop-in-Koop hinausgeht.

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Inhalt und Wiederspielwert
Mit allen drei enthaltenen DLC-Erweiterungen stellt Scholar of the First Sin die vollständigste Version von Dark Souls II dar, die es gibt. New-Game-Plus-Zyklen skalieren die Lebenspunkte und den Schaden der Gegner und fügen neue Item-Platzierungen hinzu. Zudem erlaubt der Leuchtfeuer-Ästling den Spielern, manuell NG+-Bedingungen in bestimmten Gebieten auszulösen, ohne einen neuen Run starten zu müssen. Diese Flexibilität, kombiniert mit der Tiefe der Build-Vielfalt über Stärke-, Geschicklichkeits-, Glaubens- und Intelligenz-Pfade, verleiht dem Spiel einen enormen Langzeitwert für Spieler, die mit verschiedenen Ansätzen für dieselbe Herausforderung experimentieren wollen.








