Ein Wissenschaftler strandet auf dem Mars, abgeschnitten durch Alien-Technologie, und stolpert in eine verlorene Welt tief unter der Oberfläche. Rote Ranken, mutationsauslösende Pflanzen, atmosphärischer Horror. Der Story-Teaser von Blind Descent hatte alle Zutaten für etwas wirklich Interessantes.
Dann tauchten die tatsächlichen Spieldetails auf.
Der Teaser, der etwas anderes versprach
Der Story-Trailer zu Blind Descent präsentiert sich als Logbuch eines Wissenschaftlers auf dem Mars, dessen Kommunikation durch Alien-Tech gestört wurde. Er findet einen Weg unter die Oberfläche, wird von einer mutationsauslösenden Pflanze infiziert und entdeckt ein komplettes Ökosystem, das unter der Planetenoberfläche verborgen liegt. Es ist atmosphärisch, mysteriös und lehnt sich an jene spezielle Art von Sci-Fi-Horror an, bei der die Gefahr etwas ist, das man noch nicht vollständig begreift.
Für einen Moment fühlte es sich wie ein narrativ getriebenes Sci-Fi-Spiel mit echten Stakes an. Die Art von Spiel, das mit den Story-Beats von Subnautica oder den ersten Stunden von The Long Dark verglichen wird, wo die Welt selbst das Mysterium ist.
Was das Spiel tatsächlich ist
Die Sache ist die: Der erste Screenshot zeigt ein Crafting-Menü. Stein plus Holz ergibt Pfeile. Stein plus Holz ergibt einen Steindolch. Das vertraute Raster-Layout, das in so gut wie jedem Survival-Spiel seit 2013 aufgetaucht ist.
Blind Descent ist ein Vier-Spieler-Koop-Survival-Spiel mit Crafting, Base-Building und Ressourcen-Sammeln auf dem Mars. Der Aspekt des Alien-Ökosystems ist real, und die Entwickler verweisen auf ein „Symbiose-System“, bei dem die Unterwelt dynamisch darauf reagiert, wie man mit ihr interagiert. Dieser Teil ist zumindest konzeptionell eigenständig. Aber das Grundgerüst ist dasselbe, das dieses Genre seit Don't Starve prägt, und jeder neue Titel muss sich mehr anstrengen, um seine Existenz zu rechtfertigen.
Die Solo-Option existiert auf dem Papier, obwohl Spiele, die um Vier-Spieler-Koop-Loops herum aufgebaut sind, selten gut für das Solo-Spiel funktionieren. Abiotic Factor ist ein aktuelles Beispiel, bei dem die Solo-Erfahrung technisch zwar funktionierte, aber spürbar flacher war als das Spiel in der Gruppe.
Das Marketing-Problem des Survival-Genres
Blind Descent verhält sich nicht unehrlich. Die Spieldetails machen klar, worum es geht. Aber die Entscheidung, mit einem cineastischen Mystery-Teaser statt mit echtem Koop-Survival-Gameplay zu werben, erzeugt eine Lücke zwischen Erwartung und Realität, die Spieler sofort bemerken.
Der Survival-Crafting-Markt ist gigantisch. Palworld zog im ersten Monat seines Early Access 25 Millionen Spieler an. Valheim verkaufte 10 Millionen Einheiten. Es gibt eindeutig ein Publikum, das nie genug von diesem Format bekommt. Die Frage für Blind Descent ist, ob das Symbiose-System, bei dem Alien-Pflanzen und unterirdische Kreaturen auf die Aktionen des Spielers reagieren, innovativ genug ist, um sich in einem so überfüllten Markt zu behaupten.
Für Spieler, die sich vor Jahren vom Genre abgewendet haben, ist der atmosphärische Teaser eine kleine Enttäuschung. Das Setting hatte echtes Potenzial für etwas Story-Fokussierteres, und das wäre die Version des Spiels gewesen, die man seltener findet. Alle anderen sollten im Auge behalten, wie die Early-Access-Phase speziell die Symbiose-Mechaniken formt, denn das ist das eine Feature, das das Spiel tatsächlich aus der Masse hervorheben könnte.
Blind Descent erscheint später in diesem Jahr im Steam Early Access. Wenn das Survival-Crafting-Genre deine Komfortzone ist, schau in unsere Gaming-News für weitere kommende Early-Access-Releases, die man im Auge behalten sollte, und stöbere durch die neuesten Reviews, um zu sehen, wie sich ähnliche Titel über die Zeit geschlagen haben.








