Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wurde diese Woche mit dem Spiel zwischen Mexiko und Südafrika im Estadio Azteca eröffnet – eine Begegnung, die für jeden, der sich an das letzte Aufeinandertreffen dieser beiden Teams auf der WM-Bühne erinnert, eine ganz besondere historische Bedeutung hat. Es war der 11. Juni 2010 in Johannesburg, als Siphiwe Tshabalala einen wuchtigen Linksschuss an Iker Casillas vorbei ins Netz beförderte, das Turnier eröffnete und den gesamten Kontinent in Ekstase versetzte. Es ist eines der ikonischsten Tore der WM-Geschichte.
Und für viele Fußballspiel-Fans lebt dieser Moment in einem bestimmten Videospiel genauso lebendig weiter wie auf YouTube. Das Spiel ist 2010 FIFA World Cup South Africa, das im April jenes Jahres von EA Sports veröffentlicht wurde, und die Debatte darüber, ob es den Zenit der gesamten FIFA-Reihe darstellt, hält sich nun schon seit 16 Jahren hartnäckig. Da die Weltmeisterschaft wieder in vollem Gange ist, ist diese Diskussion lauter denn je.

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Was dieses Spiel so anders machte als jede jährliche FIFA-Veröffentlichung
Das Besondere an den World-Cup-Spin-offs, die EA Sports früher parallel zur FIFA-Hauptreihe veröffentlichte, war: Es waren nicht einfach nur Roster-Updates mit einem aufgesetzten Turniermodus. Es waren eigenständige Produkte mit spezifischen Anpassungen an der Physics, eigenen Präsentationsebenen und Atmosphäre-Systemen, die gezielt um das Spektakel einer Weltmeisterschaft herum aufgebaut waren.
2010 FIFA World Cup South Africa setzte dies konsequenter um als jeder andere Teil zuvor oder danach. Das Vuvuzela-Dröhnen, das jedes Stadion erfüllte. Die Physics des Jabulani-Balls, die zwar echte Torhüter frustrierte, sich im Spiel aber in unvorhersehbare, aufregende Schüsse übersetzte. Die Kommentatoren, die sich auf das Turnier zugeschnitten anfühlten und nicht einfach aus dem Vereinsfußball recycelt wurden. Das waren keine rein kosmetischen Unterschiede.
Das Gameplay selbst traf einen Sweet Spot, den die jährliche FIFA-Reihe nur selten erreichte. Die Matches fühlten sich gewichtiger an als in FIFA 10, aber flüssiger als in FIFA 11. Schüsse hatten eine befriedigende Flugkurve. Standardsituationen belohnten Geduld. Die KI presste im letzten Drittel mit echter Intensität, was das Halten des Ballbesitzes unter Druck zu einem echten Skill machte und nicht nur zu einer Übung im Halten von Buttons.
Die Kluft in der Atmosphäre zwischen damals und modernen Fußballspielen
Vergleicht man diese Erfahrung mit dem heutigen Stand der Serie: EA SPORTS FC 25 ist technisch beeindruckend, mit tiefgreifenden Karrieremodi, Ultimate Team-Mechaniken und Präsentationswerten, die echten Broadcast-Standards entsprechen. Aber die Atmosphäre im Kontext einer Weltmeisterschaft? Diese spezielle elektrische Spannung eines Turniers, bei dem jedes Spiel über das Weiterkommen entscheidet und nationale Identität im Vordergrund steht?
Das Spiel von 2010 hatte das auf eine Weise, die die moderne Serie nie ganz wieder einfangen konnte. Ein Teil davon war das Timing. Die WM 2010 war das letzte Turnier, bevor die sozialen Medien die Fußballkultur vollständig durchdrangen, und es lag etwas Reineres darin, wie das Spiel diesen Moment widerspiegelte. Die Kader waren voll von Spielern auf ihrem absoluten Zenit: Xavi, Iniesta, Messi, Robben, Villa, Müller. Teams, die sich so ausgewogen anfühlten, dass es sinnvoll und befriedigend war, auch Außenseiter zu wählen.
Der „Captain Your Country“-Modus, in dem man einen einzelnen Spieler durch die Qualifikation und das Turnier steuern konnte, war seiner Zeit als Konzept um Jahre voraus. Als Flügelspieler für ein mittelmäßiges Nationalteam durch die CONMEBOL-Qualifikation zu grinden und schließlich in einem WM-Halbfinale aufzulaufen, fühlte sich bedeutsam an – ein Gefühl, das moderne Karrieremodi bis heute nur schwer replizieren können.

Captain Your Country mode
Das Nostalgie-Argument hat Grenzen, aber nicht viele
Ein Teil davon ist natürlich Nostalgie. Das Spiel hatte echte Schwächen. Die Defensive konnte passiv wirken. Die Schwierigkeitskurve der KI hatte einen spürbaren Sprung zwischen den Einstellungen „Mittel“ und „Schwer“. Der Content war im Vergleich zu einer vollwertigen FIFA-Veröffentlichung naturgemäß begrenzt, da er nur einen Wettbewerb abdeckte.
Aber genau diese Einschränkungen machten den Erfolg aus. Fokus führt oft zu Qualität. Wenn ein Entwicklerteam ein Spiel um ein einziges Turnier mit einer spezifischen Identität herum aufbaut, entsteht eine Kohärenz, die jährliche Veröffentlichungen, die über alle erdenklichen Modi und Monetarisierungssysteme gestreckt werden, nur selten erreichen.
Das Genre der Sportspiele hat sich seit 2010 dramatisch verändert. Live-Service-Modelle, Ultimate-Team-Ökonomien und jährliche Release-Zyklen haben die Erwartungen der Spieler an Fußballspiele verändert. Die Idee eines eigenständigen WM-Titels, der mit der Sorgfalt und Spezifität des 2010er-Spiels entwickelt wurde, wirkt heute fast schon nostalgisch.
Warum diese Diskussion im Jahr 2026 wichtig ist
Da die Weltmeisterschaft wieder für echte globale Begeisterung sorgt und Südafrika zum ersten Mal seit der Ausrichtung vor 16 Jahren wieder auf der großen Bühne steht, ist der Zeitpunkt perfekt, um das zu würdigen, was diese Ära der Fußballspiele so unvergesslich machte. Das Spiel von 2010 simulierte nicht nur ein Turnier. Es fing ein Gefühl ein.
Egal, ob man FIFA 12, FIFA 16 oder einen der neueren EA SPORTS FC 25 Guides-Ära-Releases für den besten Teil der Serie hält: Die WM-Edition von 2010 liefert ein starkes Argument dafür, dass das Franchise seinen Höhepunkt nicht in der jährlichen Hauptreihe hatte, sondern in einem fokussierten Spin-off, das rund um das größte Spektakel des Fußballs gebaut wurde. Sechzehn Jahre später hat dieses Argument immer noch Bestand.








