Zehn Jahre nach dem ersten Aufruhr hat der ehemalige Overwatch-Direktor Jeff Kaplan sich zu Wort gemeldet, um zu klären, was tatsächlich mit Tracers berüchtigter Siegerpose passiert ist. In einem Live-Stream seines neuen Spiels The Legend of California sagte Kaplan unverblümt: „Wir haben Tracers Hintern nicht wirklich generft. Er blieb exakt gleich.“
Worum es bei der ursprünglichen Kontroverse wirklich ging
Als Overwatch 2016 veröffentlicht wurde, ging eine Spielerbeschwerde viral über eine von Tracers Siegerposen, die argumentierte, sie sexualisiere die Figur übermäßig und passe nicht zu ihrer Persönlichkeit. Blizzard reagierte schnell, entschuldigte sich öffentlich und ersetzte die Pose durch eine Alternative. Das Internet verbuchte dies kollektiv als Nerf, und diese Version der Ereignisse hat sich seitdem gehalten.
Die Sache ist jedoch: Laut Kaplan bezog sich die Änderung auf die spezifische Pose selbst, nicht auf Tracers Charaktermodell oder Proportionen. Der Hintern blieb, wenn man so will, unberührt. Es war ein Pose-Swap, keine anatomische Anpassung, und die Unterscheidung ist Kaplan offenbar wichtig genug, dass er die Aufzeichnungen auch ein Jahrzehnt später noch korrigiert.
Kaplan in Plauderlaune
Der Tracer-Kommentar war nicht der einzige denkwürdige Moment dieses Streams. Kaplan richtete auch eine deutliche Botschaft an Spieler, die Spiele kritisieren, die sie nie gespielt haben: „Ich verstehe, dass man verärgert ist, und ich verstehe, dass man seine Meinung äußert. Aber wenn ein Spiel herauskommt und man es nicht spielen will und es nie gespielt hat, dann halt die Klappe!“
Dies passt zu dem breiteren Bild von Kaplan, das sich seit seinem Weggang von Activision Blizzard im Jahr 2021 herausgebildet hat. Er hat sich zunehmend offen über seine Zeit dort geäußert, unter anderem gegenüber Lex Fridman auf YouTube, wo er sagte, der Moment, der ihn zum Gehen brachte, war, als ein Manager andeutete, dass Tausende von Blizzard-Mitarbeitern entlassen werden könnten, wenn die Umsatzziel nicht erreicht würden. Kaplan nannte es „den größten Fick-dich-Moment meiner Karriere“.
Info
Kaplan verließ Blizzard im Jahr 2021, während sich Overwatch 2 noch in der Entwicklung befand. Seitdem arbeitet er an The Legend of California, das derzeit kein bestätigtes Veröffentlichungsdatum hat.
Die Geschichte wiederholt sich bei Blizzard
Der Zeitpunkt von Kaplans Kommentaren ist interessant, da Blizzard kürzlich einen ähnlichen Zyklus mit Anran durchlief, einer neuen Overwatch-Heldin, deren Gesicht Kritik von Spielern hervorrief, die das Gefühl hatten, sie sehe bestehenden Charakteren zu ähnlich. Blizzard verpflichtete sich zu einem Redesign und enthüllte Anfang dieses Monats einen aktualisierten Look für Anran, der Reife betont und ihre Ähnlichkeit mit ihrem Bruder Wuyang verstärkt.
Was die meisten Spieler in beiden Situationen übersehen, ist, wie schnell sich diese Kontroversen online zu akzeptierten Fakten verfestigen. Die Tracer-Geschichte wurde zu „Blizzard hat ihren Hintern generft“ und blieb fast 10 Jahre lang so. Die tatsächlichen Details, ein Posenersatz statt einer Modelländerung, gingen fast sofort verloren.
Für mehr über das Geschehen in der Gaming-Welt, schaut euch die neuesten Gaming-News an und behaltet Kaplans nächsten Schritt mit The Legend of California im Auge, das immer noch kein Veröffentlichungsfenster hat, aber eindeutig von jemandem gebaut wird, der viele Meinungen hat und keine Angst hat, sie zu äußern. Ihr könnt auch die neuesten Reviews durchstöbern, um auf dem Laufenden zu bleiben, was sich gerade lohnt zu spielen.







