In dem Moment, als Sony bestätigte, dass die Produktion physischer Game-Discs für PlayStation bis 2028 eingestellt wird, explodierte die Diskussion. Petitionen, Kündigungen, Foren-Threads. Und inmitten all dieses Lärms lieferte Circana-Analyst Mat Piscatella die ernüchterndste Einschätzung des Jahres.
"Ihr könnt euer bevorzugtes Video-Game-Ökosystem, Franchise oder was auch immer lieben, so viel ihr wollt. Ihr könnt denken, dass eure jahrelange Kundentreue erwidert werden sollte oder wird. Aber diese Unternehmen lieben euch nicht zurück. Ihr seid eine Nummer in einer Tabelle."
Das ist kein Zynismus. Das ist einfach das Business-Modell.

Sichern Sie sich 1 Monat GTA+ Abonnement mit Ihrer Vorbestellung.
GTA 6 jetzt vorbestellen
Die Rechnung, die die Disc gekillt hat
Hier ist der Hintergrund, warum Sony diese Entscheidung getroffen hat und warum es nie wirklich eine knappe Entscheidung war.
Wenn ein $70-Spiel im Einzelhandel auf einer physischen Disc verkauft wird, bleiben Sony etwa $45.50. Der Einzelhändler nimmt etwa 30% ein, und die Herstellung verschlingt weitere 5%. Verkauft man dasselbe Spiel digital über den PlayStation Store, behält Sony die vollen $70. Jeden einzelnen Dollar.
Bei Third-Party-Spielen ist die Lücke genauso krass. Ein Disc-Verkauf eines Spiels wie Call of Duty bringt Sony eine Lizenzgebühr von etwa 15%. Ein digitaler Verkauf über den PlayStation Store bringt Sony die übliche Plattform-Abgabe von 30%, was bei einem $70-Spiel $21 entspricht. Das ist eine Verbesserung von 100% bei Sonys Anteil an einem Spiel eines anderen Anbieters.
Multipliziert man diese Margen mit Hunderten Millionen Transaktionen jährlich, beginnt die Disc wie eine sehr teure Tradition auszusehen.
Warum 500.000 Kündigungen nichts bewirken werden
Dr. Serkan Toto von Kantan Games brachte es auf den Punkt: Sony wusste genau, wie die Spieler auf diese Ankündigung reagieren würden, und sie haben die Entscheidung trotzdem getroffen. Das Unternehmen hat über 120 Millionen aktive PlayStation-Nutzer und etwa 50 Millionen PlayStation Plus-Abonnenten. Selbst wenn 500.000 Leute aus Protest ihre Abos kündigen würden, wären das 1% der Abonnentenbasis.
Ein Prozent.
Totos Einschätzung ist, dass Sony einfach darauf wartet, dass der Empörungszyklus abebbt. Der finanzielle Vorteil eines rein digitalen Modells ist zu groß, um durch einen Backlash der Community rückgängig gemacht zu werden, egal wie laut oder organisiert er auch sein mag. Mehr als 225.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, die Sony auffordert, physische Spiele beizubehalten – das ist zwar eine reale Zahl, aber sie macht nur einen Bruchteil von Sonys aktiver Nutzerbasis aus.
Piscatella wies auch darauf hin, dass bei Next-Gen-Hardware wie der PS6 und Microsofts Project Helix, die möglicherweise $1.000 oder mehr kosten wird, die Plattformbetreiber nach Margenverbesserungen suchen werden, wo immer sie können. Das Streichen von Discs ist eine der saubersten Methoden dafür.
Microsoft hat noch nichts bestätigt, aber die Richtung ist klar
Xbox hat noch keine offizielle Ankündigung gemacht, physische Medien für die nächste Konsole aufzugeben. Dennoch weist die Entwicklung der digitalen Spielverkäufe auf jeder großen Plattform in eine Richtung. Die Verkäufe physischer Spiele sind bei Sony, Microsoft, Nintendo und Third-Party-Publishern seit Jahren stetig rückläufig.
Die Frage für Microsoft ist nicht wirklich das "Ob", sondern das "Wann". Und wenn Sony den ersten Schritt macht und den Backlash abfängt, wird die Entscheidung für Xbox, nachzuziehen, deutlich einfacher.
Für Spieler, die ihre Erfahrung auf der aktuellen Hardware optimieren wollen, während dieser Übergang stattfindet, ist unser Guide zu den besten PS5- und Xbox-Einstellungen für Battlefield REDSEC ein Lesezeichen wert. Die Performance aus der Hardware herauszuholen, die man bereits besitzt, ist umso wichtiger, wenn das Preisschild der nächsten Generation immer steiler aussieht.
Was das für die Game-Preservation bedeutet
Die finanzielle Logik ist wasserdicht. Die kulturellen Kosten sind schwerer zu beziffern.
Physische Medien dienten historisch als Sicherheitsnetz für die Game-Preservation. Wenn Server offline gehen, Lizenzverträge auslaufen oder Studios schließen, überlebt oft die Disc-Version eines Spiels. Eine rein digitale Bibliothek, die an einen Plattform-Account gebunden ist, ist nur so dauerhaft wie die Plattform selbst.
Sony verkauft immer noch viele Millionen physische Discs pro Jahr. Es gibt eine echte Nachfrage. Aber Nachfrage und Profitabilität sind zwei verschiedene Paar Schuhe, und im Moment befasst sich Sony nur mit einem davon.
Die gleiche Dynamik spielt sich im gesamten Gaming-Bereich ab. Egal, ob ihr mit einem ROG Xbox Ally X-Einstellungs-Guide 60 FPS aus einem Handheld kitzelt oder darüber debattiert, ob Marvel's Wolverine als lineares Erlebnis funktioniert – Spieler passen sich ständig an Entscheidungen an, die in Vorstandsetagen getroffen werden. Piscatellas Punkt ist nicht, dass euch eure Plattform egal sein sollte. Sondern dass "sich sorgen" in der Tabelle keine Rolle spielt.
Die Disc-Ära auf PlayStation endet 2028. Behaltet Microsofts nächsten Hardware-Reveal im Auge, um zu sehen, in welche Richtung Xbox geht. Unser Gaming-Guides-Hub wird euch auf dem Laufenden halten, während beide Plattformen auf ihre nächste Generation zusteuern.








