3,5 Millionen verkaufte Einheiten in 14 Tagen. Das ist die Zahl, die Ubisoft-CEO Yves Guillemot diese Woche den Investoren präsentierte. Er bestätigte damit, dass Assassin's Creed Black Flag Resynced nicht nur die internen Verkaufsziele für das erste Jahr erreicht, sondern diese bereits vor Ablauf des ersten Monats pulverisiert hat.
Was Ubisoft prognostiziert hat vs. was passiert ist
Die Sache ist die: Verkaufsziele für das erste Jahr basieren auf konservativen Modellen, historischen Franchise-Daten und einer realistischen Einschätzung des Marktinteresses. Ubisoft setzte ein solches Ziel für Black Flag Resynced und erwartete, es über zwölf Monate hinweg zu erreichen. Das von Vantage Studios entwickelte und am 9. Juli veröffentlichte Spiel knackte diese Marke in zwei Wochen.
Guillemot hob den Launch in Ubisofts jüngstem Earnings-Bericht als Beleg für die laufende Unternehmensumstrukturierung hervor. Er bezeichnete ihn als Beweis dafür, dass die Marke Assassin's Creed bei hoher Qualität weiterhin ein enormes kommerzielles Gewicht hat. Seine genaue Formulierung gegenüber den Investoren: „Dieser Launch verdeutlicht die anhaltende Anziehungskraft der Marke Assassin's Creed sowie die frühen Vorteile unserer laufenden Transformation und unseres Engagements, Erlebnisse von sehr hoher Qualität zu liefern.“
Das ist eine sorgfältig gewählte Aussage, aber die Zahlen dahinter sind alles andere als vorsichtig.
Die PC-Story ist die eigentliche Schlagzeile
Black Flag Resynced wurde zum ersten Assassin's Creed-Titel in der Geschichte des Franchise, der die Marke von 100.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam überschritt. Für eine Serie, die historisch gesehen eher auf Konsolen ausgerichtet war, ist das ein signifikanter Wandel. Ubisoft bestätigte, dass der PC-Anstieg zu einem historisch hohen Anteil an PC-Verkäufen für die gesamte Assassin's Creed-Marke führte, wobei die Märkte in den USA und China führend waren.
Das ursprüngliche Assassin's Creed IV: Black Flag erschien 2013 in einem völlig anderen PC-Markt. Dass das Remake mehr als ein Jahrzehnt später einen Steam-Rekord für das Franchise aufstellt, sagt viel darüber aus, wohin sich das Publikum bewegt hat und wie groß der Appetit auf ein ausgefeiltes Singleplayer-Erlebnis ist, das einen nicht zum Grinden in einer Live-Service-Schleife zwingt.
Ein Erfolg vor kompliziertem Hintergrund
Die Net Bookings von Ubisoft für Q1 beliefen sich auf etwa $283 Millionen (umgerechnet von den gemeldeten €256 Millionen), ein 9% Rückgang gegenüber dem Vorjahr, wenn auch leicht über der internen Prognose. Diese Q1-Performance wurde primär durch den Mobile-Bereich getrieben, wobei Invincible: Guarding the Globe die Hauptarbeit leistete, bevor Resynced erschien. Das Remake selbst ist in diesen Zahlen nicht enthalten.
Der bittersüße Teil dieser Geschichte ist schwer zu ignorieren. Dieselbe Unternehmensumstrukturierung, die Guillemot in seinem Investoren-Statement lobte, ging mit weitreichenden Entlassungen bei Ubisoft einher, von denen Entwickler betroffen waren, die direkt dazu beigetragen haben, Black Flag Resynced zu dem polierten Release zu machen, der es geworden ist. Kommerzieller Erfolg und das Leid innerhalb der Studios laufen hier parallel – eine Spannung, die die Branche bisher nicht sauber auflösen konnte.
Dennoch ist das Signal des Marktes eindeutig. Guillemot merkte an, dass Resynced das am besten bewertete Assassin's Creed-Spiel seit dem ursprünglichen Release von 2013 ist. Dies deckt sich mit der Resonanz, die das Remake von Spielern erhalten hat, die mit Edward Kenway aufgewachsen sind und dieses Erlebnis ohne Kompromisse zurückwollten.
Was das für die Zukunft des Franchise bedeutet
Jahrelang drehte sich die Diskussion um Assassin's Creed darum, ob die RPG-Ära die straffere, fokussiertere Design-Philosophie der früheren Einträge dauerhaft ersetzt hat. Die Performance von Black Flag Resynced ist der bisher deutlichste Datenpunkt dafür, dass die Nachfrage nach diesem älteren Ansatz nie verschwunden ist. Es brauchte lediglich einen qualitativ hochwertigen Release, um sie wieder an die Oberfläche zu bringen.
Ubisoft geht nun mit einem kommerziellen Hit und einem Franchise-Benchmark, an dem zukünftige Projekte gemessen werden, in das Q2. Ob das Studio dies mit anderen Klassikern wiederholen kann oder ob das spezielle Piraten-Setting von Black Flag die geheime Zutat war, bleibt die spannende Frage.
Für einen tieferen Einblick, wie sich das Remake über die gesamte Laufzeit schlägt, lest unser ausführliches Review zu Assassin's Creed Black Flag Resynced. Und falls ihr euch durch die neuen Inhalte des Remakes spielt: Unser Guide zur Questreihe A World Without Gold deckt alles ab, was ihr benötigt, um alle 8 Quests in Sequenz 11 freizuschalten.








