Überblick
Dragon Age: Inquisition, veröffentlicht im November 2014 von BioWare Edmonton und publiziert von Electronic Arts, ist der dritte Teil der Dragon Age-Reihe und der bisher ambitionierteste. Das Spiel spielt auf dem Kontinent Thedas und erstreckt sich über zwei große Nationen, Ferelden und Orlais, die durch weitläufige Open-World-Regionen voller Quests, Geheimnisse und Konflikte miteinander verbunden sind. Spieler schlüpfen in die Rolle des Inquisitors, dem einzigen Überlebenden einer katastrophalen Explosion am Tempel der Heiligen Asche, der mit einer mysteriösen Macht namens Anker gezeichnet ist, mit der sich die Risse schließen lassen, die den Himmel zerreißen.
Die Story stellt politisches Taktieren ebenso in den Mittelpunkt wie die Fantasy-Kämpfe. Die Inquisition selbst fungiert als wachsende Organisation, und jede Entscheidung im Feld oder im Kriegstisch hat Konsequenzen für Allianzen, Gebiete und die Welt als Ganzes. Mit neun Begleitern, die es zu rekrutieren gilt, von denen jeder seine eigene Backstory und persönliche Quests mitbringt, erhält die Erzählung eine enorme Tiefe.
Gameplay und Mechaniken
Im Kern kombiniert Inquisition Echtzeit-Kämpfe mit einem taktischen Overlay, das es Spielern erlaubt, die Action zu pausieren und jedem Gruppenmitglied präzise Befehle zu erteilen. Die drei verfügbaren Klassen sind:

- Magier: Zauberbasierter Schaden und Support
- Schurke: Agilität, Stealth und Fernkampfangriffe
- Krieger: Frontline-Tanking und Nahkampfschaden
Jede Klasse verzweigt sich in drei Spezialisierungen, was den Builds eine bedeutungsvolle Identität verleiht. Die Charaktererstellung lässt Spieler zudem aus vier Völkern wählen – Mensch, Elf, Zwerg und Qunari –, wobei das Volk sowohl Dialogoptionen als auch spezifische Story-Abschnitte beeinflusst.

Der Fortschritt verläuft über zwei parallele Systeme. Erfahrung lässt einzelne Charaktere im Level aufsteigen und schaltet Fähigkeiten frei, während Macht-Punkte neue Regionen und Story-Missionen öffnen. Inquisition-Punkte, die durch den Abschluss von Operationen und Quests verdient werden, fließen in Perks, die der gesamten Organisation zugutekommen. Das Ergebnis ist ein Loop, der mehrere Fortschrittspfade gleichzeitig aktiv hält.
Welt und Setting
Thedas ist die Art von Fantasy-Welt, die Aufmerksamkeit belohnt. Ferelden, den Spielern aus Dragon Age: Origins bekannt, liegt neben dem politisch aufgeladenen Kaiserreich Orlais, und der Kontrast zwischen beiden Ländern ist scharf. Orlais lebt von höfischen Intrigen und maskiertem Adel; Ferelden ist rauer und direkter. Die Regionen dazwischen, von den Hinterlanden bis zu den Smaragdgräbern, haben jeweils eine eigene visuelle Identität und lokale Konflikte, die in den größeren Krieg einfließen.
Dialoge sind zentral dafür, wie sich die Welt entfaltet. Gespräche mit Begleitern und politischen Figuren beeinflussen direkt die Loyalität von Fraktionen und können das Ende des Spiels verändern. Romanzen sind mit mehreren Begleitern möglich, was einer ohnehin schon konsequenzreichen Story eine persönliche Note verleiht.

Inhalt und Wiederspielwert
Das Basisspiel allein bietet weit über 80 Stunden Spielzeit für Spieler, die sich intensiv mit den Side-Quests beschäftigen, und die Game of the Year Edition enthält alle drei großen DLC-Packs: Jaws of Hakkon, The Descent und Trespasser. Besonders Trespasser fungiert fast wie ein Epilog zur Hauptstory und legt Fäden aus, die in der Serie weitergeführt werden.
Völker- und Klassenkombinationen sowie weitreichende Entscheidungen verleihen Inquisition einen hohen Wiederspielwert. Ein Qunari-Magier als Inquisitor erlebt Thedas völlig anders als ein menschlicher Schurke, und bestimmte Story-Pfade sind an spezifische Entscheidungen geknüpft, die Stunden zuvor getroffen wurden. Das taktische RPG-Gerüst überzeugt auch bei mehreren Playthroughs, da sich die Variablen genug verändern, um einen erneuten Durchgang lohnenswert zu machen.








