Falls du irgendwie eines der nicht lizenzierten Companion Cube-Zubehörteile von Dbrand für die Steam Machine in die Finger bekommen hast, genieße die Fotos, die du gemacht hast. Der physische Cube selbst ist bereits auf dem Rückweg, um vernichtet zu werden.
Portal 2-Fans werden den Companion Cube sofort wiedererkennen – jene ikonische, mit einem rosa Herz verzierte Box, zu der Spieler während der halben Spielzeit eine emotionale Bindung aufbauen, nur um sie dann ohnehin zu verbrennen. Die Ironie, dass diese physischen Repliken genau dasselbe Schicksal ereilt, entgeht niemandem.
Wie ein lizenziert aussehendes Produkt ohne Lizenz ausgeliefert wurde
Dbrand baute und verkaufte einen Companion Cube, der als Zubehör für Valves Steam Machine konzipiert war, den tragbaren PC, der nächste Woche mit einem 512GB-Basismodell ab $1,050 auf den Markt kommt. Das Problem? Valve hat nie grünes Licht gegeben. Dbrand produzierte und verkaufte Merchandise-Artikel, die direkt auf Valves geistigem Eigentum basierten, insbesondere auf der ikonischen Bildsprache der Portal-Reihe, ohne explizite Genehmigung.
Das Unternehmen hat inzwischen eine ausführliche öffentliche Stellungnahme veröffentlicht, in der es den Fehler eingesteht. Vorbestellungen wurden erstattet. Das Produkt ist Geschichte. Doch diese Stellungnahme ließ eine Frage unbeantwortet: Was passiert mit der kleinen Anzahl an Einheiten, die bereits als Testmuster an Journalisten, Influencer und Content Creator verschickt wurden?
Die Antwort lautet: Vernichtung.
Der Rückruf, mit dem niemand gerechnet hat
Dbrand fordert die Rücksendung aller existierenden Muster, damit das Unternehmen sie vernichten kann. Die Einheiten werden nicht zu Sammlerstücken. Sie werden nicht heimlich weitergegeben oder versteigert. Sie werden zurückgezogen und eliminiert – genau das, was den Cubes in beiden Portal-Spielen widerfahren ist, also ist die Lore zumindest konsistent.
Eines dieser zurückgerufenen Muster wurde bereits ausgiebig fotografiert, bevor es zurückgeschickt wurde. Die Dokumentation enthüllt das volle Ausmaß dessen, was Dbrand gebaut hat: detaillierte Portal-Ikonografie auf der gesamten Oberfläche des Cubes, aufwendige Verpackung und Werbetexte, die angeblich auf Half-Life 3 anspielten. Letzteres hat Dbrands Fall bei Valve mit Sicherheit nicht geholfen.
Was Dbrand falsch gemacht hat und warum Valve allen Grund hatte, verärgert zu sein
Die Sache ist die: Dbrand ist kein kleiner Betrieb. Das Unternehmen hat eine Erfolgsbilanz bei der Herstellung hochwertiger Zubehörteile und Skins und hat sichtlich echte Mühe in dieses Produkt gesteckt. Allein die Verpackung zeigt den Detailgrad, der darin steckt. Das macht die Entscheidung, ohne Lizenz fortzufahren, umso schwerer zu erklären.
Valves Portal-IP ist eine der bekanntesten im Gaming-Bereich. Der Companion Cube trägt eine enorme kulturelle Bedeutung, teilweise deshalb, weil Portal 2 auf dem emotionalen Kurzschluss des Originalspiels mit dem Objekt aufbaute. Merchandise zu dieser IP ohne Autorisierung zu verkaufen, ist die Art von Aktion, die Rechtsabteilungen zum Handeln zwingt, egal wie gut das Produkt aussieht.
Die Werbung, die auf Half-Life 3 anspielte, trieb die Sache noch weiter. Was als Tribut-Produkt hätte gerahmt werden können, las sich stattdessen wie ein Unternehmen, das Valves am stärksten mythologisierten unveröffentlichten Titel als Marketing-Aufhänger nutzt. Das ist eine schwierige Position, aus der man nur schwer wieder herauskommt.
Wie der aktuelle Stand ist
Vorbesteller haben bereits Rückerstattungen erhalten. Die Produktlinie ist dauerhaft eingestellt. Bestehende Muster werden zurückgerufen und vernichtet. Dbrand hat den Fehler öffentlich eingeräumt, was zumindest eine sauberere Lösung ist als ein langwieriger Rechtsstreit.
Die Steam Machine selbst erscheint planmäßig. Der Basispreis von $1,050 ist höher, als Valve ursprünglich wollte, und das Unternehmen war offen damit, dass Preissenkungen nicht garantiert sind. Für Spieler, die gehofft hatten, dass ein Companion Cube neben ihrer neuen Hardware stehen würde, ist dieses spezielle Zubehör für immer verloren.
Für alles andere, was man über Portal wissen muss, deckt dich die Portal 2 Guide-Sammlung ab, während du darauf wartest, was Valve als Nächstes offiziell autorisiert – falls überhaupt.








