Der Markt für Handheld-PCs bewegt sich schon seit geraumer Zeit in einen unangenehmen Bereich. Das Ayaneo Next 2 hat diese Tür nun weit aufgestoßen.
Ayaneos Flaggschiff-Gaming-Handheld ist offiziell auf IndieGoGo gestartet, und die Preisgestaltung ist kein Tippfehler. Die Top-Konfiguration mit 128GB RAM und 2TB Speicher hat eine UVP von stolzen $4,299. Selbst mit Early-Bird-Rabatten kostet dasselbe Modell noch $3,499. Um das ins Verhältnis zu setzen: Das ist kein Gaming-PC. Das ist ein Gebrauchtwagen. Das ist ein Semester an der Uni. Das ist die Art von Zahl, bei der man erst einmal ein paar Sekunden auf den Bildschirm starrt, bevor man die Seite aktualisiert.

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Drei Tiers, drei Wege, den Geldbeutel zu schmerzen
Das Ayaneo Next 2 erscheint in drei Konfigurationen, und keine davon ist wirklich budgetfreundlich. Das Einsteigermodell kombiniert 32GB RAM mit 1TB Speicher und einem AMD Ryzen AI Max 385 Chipsatz, beginnend bei $1,799.99 mit dem Early-Bird-Rabatt. Verpasst man dieses Zeitfenster, landet man eher bei $2,000.
Wer zum Mid-Tier greift, erhält 64GB RAM, eine AMD Ryzen AI Max+ 395 APU und einen Early-Bird-Preis von $2,299.99. Das ist die Konfiguration, die sich die meisten Enthusiasten tatsächlich wünschen würden, und sie kostet bereits mehr als ein High-End-Gaming-Laptop.
Dann gibt es noch das Top-Modell. Die 128GB/2TB-Version liegt bei $3,499 im Angebot und $4,299 zum vollen Preis – es ist wirklich schwer zu sagen, wer die Zielgruppe dafür sein soll.
Was man für das Geld tatsächlich bekommt
Die Sache ist die: Die Hardware selbst ist beeindruckend. Das Next 2 wird mit einem 9,06-Zoll OLED-Display ausgeliefert, das mit 165Hz und einer maximalen Auflösung von 2,400 x 1,504 läuft. Es verfügt über einstellbare TMR-Thumbsticks, Dual-Touchpads und eine Feature-Liste, bei der jedem Handheld-Enthusiasten das Herz aufgehen dürfte.
Ein Teil des Preisanstiegs hat auch eine reale Ursache. Die Kosten für RAM und Speicher wurden durch die Nachfrage nach KI-Rechenzentren in die Höhe getrieben – eine Situation, die den gesamten PC-Hardware-Markt hart getroffen hat. Ayaneo blieb davon nicht verschont, und das Next 2 wurde aufgrund hoher Produktionskosten vor diesem Relaunch sogar zwischenzeitlich ausgesetzt. Dieser Kontext ist wichtig, macht die $4,299 aber nicht leichter zu rechtfertigen.
Das Problem der Veralterung des Chipsatzes, über das niemand sprechen will
Der Preis würde weniger schmerzen, wenn Handheld-PCs wie Konsolen altern würden. Das tun sie aber nicht. Im Gegensatz zu dedizierten Konsolen mit maßgeschneidertem Silizium stecken Gaming-Handhelds in einem Consumer-Chip-Zyklus, der sich schnell dreht. Der AMD Ryzen Z2 Extreme im ROG Xbox Ally X, der vor Kurzem noch als Top-Chip galt, wird bereits von neueren Intel Arc G3 Extreme- und Ryzen AI+-Designs überholt.
Diese schnelle Abfolge ist das Hauptproblem, wenn man aktuell $4,299 für einen Handheld ausgibt. Die meisten Spieler rüsten ihr mobiles Gerät innerhalb von zwei bis drei Jahren auf, sobald schnellere Hardware erscheint. Geld in der Höhe eines Autos für etwas auszugeben, das eine kürzere Lebensdauer als ein Mittelklasse-Gaming-Laptop hat, ist selbst für die engagiertesten PC-Gaming-Enthusiasten schwer zu verkaufen.
Wohin dieser Preistrend führt
Die allgemeinere Sorge betrifft nicht nur Ayaneo. Der Handheld-PC-Markt zeigt bei den Preisen durch die Bank nach oben. Das Lenovo Legion Go 2 beginnt bei $1,200. Das MSI Claw 8 EX AI+ liegt bei $1,800. Valve hat das 1TB Steam Deck OLED auf fast $1,000 gehoben. Jede neue Hardware-Generation setzt eine neue Obergrenze, und diese steigt immer weiter.
Das Risiko besteht darin, dass Premium-Hardware so teuer wird, dass Cloud-Streaming im Vergleich dazu als die vernünftige Alternative erscheint. Wenn der Besitz leistungsfähiger lokaler Hardware Tausende von Dollar kostet und schnell an Wert verliert, wird das Argument für abonnementbasiertes Streaming deutlich attraktiver. Das ist keine Zukunft, die sich die meisten Spieler wünschen.
Das Ayaneo Next 2 ist ein technisch beeindruckendes Gerät, und Ayaneo weiß zweifellos, wie man ein Premium-Handheld baut. Aber die $4,299 teure Flaggschiff-Variante fühlt sich weniger wie ein Produkt für Gamer an, sondern eher wie eine reine Spezifikations-Übung. Die $2,299-Konfiguration im Mid-Tier ist der Punkt, an dem die eigentliche Diskussion beginnt – und selbst bei dieser Summe sollte man genau überlegen, wie lange man die Hardware behalten will, bevor die nächste Welle schnellerer Chips sie alt aussehen lässt.
Für Spieler, die den Handheld-Markt verfolgen und wissen wollen, welche Games sich auf diesen Geräten lohnen, ist der Gaming-Guides-Hub ein guter Startpunkt, um die eigene Bibliothek zu planen, bevor man bei diesen Preisen in Hardware investiert.








