Die Switch 2 stellt aktuelle Ports vor echte Herausforderungen, und das First-Person-Adventure von MachineGames war von vornherein als einer der härteren Tests geplant. Indiana Jones and the Great Circle ist ein visuell ambitionierter Titel, der für PC, PS5 und Xbox Series X/S entwickelt wurde – diesen auf die Hybrid-Hardware von Nintendo zu bringen, ohne dabei die Qualität zu opfern, ist keine leichte Aufgabe. Die gute Nachricht: Es funktioniert weitestgehend.
Wie der Port in der Praxis aussieht
Bethesda Softworks zielt auf 1080p im Docked-Modus und 720p im Handheld-Modus ab, wobei DLSS Upscaling einen Großteil der Schwerstarbeit leistet. Die visuelle Kernidentität des Spiels bleibt bei der Umsetzung erhalten. Die Charaktermodelle überzeugen, und die Innenareale, die einen großen Teil des Spiels ausmachen, sehen für diese Hardware wirklich beeindruckend aus. Die offensichtlicheren Abstriche betreffen die Schattenqualität, die Sichtweite bei kleineren Objekten und den Verzicht auf High-End Raytracing. Die globale Beleuchtungslösung geht aus technischen Analysen nicht ganz klar hervor, aber die meisten Spieler werden sich daran nicht stören.
Der Handheld-Modus wirkt etwas weicher und bei der Texturschärfe gibt es Einbußen, doch Motion Blur und Schärfungsoptionen helfen dabei, dies zu kaschieren. Auf einem kleineren Bildschirm fallen diese Kompromisse deutlich weniger ins Gewicht.
Die Performance bleibt stabil bei 30 Frames-per-Second, was dem generell gemächlichen Pacing des Spiels entgegenkommt. Es gibt minimale Einbrüche bei Cutscene-Übergängen und einige Lade-Hickups in belebteren Gebieten wie dem Vatikan, aber nichts, was das Spielerlebnis ernsthaft beeinträchtigen würde. Man darf nicht vergessen: Dies ist kein Spiel, bei dem man mit 120fps Twitch-Aiming betreibt. Die 30fps laufen flüssig.
Joy-Con 2 Maussteuerung ist eine echte Überraschung
Gyro-Steuerung ist an Bord, auch wenn dieses Feature die Geister scheidet. Interessanter ist die Joy-Con 2 Mausfunktionalität. Das Zielen per Maus beim Aufsammeln von Items und bei gezielten Würfen fühlt sich selbst bei 30fps flüssig und direkt an, was bei anderen Switch 2 Ports nicht immer der Fall war. Zum Vergleich: Metroid Prime 4 ist eines der wenigen Spiele, bei denen diese Implementierung ähnlich ausgereift wirkte. The Great Circle reiht sich nun in diese kurze Liste ein.
Wie es im Vergleich zu Bethesdas anderen Switch 2 Ports abschneidet
Bethesdas Bilanz auf der Switch 2 ist durchwachsen. Der Skyrim-Port startete im Dezember schleppend, bevor Updates für die nötige Performance sorgten. Fallout 4 im Februar war ein stärkerer Auftritt mit ambitionierten Framerate-Zielen. Indiana Jones landet eher am oberen Ende dieses Spektrums.
Unter allen Third-Party-Ports für die Switch 2 reiht es sich neben Cyberpunk 2077, Star Wars Outlaws und Resident Evil Requiem als eine der gelungensten Umsetzungen auf der Plattform ein. The Great Circle läuft in bestimmten Szenarien sogar besser als die eigene Steam Deck-Version, da DLSS und plattformspezifische Optimierungen hier einen Vorteil verschaffen.
Für alle, die Adventure-Games primär unterwegs spielen, ist dies ein echter Gewinn. The Great Circle ist ein dichtes, storyreiches Adventure-Game, das sich hervorragend für mobile Sessions eignet, und die Port-Qualität schmälert diesen Eindruck keineswegs.
Was dich erwartet, wenn du das Spiel zum ersten Mal spielst
Spieler, die das Spiel erstmals auf der Switch 2 erleben, erhalten eine treue Version eines Titels, der ursprünglich Ende 2024 für PC und Xbox erschien, bevor er Anfang des Jahres auf die PS5 kam. Die visuellen Kompromisse sind zwar vorhanden, aber maßvoll, und die Joy-Con 2 Mausunterstützung bietet eine Steuerungsoption, die hervorragend zum Gameplay passt.
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