Die MindsEye-Saga wird immer seltsamer. Build a Rocket Boy Co-CEO Leslie Benzies hat bestätigt, dass Blacklist, das erste große Update des Spiels, über neue Inhalte hinausgehen wird. Benzies beabsichtigt, die Mission zu nutzen, um „einen Teil der Beweise für die Sabotage mit der Community zu teilen“. Das ist keine Redewendung. Das Studio baut buchstäblich eine Spionage-Mission um die Leute herum auf, die es beschuldigt, das eigene Spiel sabotiert zu haben.
Wie aus einem holprigen Launch eine Spionage-Saga wurde
MindsEye hatte einen der schmerzhaftesten Starts des Jahres 2025. Als erste große Veröffentlichung von Build a Rocket Boy unter der Leitung des ehemaligen Rockstar Games-Produzenten Leslie Benzies, war die Resonanz bestenfalls unterwältigend. Das Gameplay wirkte flach, die Story konnte nicht fesseln und der Debüt-Trailer des Spiels, unterlegt mit Mad World, vermittelte den Ton des Spiels wohl deutlicher, als es dem Studio lieb war.
Bereits im Juli 2025 erklärte Benzies gegenüber IGN, dass Saboteure für die schlechte Performance des Spiels verantwortlich seien. Bis März dieses Jahres verschärfte das Studio diese Behauptung deutlich und gab an, „erdrückende Beweise für organisierte Spionage und Unternehmenssabotage“ zu haben. Dann, im Februar, brachte Benzies in einem internen Meeting die Idee auf, die Namen der mutmaßlichen Saboteure in eine kommende In-Game-Mission einzubauen.
Diese Mission ist Blacklist. Und sie ist offenbar real.
Was Benzies jetzt tatsächlich behauptet
Benzies legte die Position des Studios in einem kürzlichen Interview mit bemerkenswerter Zuversicht dar. „Wir haben sehr starke Beweise dafür und haben in den Monaten seit dem Launch ziemlich gründliche Untersuchungen durchgeführt“, sagte er. „Wir haben die beteiligten Parteien identifiziert, und nun liegt es an den Behörden in Großbritannien und den USA, sich damit zu befassen.“
Er fügte hinzu, dass diese Behörden bei der Untersuchung „unterstützen“ und dass das Studio beabsichtigt, „den natürlichen Lauf der Justiz abzuwarten“. Das sind schwerwiegende Anschuldigungen. Behörden in zwei Ländern, möglicherweise drohende Verhaftungen, das volle Programm.
Und doch besteht die Reaktion des Studios darauf, eine DLC-Mission zu entwickeln, in der die Beschuldigten beim Namen genannt und in einem Videospiel regelrecht vorgeführt werden. Diese zwei Ansätze, die nebeneinander existieren, sind bemerkenswert.
Der Publisher hat sich bereits zurückgezogen
Zum Kontext, wo MindsEye aktuell steht: Der ursprüngliche Publisher IO Interactive hat seinen Vertrag mit Build a Rocket Boy offiziell beendet. Ein geplantes Crossover mit Hitman wurde gestrichen. IO Interactive hat die Sabotage-Vorwürfe zudem direkt zurückgewiesen und erklärt, das Spiel „sollte für sich selbst sprechen“. Das ist eine so deutliche Zurückweisung, wie man sie in einer Pressemitteilung nur bekommen kann.
Die Update-Ankündigung von Build a Rocket Boy bestätigt, dass das Studio zum Self-Publishing übergegangen ist und beschreibt diese Phase als „eine neue Ära“ für MindsEye. Studio-Chef Mark Gerhard bezeichnete Update 7 in einem Entwickler-Statement als „einen großen Schritt nach vorne“ und bestätigte, dass weitere Inhalte in Entwicklung sind.
Das Spannungsfeld zwischen rechtlichen Schritten und In-Game-Anprangerung
Die Sache ist die: Wenn die Beweise so stark sind, wie Benzies behauptet, und wenn die Behörden in Großbritannien und den USA tatsächlich involviert sind, wird der Rechtsweg das regeln. So funktioniert das. Mutmaßliche Saboteure in einer Videospiel-Mission beim Namen zu nennen, bevor das alles vor Gericht geklärt ist, ist eine völlig andere Art von Aktion.
Das Blacklist-Update bringt Build a Rocket Boy in eine Position, in der es gleichzeitig formelle rechtliche Wege verfolgt und sein eigenes Spiel als Plattform für öffentliche Anprangerungen nutzt. Ob das als Selbstvertrauen oder als etwas deutlich Reaktiveres wahrgenommen wird, hängt wahrscheinlich davon ab, was die Untersuchung tatsächlich zutage fördert.
Was die Spieler jetzt tun können, ist zu beobachten, wie der Blacklist-Content tatsächlich ankommt – sowohl als Mission als auch als die vom Studio versprochene Beweisdarlegung. Das wird mehr darüber aussagen, wohin die Reise für MindsEye geht, als jede Pressemitteilung. Schaut euch unbedingt mehr an:




