Overview
God of War III Remastered ist die definitive Version des PS3-Action-Games aus dem Jahr 2010, das von Red Kite Games überarbeitet und im Juli 2015 von Sony Computer Entertainment für die PS4 veröffentlicht wurde. Es knüpft nahtlos an das Ende von God of War II an, in dem Kratos eine Armee von Titanen die Hänge des Mount Olympus hinaufführt, um einen alles entscheidenden Angriff auf die olympischen Götter zu starten. Die schiere Größe dieser Eröffnungssequenz, in der Poseidon als kolossale Wassergottheit erscheint und der Ozean selbst aufsteigt, um die Welt zu verschlingen, setzte einen Standard für Spektakel, den nur wenige Hack-and-Slash-Games je erreicht haben.
Die Story folgt Kratos aus den Tiefen des Hades bis zum Gipfel des Olympus, wobei er auf seinem Weg so gut wie jede wichtige Figur des griechischen Pantheons ausschaltet. Jeder Boss-Fight fühlt sich eher wie ein inszeniertes Set-Piece an als wie ein simpler Kampf gegen eine Health-Bar. Poseidon wird aus der First-Person-Perspektive in die Knie gezwungen, was die Brutalität unangenehm persönlich wirken lässt. Hades, Hermes, Hercules, Helios und schließlich Zeus – sie alle fallen in Sequenzen, die so gestaltet sind, als würde die Mythologie selbst in ihre Einzelteile zerlegt. Das Narrative ist straff und unerbittlich, was dem Spiel enorm zugutekommt.
Gameplay und Mechaniken
Kratos kämpft primär mit den Blades of Exile, doch im Verlauf der Kampagne erhält das Game stetig neue Tools:

- Nemean Cestus: massive Löwenkopf-Handschuhe für gepanzerte Gegner
- Bow of Apollo: Fernkampf-Feuerangriffe
- Claws of Hades: Crowd-Control mit Seelenraub
- Nemesis Whip: schnelle Multi-Hit-Combos
- Blade of Olympus: Power-Waffe für das Late-Game
Das Combat-System belohnt aggressives Vorgehen. Das Magiesystem ist direkt an die ausgerüstete Waffe gekoppelt, sodass ein Wechsel mitten in der Combo nicht nur die Angriffsanimationen ändert, sondern völlig neue elementare Optionen eröffnet. Puzzles sind in regelmäßigen Abständen in das Pacing eingewoben und lockern das Gameplay auf, ohne den Spielfluss zu stören.

Visual und Audio Design
Das Remaster läuft in 1080p und zielt auf 60fps ab – ein deutliches Upgrade gegenüber dem ursprünglichen PS3-Release. Red Kite Games hat die Texturauflösung und die Beleuchtung durchgehend verbessert, und die Umgebungen – Olympus, die Unterwelt, das Labyrinth – sehen bei der höheren Auflösung immer noch großartig aus. Die Charaktermodelle der großen Bosse waren schon immer detailliert, und bei 60fps wirkt das Combat-Geschehen deutlich flüssiger und präziser als auf der Original-Hardware.

Das Audio Design verdient eine besondere Erwähnung. Der orchestrale Score von Gerard Marino wechselt zwischen griechisch angehauchten Chorarrangements und treibender Percussion, die perfekt mit der Eskalation der Kämpfe synchronisiert ist. Die Voice-Over-Arbeit von Rip Torn als Zeus und Kevin Sorbo als Hercules verleiht den Begegnungen zusätzliches Gewicht, die sonst vielleicht nur wie reines Spektakel wirken würden.

Impact und Legacy
God of War III wurde bei seinem ursprünglichen Release 2010 fast überall gefeiert, und das Remaster ermöglichte einer neuen Generation von PS4-Besitzern den Zugang zum Abschluss von Kratos' griechischem Mythologie-Arc, bevor das Norse-Mythology-Reboot 2018 erschien. Das Game bildet das Ende einer kompletten Trilogie, und wenn man es nach God of War und God of War II spielt, entfaltet das Finale eine deutlich stärkere Wirkung.
Das Remaster erschien zudem auf Steam, was die Verfügbarkeit über die PlayStation-Hardware hinaus erweiterte. Für Spieler, die die PS3-Generation verpasst haben oder die sauberste Version der God of War-Spiele aus der griechischen Ära erleben wollen, bleibt diese Edition von God of War III die beste Art, Kratos' operativ gewalttätigstes Kapitel zu erleben. Das Combat-System, die Größe der Boss-Fights und das Pacing über die rund 10-stündige Spielzeit machen es zu einem der fokussiertesten Action-Games des Genres.









