Overview
Far Cry 4 ist ein Open-World-First-Person-Shooter, der von Ubisoft Montreal entwickelt und im November 2014 veröffentlicht wurde. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Ajay Ghale, einem jungen Mann, der in die fiktive Himalaya-Nation Kyrat zurückkehrt, um die Asche seiner Mutter zu verstreuen, nur um mitten in einen Bürgerkrieg gegen Pagan Min hineingezogen zu werden – einen der unvergesslichsten Antagonisten der Gaming-Geschichte. Die Story verwebt politische Intrigen, Familiengeschichte und Guerilla-Kriegsführung auf einer Map, die sich über üppige Täler, befestigte Außenposten und schneebedeckte Berggipfel erstreckt.
Was Kyrat von früheren Far Cry-Settings abhebt, ist die enorme vertikale Ausdehnung. Das Terrain wechselt von dichten subtropischen Wäldern im Süden zu gefrorenen Hochgebirgspässen im Norden, und die Spielmechaniken sind genau auf diesen Kontrast ausgelegt. Gegner verhalten sich in der Höhe anders, die Tierwelt ist in bestimmten Biomen aggressiver und einige Missionen sind schlichtweg nicht zugänglich, bevor man nicht die richtige Ausrüstung oder das passende Fahrzeug besitzt. Die Welt wirkt, als hätte sie eigene Regeln, und diese zu lernen, macht den halben Spaß aus.
Pagan Min selbst verdient besondere Erwähnung. Er wird von Troy Baker gesprochen und tritt während der gesamten Kampagne mit einem Charisma auf, das ihn eher wie einen durchgeknallten Onkel als wie einen Standard-Bösewicht wirken lässt. Das Writing um ihn herum ist stellenweise etwas unausgewogen, aber der Charakter bleibt einem auf eine Art im Gedächtnis, wie es nur wenigen Open-World-Antagonisten gelingt.

Gameplay und Mechaniken
Der Core-Loop in Far Cry 4 wird jedem, der Far Cry 3 gespielt hat, sofort vertraut vorkommen – und das ist nicht unbedingt als Kritik gemeint. Das Einnehmen von Außenposten, das Jagen von Tieren für Gear-Upgrades und das Verteilen von Skill-Punkten auf zwei verschiedene Talentbäume (einer für Amitas Fraktion, einer für Sabals) verleihen der Kampagne ein befriedigendes Gefühl von Fortschritt.
Zu den wichtigsten Mechaniken gehören:
- Befreiung von Außenposten und Festungen
- Jagd auf Tiere für Crafting-Materialien
- Fortbewegung per Gyrokopter und Wingsuit
- Kampf auf dem Rücken von Elefanten
- Story-Entscheidungen zwischen zwei Fraktionen, die den Ausgang von Missionen beeinflussen
Der Gyrokopter ist eine echte Quality-of-Life-Ergänzung. Eine Festung aus der Luft auszukundschaften, bevor man sich mit dem Wingsuit in die Tiefe stürzt, macht aus einem potenziell repetitiven Missionstyp etwas, das strategische Planung belohnt. Auf einem Elefanten in eine Gruppe von Soldaten zu reiten, wird einfach nie langweilig, auch wenn es eher ein Spektakel als eine taktische Meisterleistung ist.

Wie sieht der Koop in Far Cry 4 aus?
Far Cry 4 unterstützt Drop-in/Drop-out-Koop für bis zu zwei Spieler. Ein Freund kann jederzeit deiner Session beitreten und dir helfen, Außenposten zu säubern, Nebenmissionen anzugehen oder einfach in der Open World für Chaos zu sorgen. Der Fortschritt des Hosts bleibt erhalten; der beitretende Spieler behält alle Erfahrungspunkte und Währungen, die während der Session verdient wurden. Es ist ein unkompliziertes System, das für hohen Wiederspielwert sorgt, ohne dass man sich vorher groß koordinieren muss.
Ein bemerkenswertes Detail: Spieler, die das Spiel selbst nicht besitzen, können für eine begrenzte Zeit eingeladen werden, einer Session beizutreten – ein Feature, das den Einstieg zum Launch erleichterte und auch heute noch gilt.

Welt und Setting
Kyrat ist das geografisch ambitionierteste Setting der Far Cry-Reihe bis zu diesem Zeitpunkt. Die südlichen Regionen wirken fast tropisch, vollgepackt mit Flüssen, Wildtieren und feindlichen Patrouillen. Der nördliche Himalaya führt eine rauere Umgebung ein, in der Yetis vermutet werden (und im Valley of the Yetis DLC bestätigt sind), die Sicht in Schneestürmen drastisch abnimmt und das Spieltempo deutlich gedrosselt wird.
Das Wildlife-System ist eine der unbesungenen Stärken des Spiels. Leoparden, Honigdachse, Nashörner, Adler und Wölfe besetzen spezifische Gebiete und verhalten sich aggressiv genug, um die Erkundung spannend zu halten. Ein Jagdausflug kann in Sekunden in einem absoluten Notfall enden, und das Spiel setzt voll auf diese Unvorhersehbarkeit – ohne sich dafür zu entschuldigen.

Multiplayer und soziale Features
Neben dem Koop bietet Far Cry 4 einen kompetitiven Multiplayer-Modus namens Battles of Kyrat, in dem die Rebellen des Golden Path gegen die Royal Guard von Pagan Min in asymmetrischen Spielmodi antreten. Die Modi umfassen Outpost, Demon Mask und Propaganda, jeder mit eigenen Zielen. Die Server des kompetitiven Multiplayers sind heute ruhiger als zum Launch, aber das Koop-Erlebnis bleibt der dauerhaftere Anreiz für Spieler, die heute zum Spiel zurückkehren.
Der Map-Editor, ein Klassiker der Far Cry-Reihe, kehrt mit erweiterten Tools zurück, mit denen Spieler eigene Maps erstellen und plattformübergreifend teilen können. Dies fügt eine Ebene von Community-Content hinzu, die die Lebensdauer des Spiels weit über die etwa 35 Stunden Spielzeit der Hauptkampagne hinaus verlängert.












