Overview
Grand Theft Auto: Vice City katapultiert Spieler direkt in das Jahr 1986 – eine Welt voller Pastellanzüge, Exzesse und organisiertem Verbrechen. Tommy Vercetti kommt im Auftrag seines Liberty City Bosses Sonny Forelli in die Stadt, nur um bei seinem ersten Deal eiskalt abgezogen zu werden. Ohne Geld, ohne Ware und mit einer ganzen Stadt voller Leute, die ihn tot sehen wollen, ist der einzig logische Schritt: Vice City komplett zu übernehmen.
Rockstar hat das Spiel um eine charaktergetriebene Story herum aufgebaut, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung ein echter Fortschritt für die Serie war. Tommy ist kein stummer Protagonist. Er hat eine eigene Meinung, ein hitziges Temperament und klare Vorstellungen davon, wie die Dinge laufen sollen. Diese Persönlichkeit, der Ray Liotta seine Stimme leiht, verleiht der Story eine Dynamik, durch die sich die Missionen sinnvoll und keineswegs zufällig anfühlen.

World and setting
Vice City selbst ist der eigentliche Star. Die Stadt wurde dem Miami der 80er nachempfunden und stark von Filmen wie Scarface und Carlito's Way beeinflusst. Sie erstreckt sich über Strände, Sümpfe, Innenstadtbezirke und einen neonbeleuchteten Strip, der wirkt, als wäre er direkt aus einem Fiebertraum der 80er Jahre entsprungen. Die Liebe zum Detail ist gnadenlos – von der Architektur bis hin zu den Outfits der Passanten, die durch die Straßen schlendern.

Die wichtigsten Features, die das Erlebnis definieren:
- Radiosender mit lizenzierten 80er-Jahre-Hits aus verschiedensten Genres
- Immobiliensystem, mit dem Tommy sein kriminelles Imperium aufbauen kann
- Vielfältiger Fuhrpark mit Motorrädern, Booten und Hubschraubern
- Open-World-Struktur mit optionalen Side-Missions und versteckten Collectibles
- Umfangreiche Story-Kampagne, die sich über zwei große, miteinander verbundene Inseln erstreckt
Das Layout mit den zwei Inseln sorgt für echte Abwechslung. Die westliche Insel wirkt gehobener und glamouröser, während die östliche Seite rauer und industrieller daherkommt. Dass man zwischen diesen Gebieten wechselt, während die Story neue Areale freischaltet, erzeugt ein Gefühl von Progression, das reine Sandbox-Spiele oft vermissen lassen.
Visual and audio design
Das Audio-Design hebt Vice City von seinen Zeitgenossen ab. Die Radiosender, darunter Emotion 98.3, V-Rock und Flash FM, spielen echte lizenzierte Tracks von Künstlern wie Michael Jackson, Ozzy Osbourne und Toto. Nachts durch die Stadt zu fahren, während der richtige Song im Radio läuft, ist bis heute einer der atmosphärischsten Momente der Gaming-Geschichte.

Visuell ist das Spiel eher im Geiste gut gealtert als bei der reinen Polygon-Anzahl. Die Farbpalette – voller Pink-, Lila- und Sonnenuntergangs-Töne – verleiht jedem Screenshot eine Identität, die sofort das Flair der Ära vermittelt. Die PC-Version auf Steam unterstützt höhere Auflösungen und Widescreen-Konfigurationen, die die Präsentation modernisieren, ohne den ursprünglichen Art-Style zu verfälschen.
Impact and legacy
Vice City verkaufte sich über 17.5 Millionen Mal und stand jahrelang an der Spitze der All-Time-Verkaufscharts für die PlayStation 2. Der Einfluss auf das Open-World-Design kann kaum überschätzt werden. Das Immobiliensystem, das Radiosender-Format als Werkzeug für das World-Building und die Mischung aus Satire und knallhartem Crime-Drama haben bei nachfolgenden Spielen tiefe Spuren hinterlassen.

Das Spiel ist Teil der Grand Theft Auto: The Trilogy Remaster-Collection, zusammen mit GTA III und San Andreas, was neuen Spielern eine aktualisierte Möglichkeit bietet, den Klassiker zu erleben. Der ursprüngliche Steam-Release bleibt für diejenigen verfügbar, die die unveränderte Version bevorzugen – für die es auch Jahrzehnte nach dem Launch noch eine aktive PC-Modding-Community gibt. Für ein Spiel, das definiert hat, was Open-World-Crime-Sandboxes sein können, spielt sich Vice City immer noch wie ein Meisterkurs in Sachen Setting, Tonfall und Gameplay-Momentum.





















