Das Overwatch x Fortnite Crossover ist live und das Gaming-Internet hat mit der Energie reagiert, die man voll und ganz erwarten konnte: eine detaillierte, leidenschaftliche und nur leicht entgleiste Debatte über die Größe von Tracer's Rückseite.
Fortnite-Spieler bemerkten fast sofort, dass Tracer's In-Game-Modell ein wenig anders aussieht als ihr Overwatch-Pendant. Das TracerMains-Subreddit, das – ja, absolut – existiert und aktiv ist, vergleicht Screenshots Seite an Seite, und der Konsens neigt dazu: „Ja, Epic hat hier definitiv etwas gemacht.“
Ein Jahrzehnt der Diskussion, immer noch aktuell
Dieser Streit ist fast genau 10 Jahre alt. In den frühen Tagen von Overwatch entfernte Blizzard eine Siegespose für Tracer, nachdem sich Spieler im Forum darüber beschwert hatten, dass sie zu stark sexualisiert sei. Dann beschwerte sich eine andere Gruppe von Spielern, dass die Ersatzpose weniger, sagen wir, visuelle Wirkung hätte. Die ganze Sache wurde zu einer der absurdesten, anhaltenden Kontroversen im Gaming.
Erst letzten Monat stellte der ehemalige Overwatch-Game-Director Jeff Kaplan klar, dass die tatsächlichen Proportionen im Jahr 2016 „exakt gleich geblieben“ seien. Nur der Winkel der Pose hatte sich geändert. Das Internet nahm diese Klarstellung mit der Anmut und Reife auf, die man erwarten würde – was so viel heißt wie: gar nicht.
Als die Overwatch-Crew diese Woche also in Fortnite landete, waren die Spieler bereit und darauf eingestellt, jedes Polygon genau unter die Lupe zu nehmen.
Was die Spieler tatsächlich sehen
Die Vergleichs-Screenshots, die im TracerMains-Subreddit und in den sozialen Medien kursieren, stellen die beiden Modelle nebeneinander, und die Fortnite-Version wirkt in der Tat ausgeprägter im Gesäßbereich. Ein Tweet von Nutzer @cantworkitout vom 14. Mai sprach Epic Games direkt mit einem simplen „Bro come on“ an, wobei das Bild die ganze Arbeit erledigte.
Epic Games hat sich nicht offiziell dazu geäußert, ob Tracer's Modell für das Fortnite-Crossover modifiziert wurde. Die visuellen Unterschiede könnten auch das Ergebnis des Renderings der Unreal Engine, der Beleuchtung oder der Art und Weise sein, wie die Third-Person-Kamera von Fortnite die Charaktere anders einrahmt als die First-Person-Perspektive von Overwatch.
Diesen letzten Punkt sollte man im Hinterkopf behalten. Fortnite rendert alles aus einer Third-Person-Perspektive, bei der der Charakter jederzeit auf dem Bildschirm sichtbar ist, während Overwatch ein First-Person-Shooter ist, bei dem man die Rückseite seines eigenen Charakters während des Spiels fast nie sieht. Allein der Kamerawinkel könnte viel von dem erklären, was die Leute bemerken.
Dennoch: Die Community hat gesprochen und die Community ist überzeugt.

Die Pose, mit der alles begann
Die Debatte um „Collab-Slop“ läuft parallel dazu
Die Tracer-Diskussion ist amüsant, aber parallel dazu findet eine ernstere Unterhaltung statt. Einige Spieler und Kritiker haben darauf hingewiesen, dass es sich wie eine Verwässerung dessen anfühlt, was diese Charaktere besonders machte, wenn man Overwatchs ikonischste Helden als käufliche Skins in Fortnite einfügt. Dass D.Va und Genji in einem Battle Royale mit Schwertern und heroischen Posen auftauchen, völlig losgelöst von dem teambasierten Kontext, der sie definierte, stößt langjährigen Overwatch-Fans unangenehm auf.
Fortnite integriert Crossover-Inhalte in einem unerbittlichen Tempo. Allein der Fortnite Chapter 7 Season 2 Showdown Battle Pass stapelt Charaktere aus völlig unterschiedlichen Universen in denselben Belohnungspfad. Irgendwann stellt sich weniger die Frage „Wer kommt als Nächstes?“, sondern eher „Bedeutet das alles überhaupt noch etwas?“
Die Debatte um Tracer's Hintern ist zwar absurd, aber zumindest ein Zeichen dafür, dass den Leuten das Spiel noch wichtig genug ist, um genau hinzusehen. Ob sich diese Aufmerksamkeit in echte Begeisterung für das Crossover oder nur in reflexartiges Internet-Verhalten übersetzt, ist schwer zu sagen.
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