Sonys Ankündigung, dass ab 2028 keine PlayStation-Discs mehr hergestellt werden, löste eine Welle der Empörung aus, die bis heute nicht wirklich abgeebbt ist. Fans physischer Medien haben sich lautstark, organisiert und mit echter Leidenschaft für ihr Anliegen eingesetzt. Dann veröffentlichte Capcom die Finanzergebnisse für das erste Geschäftsquartal, und die Zahlen stützten dieses Argument nicht gerade.
93.3% aller Capcom-Spielverkäufe im ersten Quartal waren digital. Physische Exemplare machten nur 6.7% aus. Diese Lücke ist nach jedem Maßstab enorm und fällt in eine Zeit, in der die gesamte Branche bereits darüber debattiert, ob Discs überhaupt noch eine Zukunft haben.
Die Zahl, die Kontext braucht, bevor man in Panik gerät
Die Sache ist jedoch die: Dieser Wert von 6.7% ist nicht das vollständige Bild. Ihn als endgültiges Urteil zu betrachten, lässt etwas Wichtiges außer Acht, das im selben Bericht verborgen ist.
60.4% der gesamten Verkäufe von Capcom im ersten Quartal stammten vom PC. Die restlichen 32.9% entfielen auf Konsolen. PC-Gaming ist seit Jahren praktisch rein digital, daher drückt das Hinzurechnen dieser Verkäufe zum Gesamtwert der Konsolenverkäufe den physischen Anteil natürlich massiv nach unten. Wenn man nur die Konsolenverkäufe isoliert, machen physische Kopien etwa 20% dieses Segments aus, also etwa 1 von 5 verkauften Konsoleneinheiten.
Diese neue Perspektive macht die Position physischer Medien zwar nicht komfortabel. Aber sie ändert die Geschichte von „Discs sind praktisch tot“ hin zu „Discs sind eine bedeutende Minderheit auf Konsolen und spielen auf dem PC keine Rolle“. Das sind zwei verschiedene Diskussionen.
Was Capcom dieses Jahr tatsächlich physisch veröffentlicht hat
Capcom hatte einen vollgepackten Release-Kalender für 2026. Resident Evil Requiem, Monster Hunter Stories 3 und Pragmata erschienen alle in der ersten Jahreshälfte, was dem Publisher eine beachtliche Menge an neuen Titeln bescherte, aus denen physische Verkäufe generiert werden konnten. Selbst mit diesem Line-up waren physische Kopien zum Launch schwer zu finden. Sowohl Resident Evil Requiem als auch Pragmata waren im physischen Einzelhandel ausverkauft und erforderten Nachdrucke, bevor sich das Angebot stabilisierte.
Ausverkauft zu sein ist kein Merkmal eines Produkts, das niemand haben will. Wenn Sie neugierig darauf sind, wie der Speicherbedarf von Pragmata vor dem Release-Zeitraum aussieht, schlüsselt der Guide zu Spielgröße und Preload-Datum von Pragmata genau auf, worauf sich PS5- und PC-Spieler vorbereiten mussten.
Die Knappheit bei physischen Exemplaren ist auch wichtig, um diese Zahlen korrekt zu interpretieren. Limitierte Auflagen begrenzen per Definition das Verkaufsvolumen. Ein Spiel, bei dem jede gepresste Kopie verkauft wird, ist kein Beweis für eine geringe Nachfrage.
Warum Publisher und Sony dieselben Daten anders sehen als die Spieler
Aus reiner Margensicht ist das Geschäftsmodell für Digitalverkäufe schwer zu widerlegen. Publisher erhalten in der Regel etwa 70% eines digitalen Verkaufs über die Storefronts der Plattformen. Der physische Vertrieb umfasst Herstellung, Versand, Großhandelspreise und mögliche Rückkäufe – all das schmälert die Marge, bevor ein einziges Exemplar den Spieler erreicht.
Sonys Entscheidung, die Disc-Produktion 2028 einzustellen, passt genau in diese Logik. Das Unternehmen hat nicht Unrecht damit, dass die meisten Nutzer digital kaufen. Der Frust der Befürworter physischer Medien dreht sich nicht darum, die Daten anzuzweifeln. Der springende Punkt ist, dass es bei dem Argument nie rein um das Verkaufsvolumen ging. Es ging immer um Eigentum, Wiederverkaufsrechte, Preiswettbewerb und darum, was für den Verbraucher verschwindet, wenn ein physischer Markt komplett aufhört zu existieren.
Diese Bedenken tauchen in einem Quartalsbericht nicht auf. Sie zeigen sich erst später, wenn das PSN der einzige Ort wird, an dem man ein PlayStation-Spiel kaufen kann, und es keinen Einzelhandelskonkurrenten mehr gibt, der die Preise unterbieten könnte.
Die PC-Zahl, die sich hinter der Schlagzeile verbirgt
Ein Detail aus den Q1-Ergebnissen von Capcom, das weniger Aufmerksamkeit erhielt als die Aufteilung zwischen physisch und digital: Der PC erzielte mehr als den doppelten Umsatz aller Konsolenplattformen zusammen. Das ist eine separate Diskussion wert, die sich darum dreht, wo der kommerzielle Schwerpunkt des Publishers derzeit tatsächlich liegt, und sie hat Auswirkungen darauf, wie stark Sonys Plattformentscheidungen überhaupt in der Bilanz von Capcom ins Gewicht fallen.
Für Spieler, die Käufe für kommende Capcom-Titel planen, deckt der Guide zu den Editionen und Preisen von Marvel Tokon: Fighting Souls alle drei Versionen, Vorbesteller-Boni und die Inhalte der jeweiligen Editionen plattformübergreifend ab.
Die physischen Verkäufe stiegen in den Q1-Ergebnissen von Capcom zudem um 133% im Jahresvergleich, eine Zahl, die in der ersten Berichterstattung über diese Geschichte weitgehend ignoriert wurde. Dieser Anstieg erfolgte zwar von einer niedrigen Basis aus, aber es ist nicht die Entwicklung eines Formats im freien Fall.
Die Debatte um Sonys Disc-Entscheidung wird nicht durch den Quartalsbericht eines einzelnen Publishers entschieden. Was die Daten von Capcom tatsächlich bestätigen, ist, dass Digitalverkäufe in der Masse dominieren, physische Medien auf Konsolen einen festen Stand haben, wenn sie verfügbar gemacht werden, und das stärkste Argument für den Erhalt von Discs ohnehin nie die prozentualen Anteile an den Einheiten waren. Schauen Sie in unsere Gaming-Guides für weitere Berichterstattung, während sich die Situation um physische Medien im Vorfeld der Sony-Deadline 2028 weiterentwickelt.









